"Der Verein ist mein Baby"

Immer mitten drin: Nicole Otto hilft Catharina bei der richtigen Rückenhaltung im Spagat.
Immer mitten drin: Nicole Otto hilft Catharina bei der richtigen Rückenhaltung im Spagat.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nicole Otto ist Gründerin, Trainerin, und 1. Vorsitzende der erfolgreichen KV-Tanzsportgemeinschaft Rheinhausen.

Duisburg.. Die „Zappelkids“ sind konzentriert bei der Sache. Aus dem großen Ghettoblaster schallt Musik. Die Tanzgarde, der 15 Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren angehören, begibt sich in den Spagat. „Den Rücken gerade machen“, ermahnt Nicole Otto und lächelt der jungen Tänzerin gleich darauf aufmunternd zu. Die 45-Jährige ist beim Training mittendrin. Da, wo sie am liebsten ist. Seit 15 Jahren ist sie mittlerweile ehrenamtlich im Tanzsport tätig.

Bei der KV-Tanzsportgemeinschaft Rheinhausen ist Nicole Otto das Mädchen für alles. Trainerin, Managerin, Gründerin und auch noch erste Vorsitzende. „Der Verein ist mein Baby“, sagt die gebürtige Kasselerin, die vor 18 Jahren der Liebe wegen ins Ruhrgebiet zog. Schnell schlüpfte sie in die Rolle der Tanzlehrerin. Angefangen hat es mit einem Zufall. „Ich habe meine Tochter nach dem Umzug in einem Tanzverein angemeldet. Als die Trainerin ausfiel, fragte man mich, ob ich bereit wäre einzuspringen. Ich habe in meiner Jugend selber getanzt und zugesagt“, schildert sie.

Verein gewann bei den Duisburger Tanztagen

2008 gründete sie dann ihren eigenen Verein, die KV-Tanzsportgemeinschaft Rheinhausen. „Hier konnten wir die Kinder besser fördern. Wir sind zwar ein Karnevalsverein, trotzdem steht der Sport im Vordergrund“, erklärt die Vereinsgründerin, deren Engagement schnell Früchte trug. „Wir sind erfolgreich“, berichtet Otto stolz. In diesem Jahr gewann der Verein unter anderem den Wettbewerb in der Sparte Showtanz bei den Duisburger Tanztagen. Im nächsten Jahr ist die Tanzexpertin zum ersten Mal Mitglied der Jury. Eine Bestätigung ihrer guten Arbeit.

Drei Abende in der Woche ist Nicole Otto beim Tanztraining. Die Wochenenden sind mit Wettkämpfen blockiert. „Natürlich bleibt da auch einiges auf der Strecke. Das Ganze geht nur, wenn der Partner und die Familie mitspielen“, so Otto, die häufig auch noch Arbeit mit nach Hause nimmt. Bezahlt bekommt die Ehrenamtlerin die vielen Arbeitsstunden nicht. Doch gerade, als Otto im vergangenen Jahr schwer krank war, realisierte sie, wie viel die Arbeit in der Tanzsportgemeinschaft ihr doch gibt. „Es macht mich glücklich.“

„Ruhig kann ich nicht“

„Wenn die Kinder auf der Bühne stehen und die Leute applaudieren, ist das ein tolles Gefühl“, erzählt die sympathische 45-Jährige, die lange Zeit parallel noch in einem Architekturbüro in Düsseldorf gearbeitet hat. Den Job hat sie im Sommer aufgegeben. Dem Tanzen ist sie treu geblieben. „Ruhig kann ich nicht“, gibt Nicole Otto zu.

Schnell realisiert der Zuhörer, wie viel ihr die Tanzsportgemeinschaft und die Kinder bedeuten. Ihr Herz hängt an dem Verein. Zehn, vielleicht noch 15 Jahre möchte die vielfach engagierte Frau noch weiter einbringen. „Ich hab mittlerweile gelernt Sachen auch mal abzugeben. Es gibt viele Leute, die mich unterstützen“, dankt die Vereinsvorsitzende. Und der Nachwuchs steht auch schon in den Startlöchern: Tochter Jennifer Otto ist ebenfalls schon als Tanztrainerin im Verein aktiv.