Der gelbe Ritterschlag
07.04.2009 | 14:12 Uhr 2009-04-07T14:12:00+0200
Thomas Baumgärtel, der „Bananensprayer”, näherte sich gestern erneut der Küppersmühle.
Auf Nacht und Nebel folgt Tag und Sonne. Das kann man meteorologisch sehen, aber auch künstlerisch. 1992 schlich sich Thomas Baumgärtel an das Museum Küppersmühle heran, griff zur Spraydose und hinterließ auf der Außenmauer eine goldgelbe Banane. „Näher habe ich mich damals nicht rangetraut” an dieses Museum, das er für eines der schönsten hält. Am Dienstag durfte Baumgärtel, der seit 1986 ordnerweise Anzeigen „wegen Sachbeschädigung durch die Anbringung illegaler Graffiti” gesammelt hat, offiziell ran an seinen „Wunschpunkt” direkt neben dem Haupteingang.
Eben das hat sich geändert. Der gebürtige Rheinberger hat die künstlerische Illegalität verlassen. Wenn auch nicht komplett. Rund 4000 Kunstorten hat er, von seinem Wohnort Köln ausgehen, die Banane verpasst. Sie ist am Guggenheim Museum (New York) ebenso zu finden wie an der Tate Gallery (London), der Kunsthalle Basel oder in Moskau. Dort war die Banane freilich schon vor ihm da. Gefälscht.
Qualitätssiegel und Logo der Kunstszene
Seine Spray-Banane ist mittlerweile weltweit zum Qualitätssiegel und inoffiziellen Logo der Kunstszene geworden. Nicht jeder will sie haben, aber wer sie hat, ist in der Regel stolz auf diesen gelben Ritterschlag. Baumgärtel zeichnet damit Qualität und Dokumentation, Präsentation, internationale Messebeteiligungen und seinen subjektiven Eindruck aus. Denn subjektiv ist das Ganze, natürlich.
Wie die Auserwählten mit der Banane umgehen, so gehen sie auch mit der Kunst um, lautet das auf mannigfaltige Erfahrungen gründende Fazit des Künstlers. Das sagt der studierte Psychologe in ihm.
Er jedenfalls nehme sich die Freiheit, indem er den Spiel umdreht und schaut, was sich entwickelt: „Sonst werden Künstler bewertet. Ich bewerte jetzt mal die Orte.”
Und eben deshalb tut er sich schwer damit, dass er im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 trotz Anfragen Absagen hinnehmen musste. Abschrecken lässt sich einer wie er, der sich einst, als Zivi in einem katholischen Krankenhaus, mit einer Banane am Kreuz viel Ärger einhandelte, sicher nicht. „Ich mach' mein Ding sowieso.” Ob nun Fritz Pleitgen oder wer auch immer ablehnt, ob er auf dem Dortmunder „U” oder am Zollverein-Förderturm eine Riesen-Banane anbringen darf. Oder eben nicht. „Das regt mich an.”
Derzeit ist Thomas Baumgärtel auf Ruhr-Tour, um nach qualitativ hochwertigen Objekten Ausschau zu halten. Die Recherche ist für Baumgärtel ein wichtiger, wenn auch zeitraubender Teil seiner Arbeit. Erst sammeln, dann sprayen.

15:12
ich denke er sollte nicht so abgefeiert werden und mal an die aso-kinder denken die unsere/ alle Städte zu malen. Er ist das Vorbild........Ich hoffe er zahlt auch mal was für ungewünschte bananen.....
11:45
Für die nicht ganz Ortskundigen: In Ruhrort auf der Karlstrasse hat Herr Baumgärtel ein ganzes Bananenhaus gestaltet. Es lohnt sich, da mal vorbeizuschauen.
10:22
...manchmal fühlt man sich eben total banane....
08:03
Mein Hund macht auch Kunst: Der pinkelt an eine Galerie!
14:38
Alles Banana oder was ..... !?