Der offene Brief der IG Metall an Duisburg-OB Adolf Sauerland im Wortlaut
20.04.2011 | 18:22 Uhr 2011-04-20T18:22:00+0200
Duisburg. Der offene Brief des IG-Metall-Chefs Dzudzek, in dem er Oberbürgermeister Sauerland quasi zum Arbeitnehmerempfang auslädt wird seit Tagen diskutiert. Der Brief soll auch einen Nazi-Vergleich enthalten. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut.
Nazi-Vergleich oder kein Nazi-Vergleich? Seit Tagen wird über den Offenen Brief des Duisburger IG Metall-Chefs Jürgen Dzudzek diskutiert , in dem der Gewerkschafter Oberbürgermeister Adolf Sauerland quasi zum städtischen Arbeitnehmerempfang auslädt .
Der Empfang für Gewerkschafter und Betriebsräte der Duisburger Betriebe findet alljährlich vorm Mai-Feiertag im Rathaus statt. Wir dokumentieren das Schreiben von Dzudzek im Wortlaut:
„Herzlichen Dank für Ihre Einladung zum traditionellen Arbeitnehmerempfang. Der alljährlich am Vorabend des 1. Mai stattfindende Arbeitnehmerempfang ist eine Veranstaltung der Stadt Duisburg zur Anerkennung der Bedeutung der Arbeitnehmerschaft in der Stadt Duisburg und ,in Verbundenheit mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und den Gewerkschaften’ in Duisburg.
Entstanden ist der Arbeitnehmerempfang auf Empfehlung des damaligen Oberbürgermeisters August Seeling. Er wurde am 2. Mai 1933 von den Nazis als aktiver Gewerkschafter durch die Straßen der Duisburger Innenstadt getrieben. Der Arbeitnehmerempfang sollte im Gegensatz zu dieser Erniedrigung die Bedeutung der Arbeitnehmer für die Stadt Duisburg dauerhaft anerkennen. Demzufolge ist der Arbeitnehmerempfang unsere Veranstaltung und für uns alljährlich ein herausragendes Ereignis!
Deshalb legen wir Wert darauf, dass die Stadt Duisburg uns bei dieser Gelegenheit würdig empfängt. Ein solcher Empfang kann unsererseits allerdings nicht durch Sie erfolgen. Unser Vertrauen in Ihre Glaubwürdigkeit und in Ihr Verantwortungsbewusstsein besteht nicht mehr! Dies war aufgrund einer Vielzahl von Ereignissen schon vor der Katastrophe der Loveparade so, was Ihnen regelmäßige Pfiffe auf unseren Veranstaltungen signalisierten. Ihr Verhalten in der Folge der uns zu tiefst berührenden Ereignisse während der Loveparade lässt es nicht mehr zu, Sie als Oberbürgermeister und damit als ersten Repräsentanten der Stadt Duisburg anzuerkennen.
Wir fordern Sie auf, die Stadt Duisburg beim Arbeitnehmerempfang nicht repräsentieren zu wollen. Die Bedeutung des Arbeitnehmerempfangs lässt uns keine andere Wahl, als diese Forderung an Sie zu richten. Die Demütigung während der Nazizeit erfordert von uns Selbst- und Verantwortungsbewusstsein für die Geschehnisse in dieser Stadt. Diese Anforderung müssen wir auch an die uns gegenüber tretenden Repräsentanten der Stadt Duisburg stellen.“

15:50
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14:40
@#34
Im Prinzip - ja, nur selbst diesen Passus habe ich in der GO nicht gefunden.
Sie sieht es nicht vor.
14:38
@# 35
HAHA
Er ist nicht direkt von denen abwählbar, die ihn wählen durften - von den Bürgern!
Nur über den undemokratischen Umweg Rat.
Und Sie wissen nicht, wovon Sie reden!
21:14
@ #33
http://www.im.nrw.de/bue/200.htm
Die wissen, wovon sie reden.
Damit Sie aber nicht ganz dumm sterben: der Unterschied zwischen Bürgermeister und Oberbürgermeister ist dessen Stimmrecht im Rat und das Gewählt-Werden.
18:35
#33 I.galaxias
Doch, zurücktreten kann er, doch er will nicht!
16:52
Denn sie wissen nicht, wovon sie reden!
Anders kann man postings wie
- Aber: Derzeit ist Herr Sauerland noch der von den Bürgern gewählte Oberbürgermeister. Legitme Versuche, ihn abzuwählen waren nicht erfolgreich.
#3von rheinruhrbeobachter, am 21.04.2011 um 09:41
nicht sehen.
Der Verwaltungschef ist nicht abwählbar!
Er kann nicht einmal zurücktreten!
Beides sieht die geltende GO NRW (Gemeindeordnung) nicht vor.
Leider!
14:55
Liebe Genossen es ist erbärmlich, wie ihr versucht den entgangenen OB. Posten wieder zu bekommen.
08:28
Klare Worte, nachvollziehbar und logisch. Und trotzdem wird der Mantel der Stillhaltens und Deckens nicht gelüftet weden, da viel zu viele politische Finger im Spiel sind und waren. Achtung vor dem der Farbe bekennt. Lieber aufdecken statt zudecken.
23:02
#28 Elliduisburg
Sie haben das sehr schön beschrieben. Die Stadtverwaltung ist so naiv und unfähig, dass sie selbst nur an eine Böe dachte und nicht an einen Sturm, der sich nicht wieder legt. Man hat dort einfach ganz normale Mechanismen nicht erkannt und schlittert immer tiefer in eine Situation, die irreparabel ist.
Die Argumente der Gewerkschaft sind sehr gut nachvollziehbar, und nur der, der Böses will, kann einen unangemessenen Nazi-Vergleich feststellen.
#3
AS ist zwar der rechtmässig gewählte OB, kann aber nach allem, was er geleistet und nicht geleistet hat, nicht mehr erwarten, dass er als solcher angesehen und respektiert wird. Allein die Wahl in ein Amt macht hier ganz offensichtlich noch nicht einen guten Amtsinhaber. Es scheint eine Besonderheit in der Politik zu sein, dass man nicht geht, obwohl fast täglich zum Ausdruck gebracht wird, dass man nicht mehr gewollt ist. Was legal ist, ist nicht immer legitim und schon gar nicht moralisch einwandfrei. Der Name Sauerland ist inzwischen Synonym für Amtsmissbrauch und daraus resultierende Politikverdrossenheit geworden.
18:31
Zu #28: Ihre Parabel triffts perfekt. Trotz des bitteren Themas musste ich als Matrosen-Bürger schmunzeln. Glückwunsch zu dem gelungenen Vergleich ... :-)