Der Verkehr in Duisburg ist wegen der A59-Sperrung zäh, aber er fließt

Es läuft besser, als am ersten Sperrtag, aber noch immer gibt es viele Staus
Es läuft besser, als am ersten Sperrtag, aber noch immer gibt es viele Staus
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Autofahrer haben sich schneller an die A59-Sperrung gewöhnt, als von Fachleuten erwartet. Aber das System möglicher Ausweichstrecken bleibt eng genäht. Das hat am Montag ein Unfall auf der A42 bei Kamp Lintfort bestätigt, der sich auch auf die Verkehrslage in Duisburg auswirkte.

Duisburg.. Pendler in und nach Duisburg haben sich schneller an die A-59-Sperrung gewöhnt als erwartet. Nach dem Chaos-Montag vor einer Woche habe sich der Verkehr zwar zäh, aber fließend normalisiert, berichten Fachleute. Annegret Schaber, Projektleiterin beim Landesbetrieb Straßen NRW: „Es läuft den Umständen entsprechend gut.“

„Dass der Verkehr nach Beginn der Sperrung abnimmt, wussten wir“, sagt Michael Ulbricht, Verkehrsplaner der Stadt. „Aber das dauert normalerweise zwei Wochen. Dafür, dass wir die Duisburger Hauptschlagader gesperrt haben, ist es hier sehr schnell gegangen.“ Die Straßen sind zwar voll und die Blechkolonne wälzt sich Wagen an Wagen durch die Stadt. „Aber der Verkehr fließt.“

Polizeisprecher Ramon van der Maat bestätigt diese Einschätzung: „Abgesehen vom Montag gab es danach keine Auffälligkeiten. Die Straßen sind voller, aber der Verkehr verteilt sich. Die Stadt steht nicht komplett still.“

Die A 3 als Hauptumgehung funktioniere gut, haben Ulbricht und andere Fachleute bei täglichen Kontrollfahrten festgestellt. „Zwar nicht mit 120, aber mit Tempo 70 oder 80 kommt man durch.“ Die anfangs tägliche Expertenrunde wird ab sofort nur noch zweimal pro Woche tagen, um notfalls nachzusteuern. Ulbricht: „Wir bleiben flexibel. So eine Baustelle ist ja ‘ne dynamische Angelegenheit.“

Es könnte aber noch besser laufen, wenn es gelinge, die Zahl der Fahrzeuge (40.000 von der A59 müssen auf andere Strecken umverteilt werden) zu verringern.

In fast allen Autos nur eine Person

Zum Beispiel durch Fahrgemeinschaften: Der Planer appelliert, solche Zusammenschlüsse zu bilden. „99 Prozent der Fahrzeuge sind nur mit einer Person besetzt. Das sollten sie mal ganz dick schreiben“, sagt er im WAZ-Gespräch.

Die Situation im innerstädtischen Nahverkehr hat sich zwar entspannt, aber nicht vollständig. „Es ist mal vormittags, mal nachmittags voller auf den Straßen und Donnerstag war nichts, gar nichts. Da haben wir uns gefragt, wo die Leute alle sind. Eine Regelmäßigkeit ist dabei nicht zu erkennen“, sagt DVG-Sprecherin Anamaria Preuss. Busse haben nach wie vor Probleme, im zähen Verkehr mitzurollen. Noch immer kommt es zu Verspätungen von bis zu 60 Minuten. Besser rollen die Straßenbahnen, entsprechend steigt die Zahl der Tram-Fahrgäste. „Mit der Bahn am Stau vorbeifahren – das ist schon ‘ne Ansage“, sagt Preuss.

Wie eng das Ausweichsystem indes genäht ist, zeigte am Montag ein Unfall auf der A 42 bei Kamp-Lintfort. Wer den Stau dort umfahren wollte, landete auf der A 3 und stand – im Stau.