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Der Erlass gehört in die Tonne

15.02.2012 | 18:01 Uhr
Der Erlass gehört in die Tonne
Freisteller SW für Kommentar 1sp/28mm Annette Kalscheur WAZ Duisburg

Allenthalben wird der Fachkräftemangel beklagt, soll Frauen deshalb eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht werden, die Notwendigkeit von Flexibilität wird von der Politik ständig beschworen. Und dann agiert sie selbst betonhart. Der Offene Ganztag mit Zeiten bis 16, manchmal 17 Uhr, deckt nur wenige Berufsgruppen mit ihren Arbeitszeiten ab. Ob es der Einzelhandel mit Öffnungszeiten bis 20 Uhr ist, der Pflegebereich mit Schichtdiensten oder der Friseur, der Samstags immer im Dienst ist, dafür aber montags frei hat: Sie alle jonglieren zwischen Beruf und Familie, vor allem aber kämpfen sie auch um heilige gemeinsame Freizeit. Die ist mitunter eben an einem Donnerstag. Das kommt in der Behörden-Realität aber offenbar nicht vor. Verlässlichkeit muss sichergestellt sein. Die kann aber auch für konkrete Wochentage gelten, die sich zum Schuljahrsstart abfragen ließen. Es ist ein Betreuungsangebot, in dem meist engagierte Mütter auf 400-Euro-Basis Hausaufgaben begleiten und dann Bügelperlen-Bilder machen, versierte Väter Lauftraining anbieten. Das ist auch super, die Kinder haben Spaß. Aber es ist keine Ganztagsschule. Und der Erlass gehört in die Tonne.

Annette Kalscheur

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Kommentare
22.02.2012
08:44
Der Erlass gehört in die Tonne
von sirajolu | #1

Herrn Dr. Reichel und dem Ministerium in Ddorf muss mal langsam einiges klar werden.
Was hier gerade passiert läuft dem Ziel des offenen Ganztages zuwider.
Der Erlass als solcher brauch gar nicht groß geändert werden. Es fehlen Ausführungsbestimmungen hierzu. Diese müssen eine Mindestanwesenheit und Regeln für Abholzeiten definieren.
3 höchstens 4 Tage bis 15:00 sind genug. Die Finanzmittel der Schule reichen ohnehin meist nur für 2 bis 3 Tage Betreuung. Zitat: "Wir bemühen uns jedem Kind die Teilnahme an 1 (ja tatsächlich einer einzigen AG) pro Woche zu ermöglichen.
Bildung findet kaum statt! Das können wir Eltern an den "freien" Tagen besser. Eine Ausweitung der Anwesenheitszeiten führt nicht zu einer Steigerung der Qualität und 45 Kinder in einem Raum ist nicht Bildung, nicht einmal Betreuung, das ist Kinderverwahrung!!!
Es wird eine große Welle von Abmeldungen kommen. Viele Eltern die nicht unbedingt den offenen Ganztag nutzen müssen werden diesen nicht mehr nutzen.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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