Der Schrauber aus Duisburg und sein Ponton

Stolzer Besitzer: Oliver Klopf aus Buchholz und sein Mercedes Ponton 180 a, Baujahr 1958.
Stolzer Besitzer: Oliver Klopf aus Buchholz und sein Mercedes Ponton 180 a, Baujahr 1958.
Foto: Lars Heidrich
Oliver Klopf hat seinen Mercedes-Oldie in mehrjähriger Arbeit restauriert. In diesem Jahr fährt er mit dem alten Schätzchen erstmals in den Urlaub.

Duisburg.. An die Schrauber-Wochenenden zusammen mit seinem Vater kann sich Oliver Klopf noch genau erinnern. Damit hat alles angefangen. Mit zwölf Jahren steigt er damals mit ein, um das Familienauto, einen Fiat 125, auf Vordermann zu bringen.

Das gelingt ihm später mit seinem ersten eigenen Wagen nicht – einem Mercedes 200 D, auch „Heckflosse“ genannt, Baujahr 1967. Zumindest der TÜV senkt damals den Daumen. Weil ihm das nicht noch einmal passieren soll, beginnt Oliver Klopf 1984 eine Lehre als Karosseriebauer bei Daimler in Neudorf. Nur einige Monate später kauft er sich als mittlerweile 21-Jähriger in Hochfeld für 2000 Mark ein noch älteres und ebenfalls ganz und gar nicht mehr taufrisches Schätzchen, einen Mercedes Ponton 180 a, Baujahr 1958.

„Ganz bewusst“, sagt der Buchholzer. „Das Auto war in einem desolaten Zustand, aber ich wollte schrauben und eine komplette Restauration hinbekommen.“ Bevor er beginnen kann, muss der nicht zugelassene Wagen aber erst einmal irgendwie von Hochfeld nach Buchholz. „Mit ein paar Freunden habe ich den Mercedes über den Kalkweg nach Hause geschoben“, erinnert sich der 51-Jährige mit einem Lächeln. „Das hat über zwei Stunden gedauert, war aber egal.“

Aufwändige Schrauberei

Bis auf die letzte Schraube zerlegt Oliver Klopf das Fahrzeug und baut es mit neuen und gebrauchten Teilen wieder auf – mal in der heimischen Garage, mal vor dem Haus und mal im Gartenhaus. Bei technischen Fragen oder Problemen hilft der damalige Ausbildungsmeister. Mehr als fünf Jahre dauert insgesamt die Schrauberei, die ein erfolgreiches Ende nimmt.

Er lässt den ursprünglich roten Wagen noch in Tiefdunkelblau umlackieren, dann steht der ersten Ausfahrt nichts mehr im Weg. „Ich bin schön gemütlich den Niederrhein entlang. Ein geniales Gefühl“, sagt er. „Die erste größere Tour ging nach Frankfurt zu meinen Eltern. Über Landstraße...“

Vier-Gang-Lenkradschaltung

Das alte Schätzchen, das ehedem als erster Mercedes mit selbst tragender Karosserie in Pontonform in die Geschichte eingegangen ist, sorgt bis heute für durchweg positive und nostalgische Gefühle bei den zahlreichen Bewunderern. Das 65 PS starke Gefährt mit den weißen Ledersitzen und der besonderen Vier-Gang-Lenkradschaltung, inklusive des Schalters für den Blinker im inneren Hupenring, zählt auch auf Oldtimertreffen und -rallyes zu den absoluten Hinguckern.

In diesem Jahr möchte Oliver Klopf, der noch bei Daimler arbeitet, mit seiner Frau Martina zum ersten Mal mit dem Mercedes-„Oldie“ in den Urlaub fahren. „An die holländische Küste, ans Ijsselmeer.“ Auch diese Tour wird das alte Schätzchen meistern...