Party
Der Duisburger Loveparade-Zoff im Überblick
08.02.2010 | 07:32 Uhr 2010-02-08T07:32:00+0100
Duisburg. Während der Termin unaufhaltsam näher rückt, nimmt die Diskussion um die für Juli in Duisburg geplante Loveparade an Heftigkeit zu. Der Zoff um den Zug und weitere Details präsentieren wir hier in der Übersicht.
Die Duisburg Marketing (DMG) hat ein Unterstützerkonto eingerichtet, um so die Finanzierung der Liebesparade auf die Beine zu stellen. DMG-Chef Uwe Gerste: „Duisburg will die Loveparade in Duisburg!” Unter dem Empfängernamen Duisburg Marketing GmbH, Verwendungszweck „Stichwort Partylifter”, wurde bei der Sparkasse Duisburg ein Sonderkonto eingerichtet: die Kontonummer lautet 212 999 999, BLZ 350 500 00.
Apropos Kosten: über die Höhe des städtischen Eigenanteils scheiden sich die Geister: Mit 840 000 Euro kalkuliert die Stadt offiziell. SPD-Spitzenpolitiker Jürgen C. Brandt beziffert den Stadtanteil mit mindestens 1,2 Mio; zuletzt wurde ein Zahl von 1,6 Mio in die Öffentlichkeit getragen.
Zu stark auf Kosten fokussiert
Uwe Gerste hält die lokale Diskussion viel zu stark auf den Bereich kommunal entstehender Kosten fokussiert, ließ er in einer Pressemitteilung streuen. Mindestens 500 000 Euro finanzielle Rückflüsse würden nach seiner Schätzung in der Stadt verbleiben.
OB Adolf Sauerland meldete sich ebenfalls zu Wort. Er hielt die widersprüchlichen Aüßerungen „von führenden Köpfen der SPD auf kommunaler wie Landesebene zur Loveparade” für unverantwortlich. Er erinnert daran, dass ein Ratbeschluss aus dem Jahr 2007 zur Durchführung der Techno-Party nach wie vor Gültigkeit habe. Ein politischer Antrag zur Absage der Loveparade sei bisher von keiner Fraktion gestellt worden. Auch nicht von der SPD.
Keine städtischen Kosten für Geländeaufbereitung
Bei der Gelegenheit wies Adolf Sauerland Spekulationen über Mehrkosten für die Stadt durch die Bereitstellung des früheren Güterbahnhof-Geländes zurück. „Mit den bei der Geländeaufbereitung möglicherweise entstehenden Kosten hat die Stadt Duisburg nichts zu tun”, erklärte der Verwaltungschef.
CDU-Kreisvorsitzender Thomas Mahlberg greift insbesondere die SPD an und kritisert ihre „unklare Haltung” zur Austragung des Techno-Spektakels. Einerseits sage die lokale SPD in Duisburg, die Loveparade dürfe nichts kosten, andererseits verlange SPD-Landesvorsitznde Hannelore Kraft, die Loveparade dürfe nicht ausfallen.
"Ein taktisches Spiel sondergleichen"
„Die SPD-Ratsfraktion hätte in der Sitzung des Stadtrates die Chance gehabt, ihre Forderung nach Kostenfreiheit für die Stadt durch einen entsprechenden Ratsantrag belastbar zu dokumentieren. Die Sozialdemokraten ließen diese Möglichkeit jedoch anscheinend bewusst ungenutzt verstreichen”, erklärte Mahlberg. Er warf der SPD vor, „ein taktisches Spiel sondergleichen” zu betreiben.
Kopfschütteln löst die Haltung des Oberbürgermeisters beim Duisburger SPD-Parteivorsitzenden und Landtagsabgeordneten Ralf Jäger aus: „Es ist ein Witz, dass Herr Sauerland fünf Monate vor dem Termin weder ein Finanzierungskonzept noch ein Organisationskonzept und offensichtlich auch keine belastbare Absprache mit dem Grundstückseigentümer über die Kosten der Herrichtung der Fläche vorlegen kann.”

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