Der Kampf um die Fachkräfte beginnt

Der Bedarf an Fachkräften wird in den nächsten Jahren weiter steigen.
Der Bedarf an Fachkräften wird in den nächsten Jahren weiter steigen.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. Der demografische Wandel wird sich der Region Duisburg-Niederrhein größer vollziehen als bisher angenommen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit gehe man nunmehr davon aus, dass hier im Jahr 2030 rund 43 500 Menschen im erwerbsfähigen Alter weniger leben werden als heute.

Bei den Akteuren des Arbeitsmarktes klingeln deshalb die Alarmglocken, denn es wird sich ein Konkurrenzkampf um Fachkräfte und geeigneten Nachwuchs entwickeln. Die seit 2009 existierende „Konzerte Aktion“ von Arbeitsagentur, Handel, Handwerk, IHK, Unternehmerverband, Politik, Wirtschaftsförderung, Jobcenter und Gewerkschaft wurde deshalb aktiv und initiierte drei neue Projekte, um gegenzusteuern.

Mit einem gemeinsamen Internet-Portal unter der Adresse „FachkraeftefuerDuisburg“ informiert die Konzertierte Aktion ab sofort über alle Aktivitäten, die bereits eingestielt wurden und noch werden. Außerdem verlinkt sie zu den entsprechenden Internet-Angeboten der beteiligten Verbände und Institutionen. In einem weiteren Schritt sollen über die Internet-Plattform auch direkte Kontakte zu Ansprechpartnern ermöglicht werden, wie Jens Stuhldreier von der Regionalagentur Niederrhein erklärte, der federführend das neue Internetportal betreut. „Zur Zeit ist es noch ein reines Info-Portal.“

Die Weichen jetzt stellen

Ulrich Käser, Leiter der Duisburger Agentur für Arbeit: „Die Sicherung des Fachkräfte-Marktes ist ein Thema, das uns schneller einholt als uns lieb ist. Wir müssen daher jetzt die Weichen stellen. Die Konkurrenz wird gerade im Ruhrgebiet groß sein.“

Zwei konkrete Projekte werden außerdem umgesetzt, um mehr Jugendliche für eine duale Ausbildung und damit für weine Lehre zu interessieren. Sie richten sich an die „Fachkräfte von Morgen“: So sollen ab 2013 Ausbildungsbörsen in Schulen und schulnahen Einrichtungen veranstaltet werden. Im Visier hat die Konzertierte Aktion dabei vor allem Schüler mit Migrationshintergrund und deren Eltern, denen oftmals die Strukturen in der Ausbildung nicht klar seien. Ebenfalls ein neues Projekt: „Voneinander lernen – Ausbildungspaten in Duisburg“.

Petra Hoffmann (Agentur für Arbeit): „Wir suchen nach Paten, die im Berufsleben stehen und ein oder zwei Jugendliche über zwei Jahre bei ihrem Eintritt ins Berufsleben betreuen.“ Sie sollen die jungen Leute beraten und ihnen bei Fragen oder Problemen helfen. „Vielleicht auch mal im Betrieb vermitteln.“ Nicht unwichtig: Der Wissenstransfer von der älteren auf die nachwachsende Fachkräftegeneration in den einzelnen Berufen.