Der Koloss im Wasser ASCD bietet "Schnupperkurse" an
26.09.2007 | 20:32 Uhr 2007-09-26T20:32:23+0200Julian Real vom ASCD gilt als großes Wasserball-Talent.Der 17-Jährige erhielt bereits eine Einladung von Bundestrainer Hagen Stamm
WAZ-SERIE DIE JUGENDSTORYDie Hände sind groß wie Pranken. Bei einer Größe von rund zwei Metern und einem Gewicht von satten und durchtrainierten 105 Kilogramm wirkt Julian Real mit seinen breiten Schultern wie der Prototyp eines Basketballspielers.
Doch Julian ist Wasserballer. Beim ASCD gehört er zu den größten Talenten und ist mit seinen 17 Jahren schon ein Teil der Bundesliga-Mannschaft. Aber wie kommt ein junger Mann mit seinen körperlichen Voraussetzungen ausgerechnet zum Wasserball? "Ich habe eigentlich mit Schwimmen angefangen. Doch das wurde mit der Zeit einfach zu öde und langweilig", erklärt der gebürtige Oberhausener. "Nach meinem Schwimmtraining habe ich die Wasserballer beobachtet und beim Zuschauen Lust auf diesen Sport bekommen", so Real, der beim SSV 27 Sterkrade seine Karriere begann. Dort spielte er bereits mit 14 Jahren in der Bezirksliga und kam 2004 zum ASCD. "Mein damaliger NRW-Auswahltrainer, Julius Kapsa, hat mir zu diesem Schritt geraten. Der ASCD ist ein guter Verein mit mehr Perspektiven für meine Entwicklung", berichtet der Koloss, der im Wasser die Position des Center-Verteidigers ausübt.
In der letzten Saison gelang dem 17-Jährigen der Sprung in die Bundesliga-Mannschaft, wo er mit seinem Vorbild Tobias Kreuzmann in einem Team steht. "Es ist toll, mit ihm in einer Mannschaft zu sein, immerhin ist er Nationalspieler und Olympiateilnehmer. Anfangs war es komisch, aber mittlerweile ist es ziemlich normal." In der deutschen U18 Nationalmannschaft ist er einer der Schlüsselspieler, zum Kader der U20 Auswahl gehört er ebenfalls. Seine Auftritte mit dem deutschen Team führten ihn bereits nach Long Beach (USA) sowie quer durch Europa. Auch bei den "Großen" durfte Real, der das Sophie-Scholl-Berufskolleg in Duisburg-Marxloh besucht, bereits "reinschnuppern". "Ich war bei einem Lehrgang der A-Nationalmannschaft in Budapest. Das war eine tolle Sache. Bundestrainer Hagen Stamm hat mir dann auch sofort gesagt, worin ich mich noch verbessern muss", berichtet er stolz.
Zwar fristet der Wasserballsport, in dem es neben den schwimmerischen Fähigkeiten auch auf Kraft und Körpergröße ankommt, in Deutschland nur ein Nischendasein, doch der Aufwand der Akteure ist enorm. Beim ASCD wird bereits um sechs Uhr morgens trainiert, abends folgt dann noch eine weitere Einheit. Zusätzlich stehen Extraschichten im Kraftraum auf dem Plan. "Am Morgen kann ich wegen der Schule nicht oft trainieren. Aber wenn ich es schaffe, bin ich natürlich dabei", zeigt sich das Talent ehrgeizig.
"In Julians Alter trennt sich in der Regel die Spreu vom Weizen", weiß ASCD-Pressesprecher Manfred Rotstein. "Es ist nicht einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Doch wo, wie bei Julian, genug Ehrgeiz und Wille vorhanden ist, schafft man auch so etwas", findet er.
Ob Real eine Profikarriere einschlagen wird, weiß er allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht. "Darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken. Ich würde später gern Mathematik oder Biologie auf Lehramt studieren." In Deutschland wäre der Weg zum Profi ohnehin nur schwer zu meistern. Die großen Gelder gibt es in Ländern wie in Spanien oder Italien. Schade eigentlich für einen Sport, in den die Athleten so viel Schweiß und Zeit investieren.Wer sich einmal mit den Gegebenheiten des Wasserballsports vertraut machen möchte, kann dies beim ASCD im Rahmen eines "Schnupperkurses" tun. "Wir sind zwar in unseren Jugendmannschaften gut aufgestellt, doch Nachwuchs kann man nie genug haben", erklärt ASCD-Pressesprecher Manfred Rotstein. Die Schnupperkurse finden im Hallenbad an der Memelstraße in Neudorf sowohl im Schwimmen als auch im Wasserball statt. Mitzubringen ist lediglich eine Badehose, die Kappe (Wasserball) wird gestellt. Weitere Informationen gibt es in der Geschäftsstelle des ASCD unter der Rufnummer: 0203/726406.

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