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Vier Wochen nach der...

Der lange Weg zur Normalität

26.08.2010 | 11:15 Uhr
Der lange Weg zur Normalität
Hinter den Mauern des Rathauses: Stirnrunzeln, Ärger, große Trauer, Frustration und Wut gegen das Stadtoberhaupt - aber auch manches Verständnis für den OB. Foto: Clemens Bilan/ddp

Viele Führungskräfte in der Duisburger Stadtverwaltung „schämen sich für das Verhalten ihres Oberbürgermeisters“. So hat ein prominentes Mitglied der Führungsriege der Stadt die aktuelle Stimmung vier Wochen nach dem Loveparade-Unglück beschrieben.

Deshalb werde auch die „Rückkehr in die Normalität“, so wie sie am Dienstag OB Adolf Sauerland bei einem Arbeitsfrühstück im Rathaus von seinen Führungskräften eingefordert hat, auch kein ganz schneller Prozess werden. Denn, so bringt es der Teilnehmer dieser Runde auf den Punkt: „Die Katastrophe der Loveparade „sei schon sehr schlimm gewesen“, doch was danach im Rathaus geschehen sei, sei „genau so schlimm“ gewesen.

Besonders übel nehmen viele Rathaus-Beschäftigte ihrem Chef, dass er in den Tagen nach der tödlichen Massenpanik vor die Medien getreten sei und dort seine persönliche Rolle im Zuge der Love-Parade-Vorbereitungen kleingeredet habe. Das sei ein schwerer „Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter“ gewesen. Diesen Schlag aber habe der OB als Dienstherr von 6000 Beschäftigten in der Stadtverwaltung „bis heute gar nicht realisiert.“

Ein anderer Beobachter der Runde spricht von einem „sehr, sehr, sehr langen Prozess der Rückkehr in die Normalität.“ Da gebe es viel „Stirnrunzeln, Ärger, große Trauer, aber auch Frustration und Wut“, die sich gegen den OB richte. Er sieht derzeit einen Bruch im Vertrauen zwischen vielen Beschäftigten und ihrem obersten Dienstherren. „Viele Beschäftigte in den Ämtern, die jetzt Sachverhalte genehmigen oder ablehnen müssen, haben große Hemmungen und auch Angst, wenn sie da jetzt im Namen des Oberbürgermeisters der Stadt Duisburg Briefe oder Bescheide unterschreiben sollen.“ Ihre Sorge: Was wird daraus, wenn es heikel wird? Bleibt es am Ende an mir persönlich kleben?

Bleibt es am Ende an mir
persönlich kleben?

Doch es gab auch Teilnehmer der Führungsrunde, die mit der Haltung und der Argumentation des Oberbürgermeisters leben konnten. „Sein Bitten um Nachsicht für entstandende Missverständnisse konnte und mochte ich auch nachvollziehen“, so ein Teilnehmer. Unterschiedlich die Einschätzung ob eine Mehrheit der Rathaus-Beschäftigten „pro oder contra“ Sauerland eingestellt seien. Die Einschätzung einer Führungskraft lautet: Die Mehrheit der Rathaus-Beschäftigten steht misstrauisch, total irritiert und im Grunde ablehnend dem OB gegenüber. Eine andere erklärt: Es gibt keinen großen Dissens mehr.

Und der Applaus? Wieso gab es Applaus von den Mitarbeitern und wofür? „Du lieber Himmel“, so ein Teilnehmer, zwischen höflichem Klatschen und frenetischem Applaus lägen doch Welten und hier sei stets nur höflich geklatscht worden – denn da trete immerhin der Chef vor die Mitarbeiter und dann sei es gar nicht so leicht, einfach im stummen Protest vor ihm zu stehen oder zu sitzen. Also werde brav geklatscht.

„Viele“, so sagt ein Mitarbeiter zur NRZ, „wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen.“ So etwas, wie die Loveparade-Katastrophe sei schließlich noch nie passiert. Außerdem gebe es immer noch den Unterschied zwischen der „privaten“ und der „dienstlichen“ Meinung. Lautstarker Protest formiere sich nicht: „Die Leute wollen hier ja noch weiter arbeiten.“

Stefan Endell, Svenja Aufderheide

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Kommentare
08.12.2010
10:06
Der lange Weg zur Normalität
von Farlif99 | #52

Nur so ein Randgedanke, den der Artikel aufdrängt, der über die Bedenken der Rathaus-Beamten am Rande schreibt:
Ihre Sorge: Was wird daraus, wenn es heikel wird? Bleibt es am Ende an mir persönlich kleben?
Interessant! Die Beamten auch niedrigerer Ränge wollen keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen?
Interessant.

27.08.2010
17:33
Der lange Weg zur Normalität
von Vasa49 | #51

Kann es sein, das sie gegen alles Stänkern was nicht Grün ist.
Sorry, aber sie tun das ohne einen Faden, ein Ziel, ohne wert.
Ohne Hand und hne Fuss.
die aufarbeitung der LP Tragödie ist, gott sein Dank, nicht an Parteibücher gebunden.

OK, wenn man Leute wie sie ausnimmt.
Vergessen sie es. Mit sowas gewinnen sie keinen Gummipunkt, ne Waschmaschine erst recht nicht.
Schämen sie sich!

27.08.2010
17:17
Der lange Weg zur Normalität
von Vasa49 | #50

@Aufklärung statt Vorverurteilung

Sie sind ein schlechter Politiker. Und wiedersprechen sich mehrfach selbst in ihren eigenen aussagen. Warum sie allerdings wieder ein guteer politiker wären. Paradox, nicht wahr?
Wenn jemand für die LP war ist das noch lange kein indiz dafür, das er sie auch SO wollte!

Es gab Spezialisten die die Stadt dafür eingestellt hat, um sowas zu vermeiden. die engstellen waren klar, die Problemstellen waren klar, das Konzept war klar. Und es hätte auch funktionieren können. War zwar sehr auf Kante genäht, hätte aber klappen können. Aber die Umsetzung war genauso auf Kante gebügelt, wie die Planung. Somit kam es dazu.
Somit sind die Planer genauso Verantwortlich wie die Umsetzer.

Und nun?

Ich habe das Gefühl, das sie sich zu sehr in Details verlieren und somit das ganze aus dem Auge verlieren!

27.08.2010
17:05
Der lange Weg zur Normalität
von Vasa49 | #49

Ich verstehe nicht, warum manche Texte editziert werden und warum.
Fände es schön wenn dort stehen würde:
Editiert weil......!

Schon komisch, das alles!

27.08.2010
16:22
Der lange Weg zur Normalität
von denker | #48

wer stellt sich schon vor seinen Chef und sagt das er total versagt hat.Allso applaudiert jeder bra v so das der OB sich auch noch gestärkt fühlt

27.08.2010
13:16
Der lange Weg zur Normalität
von berti62 | #47

@29

Kaffee?
Sprechen sie mit dem Frisör ihres Vertrauens!

27.08.2010
11:50
Der lange Weg zur Normalität
von Vasa49 | #46

@#45 Tom009

Du widersprichst dir mehrfach selbst.
Ist dir das aufgefallen.
und ja, ich persönlich ziehe bei meinen Fehlern daraus auch die Konsquenzen.
Und ich habe nichtmal die möglich zu entscheiden, ob ich das nun selbst tun möchte oder nicht. Die Konsquenz ist meist Zwangsläufig da. Ob ich nu will oder nicht.
Und meiner Meinung nach sind hier auf politischer Ebene Fehler gemacht worden, die ganz klar einen Rückttritt zur folge haben müssen.
Wenn er wirklich eine weiße Weste hat, ist es doch besser, wenn ihm die jemand anderes Bescheinigt und nicht er selbst, oder.
Er könnte sich dann ja erneut zur Wahl des OB aufstellen lassen. Dann könnte er Wieder seinem Amt gerecht werden.
Zurzeit kann er es nicht. Er hat auf jeder Ebene sein Vertrauen verspielt. Und das ist ein Kündigungsgrund. Ganz klar!

27.08.2010
11:31
Der lange Weg zur Normalität
von Tom009 | #45

tja wo ist die kritik an dem neuen nrw innenminister schäfer(SPD) der ja bis dato im duisburger rat sass und die lp mitabgesegnet hat????
hättet ihr denn den mumm sofort ohne wenn und aber zurückzuteten wenn ihr in der situation währet?????
zieht ihr aus jeder kleinen fehlentscheidung sofortige konsquenzen????

ja macht ihr das wirklich????

es reicht langsam.

und ich bin kein CDU/Sauerland fan.

würdet ihr genauso ein brimborium veranstallten wenn es ein SPD OB gegen würde?????

nein.

es geht auch nicht um den eigendlichen ob-posten
sondern nur noch um den menschen sauerland.

und das ist erbärmlich.
schade das man sich hinter nicks verstecken kannso das man nicht rechlich gegen diese hetzter vorgehen kann.

27.08.2010
11:16
Der lange Weg zur Normalität
von Vasa49 | #44

Dachte ich es mir doch. Ich würde Herrn Sauerland schnellstens einen Termin bei nem psychologen empfehlen.

Es stimmt also. Herr Sauerland hat es noch immer nicht realisiert. Das hat sich echt bei ihm verfestigt. der glaubt es wirklich, was er da von sich gibt.
Rückkehr zur normalität der weiß garnicht wirklich, was er damit gesagt hat.
Eigentlich müsste man ihn für Unzurechnungsfähig erklären. Kennt nicht irgendjemand nen, der ihn Zwangseinweißt? Geht doch, sowas!

Um mich zu erklären:
Ein Mensch der bei Rot über eine Fußgängerampel und ein Kind anfährt, wird stein und bein darauf schwören, das es grün war und das Kind einfach so auf die Strasse ging.

Natürlich hat er das nicht absichtlich getan, aber realität ist so schrecklich, das er alle Gründe sieht und erfindet, um daran nicht schuld zu sein.
Jetzt gibt es 2 möglichkeiten. Entweder man sieht irgendwann ein, das man Mist gebaut hat (es gab 3 Zeugen die Gesehen das Rot war) oder es verfestigt sich und die Zeugen bilden einen Komplott gegen Ihn. Dann wirds schlimm. Für alle!

Und genau das passiert hier!
Jemand wird ihn wachmachen müssen!

27.08.2010
10:04
Der lange Weg zur Normalität
von Urlauber72 | #43

Es ist wie es ist. Erst kommt das Parteibuch und dann das Gewissen. Wenn über jemanden z.B. OB die gesamte Weltpresse berichtet und alle ins selbe Horn stossen, sollte man sich Gedanken machen. Wie gesagt nicht ob man Schuld ist oder nicht, sondern ob da was dran ist und wie wende ich den grössten Schaden von der Stadt ab.

Wenn man Hr. Bossbach bei NRW TV gesehen hat wo er fragen über die Verhaltensweise der Oberen mit einem lächeln beantwortete und sein Unverständniss ausdrückte oder wie andere CDU Mitglieder sich in den Regionalen aber auch Bundesweiten Medien äusserteten, muss man doch eingestehen, dass die nicht alle total verblödet sind, was sie gesagt hätten wären es SPD Menschen.

Achtung Satire:

Was ist der Unterschied zwischen Poliktikern und der Mafia??? Die Mafia ist organisiert.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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