Der Herausforderer "Ich habe Die Linke schätzen gelernt"
25.04.2008 | 21:30 Uhr 2008-04-25T21:30:00+0200WAZ-Redakteure Klaus Johann und Willi Mohrs sprachen mit dem Oberbürgermeister-Kandidaten der SPD, Jürgen C. Brandt.Mehr Rechte für die Bezirke. ...
... Mehr Geld in die Zukunft von Kindern und Jugendlichen investierenWir brauchen einen Rat mit klaren Mehrheiten. Grüne Basis ist lebendig, die Spitze machtversessen INTERVIEW: KOMMUNALWAHL 2009 Mit welchen zentralen Themen gehen Sie in den Wahlkampf?
Brandt: Wir müssen uns erstens vornehmen, einen neuen Generationenvertrag abzuschließen und sehr viel Geld in unsere Kinder und Jugendlichen stecken. Das geht aber nur, wenn wir die älteren Menschen von der Notwendigkeit auch überzeugen können.
Und zweitens?
Brandt: Wir müssen deutlich stärker in die Stadtteile gehen und die Bezirksvertretungen, was Inhalte und Finanzen angeht, stärker einsetzen. Der Rat könnte den Bezirksvertretungen für jedes Geschäftsfeld einen festen Betrag geben, für Schule, Kultur, Grünflächen etwa. Und es kann nicht sein, dass Menschen, die diese Stadt aufgebaut haben, ins Heim müssen, weil sich zu Hause keiner um sie kümmert. Um das zu verhindern, müssen wir Netzwerke aufbauen.
Droht wegen der Kosten nicht ein Konflikt mit dem Regierungspräsidenten?
Brandt: Doch. Aber man kann nach meiner Erfahrung mit der Aufsichtsbehörde reden und klären, was man an anderer Stelle zu opfern bereit ist. Der Regierungspräsident ist nicht uneinsichtig.
Welchen Wert hat die Umsetzung des City-Masterplans für Sie?
Brandt: Einen sehr hohen. Ich habe ja den Masterplan für den Innenhafen in erster Front mitentscheiden dürfen. Es ist richtig, die Innenstadt aufzuwerten. Aber für mich ist es auch wichtig, die Stadtteile mit der gleichen Ernsthaftigkeit zu entwickeln.
Und Ihre Perspektive für den Zechenstandort in Walsum?
Brandt: Ich sehe eher auf die Entwicklungschancen für die Menschen, auf die Zulieferer, auf die, die von den Menschen im Bergbau leben. Die Stunde der Schließung einer Zeche ist die Stunde, wo ein Oberbürgermeister auf die Pauke hauen muss, wo er etwas Arbeitsplatzintensives einfordern muss für die Stadt. Aber er ist als Leisetreter aufgetreten.
Kommen wir einmal auf das Thema Integration zu sprechen...
Brandt: Jeder Dritte in Duisburg ist nicht von hier. Es gibt in der Mehrheitsgesellschaft das Gefühl, dass die Integration nicht optimal läuft. Migranten müssen zeigen, dass sie hier ihre Heimat haben, die Sprache lernen und die Regeln befolgen. Und wir müssen die Wünsche der Zugewanderten ernst nehmen, sie aber gleichzeitig so umsetzen, dass sie hier akzeptiert werden.
Wenn Sie nicht OB werden, kehren Sie dann der Politik den Rücken?
Brandt: Ich würde nach 14 Monaten Wahlkampf wohl einen extrem langen Urlaub machen, aber ich bewerbe mich auch um ein Ratsmandat für Homberg/ Baerl.
Wie wollen Sie die Wähler überzeugen?
Brandt: Wir haben viel geändert, ein politisches Handlungsprogramm von 2007 - 2009 aufgestellt. Mit der Aktion Roter Schuh haben wir uns die Sorgen der Bürger angehört und als Kümmererpartei dargestellt. Wir wollen auf Schützenfesten, in Bezirken, bei Vereinsversammlungen und Seniorentreffs und schließlich durch Hausbesuche Präsenz zeigen.
Was besitzt Adolf Sauerland, was sie nicht haben und was zeichnet Sie aus, was er nicht hat?
Brandt: Herr Sauerland ist eher Politiker als Stadtmanager. Er vermittelt das Bild eines Jongleurs, der Bälle jongliert, aber die Farben nicht unter Kontrolle hat. Ich glaube, dass ich eine solide Verwaltungskompetenz und strikte Durchsetzungsfähigkeit besitze.
Was wünschen sich Bürger, um sich in der Stadt wohl zu fühlen?
Brandt: Da reichen Masterpläne allein nicht. Die Menschen wollen wissen, was mit ihren Kindern nach dem Schulbesuch wird, ob sie einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz bekommen. Viele Kinder sind so arm, dass sie kein regelmäßiges Mittagessen bekommen. Wir müssen Geld in Projekte stecken, die die Stadt liebens- und lebenswerter machen.
Wie werden Sie es mit den Linken halten?
Brandt: Ich habe sie zu schätzen gelernt. Sie sind zwar knallhart in der Auseinandersetzung, aber nicht verbohrt. Bei der letzten Wahl gab es neun Gruppen. Es darf keine Denk- und Gesprächsverbote geben für Parteien, die sich zur Verfassung bekennen. Ich bin sicher nicht weit weg von der CDU. Das gilt auch für die Grünen.
Und was halten Sie von einer großen Koalition?
Brandt: Der Parteichef würde mich zur Tür hinaus prügeln, wenn ich Sympathie dafür erkennen ließe. Wir brauchen einen Rat mit klaren Mehrheiten. Entweder entscheidet das der Wähler oder er überlässt es den Parteien. Eine Stadt, wo eine viertel Stunde vor der Sitzung nicht feststeht, wie der Rat entscheidet, ist nicht sexy für Investoren.
Also doch eine große Koalition?
Brandt: Wenn man größtmögliche Sicherheit nur durch größtmögliche Aufgabe eigener Positionen schafft, dann ist man doof.
Wie sieht's mit den Grünen aus? Ihr persönliches Verhältnis dürfte ja nicht das beste sein?
Brandt: Für eine verantwortliche Leitung einer Stadt kommt es darauf nicht an. Die Grünen sind eine etablierte Kraft in Duisburg, wobei die Basis viel lebendiger ist als die machtversessene Spitze. Man muss gegebenenfalls mit allen reden. Außer mit den Rechten.
Also doch nach allen Seiten offen?
Brandt: Es muss etwas für Duisburg dabei herauskommen und die eigene Sicht muss noch sinnvoll umgesetzt sein.

12:23
Ich würde mir wünschen, dass solche Diskussionen mal halbwegs objektiv und sachlich geführt würden. Es ist kaum zu ertragen mit welcher Polemik hier zwei politische Lager aufeinander einprügeln ...
15:42
Na super, also jedes Mal, wenn man jetzt irgendwas Positives über die SPD und ihren Kandidaten schreibt, wird direkt unterstellt man sei ein bestellter Genosse?!?! Ich darf meine Meinung als freier Bürger ja wohl äußern, wann, wo und in welcher Form ich das für richtig halte. Bitte unterlassen Sie diese albernen Zwischenkommentare und respektieren Sie meine Meinung!
14:38
Ui ui ui.....Nachdem ich dieses Interview - auch zwischen den Zeilen - gelesen habe, weiß ich umso mehr, dass ich meine Stimme auch DIESMAL nicht der SPD geben werde!
10:49
Was Duisburg braucht ist nicht ein Oberbürgermeister mit Verwaltungskompetenz, sondern die Bekanntheit und Ausstrahlung nach außen.Die Zukunft Duisburgs läßt sich nicht an der besseren Versorgung von Schulkindern und einem besseren Leben der Alten festmachen.Um das zu sichern, werden einkommensstarke Menschen von außerhalb mir ihrer Steuerkraft notwendig.Eine derzeit hervorragend arbeitende Mitarbeiterschaft der Stadt Duisburg braucht keinen Brandt sondern einen politisch denkenden und handelnden Oberbürgermeister.Davon hat die SPD keinen.
05:53
Im Wahlkampf verlieren offenbar ein paar Überzeugungstäter den Anstand
mich ekelt es nur vor so viel Diffamierung, Dummheit und Hass
00:32
@ Nordmann
...ein besserer Verwaltungschef als Sauerland wäre er allemal....
Weil Brandt also ein so guter Verwaltungsfachmann war hat Duisburg riesige Schuldenberge aus der Zieling-Ära übernehmen dürfen! Und deswegen haben sich früher die Bürger wie auch Kommunalpolitiker so über die arrogante Verwaltung aufgeregt!
Man merkt schon wie die SPD-Funktionäre hier wieder versuchen Propaganda zu betreiben!
22:52
Vorab - ich gehöre keiner Partei an.
Von daher kann ich von mir behaupten, dass es mir um meine Heimatstadt Duisburg geht - nicht um die Dogmen, die die Grosskopferten der Parteien in Ddorf oder Berlin vorbeten.
Ich wünsche mir einen echten Fachmann an der Spitze des Rates meiner Stadt.
Eher KEINEN reinen Politiker. Niemanden, dem es eher ausschliesslich um Macht, Machterhalt und Machtausbau (und den daraus resultierenden geldwerten Vorteilen) geht.
Und, nach dem ich A.Sauerland recht hautnah seit 2004 erlebt habe, seine Mehrheiten, die er sich ... mache, wie ich sie brauche ... , käme mir ein echter Fachmann, ein Mann mit Verwaltungs(hintergrund)wissen genau recht.
Der jetzige OB schmückt sich mit grossen Denkmäler (aus Urbanum wurde CityPalais ... der Bau ist der Selbe), in den Bezirken braucht man bald echte Geländewagen (so gross und tief sind die Löcher in den Strassen).
Mich würde schon interessieren, ob auch ein Jürgen C. andere Vorschläge/Anträge/Ausschussbeschlüsse rigoros im Rat wieder einkassiert, wie es A.Sauerland seit 2004 mit seiner schwarz-grünen-braunen Mehrheit macht.
Von daher werde ich Jürgen C. gerne eine Chance geben!
21:54
Hier posten ja eifrig die Parteimitglieder.
Als Duisburger Bürger, dem Parteipolitik eher gleichgültig ist, sehe ich, dass sich seit der Abwahl von Frau Zieling endlich etwas mehr bewegt. Normalerweise würde in Duisburg jeder Besenstiel für die SPD gewinnen, im Prinzip ist Duisburg sozialdemokratisch, aber bei den sichtbaren Veränderungen und der Dynamik, die endlich eingesetzt hat, wird es Brandt wohl sehr schwer haben. Ich sehe eigentlich kein echtes Wahlkampfthema für die SPD .
Und wenn Brandt jetzt den Linksradikalen hinterher läuft, ist das auch kein Zeichen von Selbstbewußtsein. Ein größerer Einfluss der Linksradikalen ist das Letzte, was Duisburg braucht.
Die SPD wird ihre Position im Stadtrat sicherlich stärken, zusammen mit dem alten OB sollte eine gute Zusammenarbeit für Duisburg möglich sein.
21:36
Es ist schon erstaunlich wieviele Schreiberlinge sich hier in Legendenbildung versuchen. Brandt hat nie das Kirchenasyl, dass es übrigens in der deutschen Rechtsprechung nicht gibt, gebrochen. Nein, die Familie Z. um die es in diesen Behauptungen geht, hat entgegen allen vorherigen Absprachen versucht unterzutauchen. Ich kenne den gesamten Vorgang und der ist wirklich unappetitlich, vor allem was das Mitnahmeverhalten von Menschen in dieser Zeit anbetrifft. Wer in Not ist, reist nicht freiwillig aus, um dann wieder einzureisen, wenn die Futtertöpfe offen sind. Man kann zu J.C. Brandt stehen wie man will, ein besserer Verwaltungschef als Sauerland wäre er allemal. Ob er die Herzen der Duisburger/innen erobern kann und damit ihre Stimmen, steht dahin. Wer mit ihm Konflikte hatte, weiß, dass er in der Sache hart ist, aber trotzdem in der Lage ist seinen Standpunkt zu revidieren, wenn sich andere Gesichtspunkte ergeben. Der OB Sauerland genießt doch jetzt, ehrlich gesagt, die Erfolge des Masterplans für den Innenhafen. Der entsprang aber nicht seinem Wirken, also Etikettenschwindel. Was der Masterplan für die Innenstadt am Ende bringt, weiß zur Zeit niemand.
Wir haben zwei ernstzunehmende Bewerber um das Amt des OB und wer über Hintergründe, sei es aus der Vergangenheit oder Gegenwart, nicht Bescheid weiß, sollte sich bei diesen Kommentaren zurückhalten, oder besser gleich mitteilen welches Parteibuch er hat, damit wir seinen Beitrag werten können.
19:43
Kläglich daher kommende Redundanzen aus der Kategorie Brandt ist wie Zieling und Brandt und die SPD sind Schuld an allem lassen das Niveau nicht gerade in höchste Höhe vordringen. Frustrierte Ex-Sozis, konservative Grüne sowie grüne Konservative (da sind die Grenzen seit Neuestem ja fließend) bedienen sich in der argumentativen Mottenkiste und gehen den umgarnten WählerInnen schon Monate vor der Wahl so richtig auf den Keks!
Hier kann man sich schön unter der Gürtellinie verbal austoben und den Roten mal so richtig einen auswischen!
Lasst Euch bitte bis Juni 09 noch ein paar Argumente einfallen, sonst hat es Brandt leichter als bis jetzt angenommen. Auf nichts kann sich der Mensch besser einstellen als auf Wiederholungen...