Demo-Teilnahme: Nachspiel für Kaplan Spätling

Die Teilnahme an der Pegida-Demo hat für den Kaplan Paul Spätling aus Emmerich ein Nachspiel. In seiner Heimat gehört Spätling zu einem Seelsorgerteam, ist in der Gemeinde aber wenig bekannt. „Mir ist wichtig zu zeigen, dass auch Katholiken auf eurer Seite stehen“, hatte er den Pegida-Anhängern zugerufen und ist als offizieller Redner aufgetreten.

Steht die Kirche hinter Pegida? Nein! Spätling weiß, dass er damit nicht auf der offiziellen Linie liegt. Das Bistum Münster reagierte gestern prompt und entschlossen. Bischof Dr. Felix Genn teilte Spätling mit, dass er solche Reden wie die am Montag nicht „dulden kann und will“. Mit Bezug auf Canon 764 des Kirchenrechtes hat Genn dem Pfarrer die Predigtbefugnis entzogen. Ihm ist verboten, innerhalb und außerhalb von Kirchen öffentlich im Namen der Kirche zu sprechen.

Darüber zeigt sich Daniel Wörmann, Vorsitzender des Duisburger Katholikenrates, erleichtert. „Es ist eine ganz schlimme Instrumentalisierung eines Kirchenamtes, dass sich Spätling im Ornat so äußert“, erklärt Wörmann. Die katholische Stadtgesellschaft unterstütze das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage und war mit verschiedenen Gruppen bei der Großveranstaltung am Theater vertreten. „Wir haben im Katholikenrat über die Lichtabschaltung am Kölner Dom diskutiert und lagen auf einer Linie“, betont Wörmann. Ob nun jede Woche so ein Protest von der Stadtgesellschaft organisiert werden könne, müsse sich zeigen. „Wichtig war, dass wir am Montag deutlich gemacht haben, wo Duisburg steht.“