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Kunst

Der Bananensprayer

22.01.2010 | 06:00 Uhr

Die Cubus-Kunsthalle zeigt eine Ausstellung mit Arbeiten von Thomas Baumgärtel. Seit 25 Jahren markiert er weltweit Kunststandorte mit dem Bananenmotiv; 100 sollten es im Ruhrgebiet werden, 60 sind es bislang.

Als Bananensprayer ist er bekannter als unter seinem Namen Thomas Baumgärtel. Seit 25 Jahren markiert er weltweit Kunststandorte mit dem Bananenmotiv; 100 sollten es im Ruhrgebiet werden, 60 sind es bislang. Wie sehr sein künstlerisches Schaffen um die Banane kreist, zeigt die Ausstellung „Phoenix aus der Asche” mit 45 Arbeiten in der Cubus-Kunsthalle im Kantpark. In Fotografien dokumentiert wird auch ein besonderes Duisburger Projekt: Das Fassadenwandbild in Ruhrort, Karlstraße 28, das Baumgärtel 2001 für den Sammler Dieter Siegel realisierte.

Denn wenn der 1960 im niederrheinischen Rheinberg geborene Künstler nicht gerade mit Bananenschablone und Sprühdose unterwegs ist, sprüht er Bananen auf Aluminium-Platten oder andere Untergründe. Dabei zeigt er die Banane aber nicht solistisch, sondern „entdeckt” sie beispielsweise in den Flügeln einer Taube („Friedensbanane”), hält sie in einem lebensgroßen Selbstporträt in der Hand wie die Freiheitsstatue in New York ihre Fackel („Deutsche Freiheitsstatue”) oder legt die Banane auf die zum Himmel erhobenen Hände des Papstes.

Gänzlich bananenfrei ist das Porträt des Ex-NRW-Verkehrsministers Oliver Wittke, das Baumgärtel auf ein altes „Tempo 20”-Schild gebracht hat. Ohne Frucht und Farbe kommen auch die großformatigen Acrylbilder aus, in denen er Industrieanlagen wie die Zeche Consolidation in Gelsenkirchen oder das Phoenix-Gelände in Dortmund-Hörde in „nebligen” Weiß- und Grautönen malt.

Überhaupt hat es dem in Köln lebenden Künstler Dortmund angetan. Dem vom berühmten goldenen „U” gekrönte ehemalige Brauereihochhaus, das im Kulturhauptstadtjahr als Mehrzweckgebäude für Kunst und Kulturwirtschaft eröffnet werden soll, setzt Baumgärtel eine Banane auf – und stellt King Kong daneben.

Mit einer riesigen Stahlbanane möchte Baumgärtel einen Hochofen krönen. Nach dem Stahlstandort Phoenix in Dortmund-Hörde heißt sein Projekt „Phoenix aus der Asche”. Die Stadt Dortmund hat ihm angeboten, 2010 auf dem Gelände Phoenix-West eine Installation dieser Riesenbanane auf dem ehemaligen Hochofen in 65 Meter Höhe zu realisieren. Das Ruhrgebiet (Symbol Hochofen) und die Kunst (Symbol Banane) sollen eine fruchtbare Verbindung eingehen. Das Geld dafür kommt allerdings nicht aus der klammen Stadtkasse, sondern die geschätzten 250 000 Euro Kosten sollen Sponsoren und Privatpersonen aufbringen. Deswegen werden Paten gesucht: Für 1000 Euro bekommt man die Patenschaftsurkunde „Ruhrbanane”, ein vom Künstler gesprühtes Leinwandbild „Phoenix-Banane”, Einträge auf der Projekt-Homepage und im Ruhr-Kunstorte-Führer sowie Einladungen zu Projekt-Events.

„Mir gefällt der kommunikative Aspekt”, sagt Kulturdezernent Karl Janssen über Baumgärtels Bananen.

Anne Horstmeier

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