Der Bürgerstiftung Duisburg gehen die Spenden aus

Ob sich die Bürgerstiftung Erfolgsprojekte wie die öffentlichen Bücherschränke auch in Zukunft noch leisten kann, ist laut Geschäftsführer Manfred Berns ungewiss.
Ob sich die Bürgerstiftung Erfolgsprojekte wie die öffentlichen Bücherschränke auch in Zukunft noch leisten kann, ist laut Geschäftsführer Manfred Berns ungewiss.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Projekte, Personal und Geschäftsstelle kommen auf den Prüfstand, alles wird in Frage gestellt: Die Bürgerstiftung Duisburg braucht dringend Spenden. Die Existenz sei zwar nicht gefährdet, aber die Qualität der bisher so erfolgreichen Arbeit, sagt Geschäftsführer Manfred Berns.

Duisburg.. Projekte, Personal, Geschäftsstelle – alles kommt bei der Bürgerstiftung Duisburg auf den Prüfstand, alles wird in Frage gestellt. Der Grund: In den vergangenen drei Jahren seien Spendengelder in Höhe von insgesamt 250.000 Euro nicht geflossen, obwohl diese per Handschlag fest zugesagt worden waren, so der Geschäftsführer Manfred Berns. „Diese Lücke konnten wir zuletzt kompensieren, aber jetzt nicht mehr.“ Er sagt: „Die Bürgerstiftung ist in ihrer Existenz nicht bedroht, aber die Qualität unserer Arbeit.“

Verantwortung zeigen, Bildung ermöglichen und gemeinsam handeln – das sind die Leitmotive der Stiftung, die sich als Kompetenzforum für nachhaltiges bürgerschaftliches Engagement versteht – mit 20 Projekten, 70 Mitarbeitern, die pro Monat auf 650 ehrenamtliche Stunden kommen, und weit über 50 Kooperationspartnern. Die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre habe, so Berns, aber offenbar in der öffentlichen Wahrnehmung zum Trugschluss geführt, das schon immer genügend Geld da sei, dass schon alles laufe.

Sponsorensuche intensiviert

Noch stehe nicht fest, welche Projekte auch zukünftig noch zu stemmen sind und welche nicht. Tagesaktionen wie der Tag des Dialogs seien mit keinen großen Kosten verbunden, „aber wir stellen uns schon die Frage, ob wir uns beispielsweise die Partnerschaft zur Entwicklungsgesellschaft Duisburg, die öffentlichen Bücherschränke und eben auch Personal und Geschäftsstelle weiter leisten können“, so Berns. „Wir brauchen Spenden, denn angesichts der derzeit niedrigen Zinsen kommen bei einem Stiftungskapital von 250.000 Euro auch keine nennenswerten Zinserträge zustande.“

Die Bürgerstiftung habe die Sponsorensuche in den vergangenen Monaten intensiviert, bei mittelständischen und großen Unternehmen nachgefragt. Doch entscheidend weitergekommen – das gibt Berns unumwunden zu – sei man bisher noch nicht. Im August dieses Jahres werde Kassensturz gemacht. „Dann wissen wir, welche Zusagen, welche Spenden wir haben und was dann noch möglich ist.“

Bestehende Zusagen werden eingehalten

Trotz der schwierigen Situation werden bestehende Zusagen eingehalten, das ist Berns wichtig. „Wir werden jetzt nicht etwa die Rathausgespräche canceln.“ Allerdings solle sich jeder in Duisburg fragen, wie wichtig ihm das Engagement der Bürgerstiftung in Zukunft ist.

Ende des Jahres wird das 10-jährige Bestehen der Stiftung gefeiert – ob ausgelassen oder in getrübter Stimmung bleibt abzuwarten.