Der besondere Duft des Fiat-Oldies

Schicke Innenausstattung mit einem alten Holzlenkrad.
Schicke Innenausstattung mit einem alten Holzlenkrad.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Zur Serie „Alte Schätzchen unterwegs“ stellen wir Bettina Fiumes Fiat 500 Giardiniera vor, mit dem sie schönste Kindheitserinnerungen verbindet.

Duisburg.. Es ist dieser bestimmte Geruch. Eine Mischung aus Plastik und irgendwas. Für Bettina Fiume auf jeden Fall ein wunderschöner Duft voller Kindheitserinnerungen – und der Grund, warum sie im Januar 2014 während eines Italien-Trips mit ihrem Mann am Ende genau diesen und nur diesen Fiat 500 Giardiniera, Baujahr 1976, haben möchte. Den hat sie glücklicherweise irgendwo am Straßenrand in Florenz just in dem Moment erblickt, als der Besitzer gerade einsteigt. Man unterhält sich.

Und es stellt sich heraus, dass dieser nette, ältere Herr den kleinen gartengrünen Wagen nicht nur verkaufen will, sondern die Interessentin mit ihrem Mann auch spontan zu einer Probefahrt einlädt. Bettina Fiume ist anschließend doppelt froh. Erstens, weil sie die durchaus zügige Tour durch die Stadt heil übersteht. Und zweitens, weil sie sich mit dem Besitzer einigt – diesen speziellen Geruch noch in der Nase.

Gesang und gute Laune

„Er erinnert mich an die Zeit, als ich als Sechsjährige hinten mit meiner Schwester im Fiat 500 meiner Mutter saß“, erzählt die 53-Jährige, die in der Kfz-Werkstatt ihres Mannes in Kaßlerfeld arbeitet. „Dieses schnuckelige Auto hat mir schon damals einfach gut gefallen. Außerdem hatte meine Mutter am Steuer immer gute Laune und viel gesungen.“ Bettina Fiume ist allerdings froh, dass sie sich selbst für die Kombi-Variante entschieden hat. Aus Liebe zu ihrem Hund, der in dem Wagen sogar noch mehr Platz als üblich hat, weil sie auf die hintere Sitzbank verzichtet.

Ansonsten hat die 53-Jährige noch ein bisschen in ihren Fiat-Oldie investieren müssen. „Der Unterboden wurde komplett gemacht, auch die Innenausstattung.“ Seitdem strahlt das alte Schätzchen mit dem schicken Holzlenkrad, den schwarz-braunen Kunstledersitzen sowie dem Tank im vorderen Kofferraum und den nach hinten zu öffnenden Türen als Besonderheiten in noch schönerem Glanz.

„Ich muss zum Einkaufen immer zehn Minuten mehr einplanen, weil ich ständig angesprochen werde.“ Das Schöne: Sie schaue dabei immer nur in lachende Gesichter – ebenso auf der Autobahn, auf der der kleine Wagen alles gibt. „110 km/h in der Spitze“, sagt Bettina Fiume nicht ohne Stolz. „Und auch wenn ich bei Oldtimertreffen zwischen Ferraris stehe, schauen die meisten doch eher auf mein kleines Scheißerchen...“

Jetzt im Frühling genießt es die Italien-Liebhaberin, mit offenem Verdeck entspannt durch die Gegend zu rollen, öfter mit reichlich Blumen auf der großen Ladefläche ihres grünen „Gärtnerfahrzeugs“. Das soll Bettina Fiume möglichst bald in weiter entfernte Gefilde bringen – bis nach Sardinien. „Das ist mein Traum“, sagt die 53-Jährige. „Vielleicht erfüllt er sich ja in diesem Sommer...“