Der Künstlerin neue Kleider

Regina Bartholme arbeitet an Skulpturen in ihrer Werkstatt in Neudorf, Carolin Bartholme näht Kleidung im österreichischen Scharnstein. Und einmal im Jahr zeigen die Schwestern, was sie in der jüngsten Vergangenheit geschaffen haben. Von heute an bis Sonntag findet die Verkaufsausstellung „Bartholme2“ zum elften Mal statt.

Als Carolin Bartholme in einem Nebenraum der Werkstatt an der Memelstraße ihre „Mode aus Mode“ drapiert, trägt sie ein Handtuch, ein T-Shirt und eine Jacke – alles in einem. „Das ist mein absolutes Lieblingsstück“, sagt sie, und es erklärt ihre Arbeit auch besonders gut. Aus getragenen Stücken, sehr gerne aus Dirndlkleidern, schneidert sie Jacken, Westen, Röcke und anderes. „Ich lege es erst mal hin und dann entsteht eine neue Idee, das kommt halt“, erzählt sie. Was dabei so alles herauskommt, hat ihr auch schon in Duisburg eine Stammkundschaft beschert, die sich bei den jährlichen Ausstellungen mit neuen Stücken eindeckt. „Viele Frauen durchforsten ihren Kleiderschrank und bringen Sachen vorbei, die ich dann nach Absprache umarbeite“, erzählt Carolin Bartholme. Da werden kurze Hosen mit bunten Stoff verlängert oder ein Handtuch wird mit Krawatte als Bund zum Wickelrock.

Beinahe modisch ging es im letzen Jahr auch bei Künstlerin Regina Bartholme zu. „Ich habe von einem orthopädischen Schuhmacher Leisten bekommen und die Formen mit Gips verändert“, erklärt sie den Grund für die bunten Schuhe in ihrer Werkstatt. Aus ihnen wachsen schmale Skulpturen nach oben, Beine mit Kopf. In einer anderen Ecke wurden aus umgedrehten Kaffeekannen Büsten, einen Stein und einen Holzklotz hat die Duisburgerin zu Köpfen gehauen. Es passiert viel in einem Jahr bei den Bartholmes, das macht diese Ausstellung deutlich. Ein bisschen dieser Zeit geben sie ab heute ab.