Der erste Gänsehaut-Moment ist unvergessen

Dass es eine sehr unterhaltsame Führung war, ist das Verdienst von Wilhelm Schlingermann. Der 75-Jährige ist seit sechs Jahren ehrenamtlicher Führer des Stadttheaters. Sein Herz fürs Duisburger Theater schlägt aber schon seit 61 Jahren. Er erinnert sich noch genau an den Moment, als er als Berglehrling in geliehener Hose auf dem „Rasiersitz“ (preiswertester Platz oben im 3. Rang) saß, sich der Vorhang öffnete und ein Sänger auf der dunklen Bühne anstimmte „Hört Ihr Leute, lasst Euch sagen...“ Die Gänsehaut bekommt er heute noch.

Das Interesse am Theater hatte seine Mutter geweckt, die als Haustochter beim Intendanten angestellt war. „Wir waren drei Brüder“, schildert Wilhelm Schlingermann, der in einem Dorf aufgewachsen ist, das im Biggesee untergegangen ist. Mit seinen Brüdern habe er schon früh Laientheater gespielt – und für eine Rolle als Bäuerin sogar Stricken gelernt.

Eine seiner lustigsten Anekdoten aus vielen Jahren als Theaterzuschauer stammt aus einer Aufführung der Operette „Gasparone“. Nachdem einer der Darsteller in den „Himmel“ geschossen hatte, dauerte es zwei Minuten bis der „tote“ Fasan auf der Bühne landete. Publikum und Darsteller mussten so lachen, dass die Vorstellung unterbrochen wurde.