Delfinarium-Geburtstag mit Unterwasser-Ständchen

Die Vorführungen war auch diesmal wieder der Höhepunkt. Selbst am Festtag versammelten sich allerdings vor dem Zoo die Gegner des Delfinariums.
Die Vorführungen war auch diesmal wieder der Höhepunkt. Selbst am Festtag versammelten sich allerdings vor dem Zoo die Gegner des Delfinariums.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Vor 50 Jahren zogen die ersten Tümmler im Zoo ein. Das wurde am Wochenende gefeiert. Es gab jede Menge Infos. Kinder konnten mit dem Ensemble „H2Eau“ unter Wasser musizieren.

Duisburg.. Das Spiel läuft immer gleich: Zu Beginn der Delfin-Vorführung bläst Tierpfleger Roland Edler in seine Pfeife. Daraufhin schnellen die Großen Tümmler Ivo, Pepina, Delphi und Daysi aus dem Wasser in die Höhe und tauchen elegant wieder ein. Begleitet wird die erste Aktion des Quartetts von lauten „Ohs“ und donnerndem Applaus aus dem Publikum. Im Zoo begeistern die Delfine schon seit einem halben Jahrhundert. Ein Grund zu feiern, aber auch ein guter Zeitpunkt, um auf das Leben der Artgenossen in freier Wildbahn hinzuweisen.

Tümmler mit exquisitem Geschmack

An einer Schnur ist jede Menge Plastikmüll vor dem Delfinarium befestigt. Tüten, Dosen und andere Verpackungen in allen Farben und Formen reihen sich aneinander. „Das alles landet irgendwann im Meer“, verdeutlicht der Biologe Dr. Lorenzo von Fersen, der Gründer und 1. Vorsitzender des Naturschutzvereins Yaqu Pacha. Allein 2013 wurden 160 Millionen Tonnen Abfall in die Weltmeere gespült. Dabei handelt es sich unter anderem um Mikroplastik, das in Peelings und Shampoos enthalten ist oder so genanntes Makroplastik wie Tüten und Verpackungen. „Für die Tiere ist das lebensbedrohlich“, alarmiert von Fersen.

Die Delfine und andere Meeresbewohner verwechseln ihre Beute mit dem Müll und der Abfall landet in ihrem Magen. „Das ist verheerend. Das Immunsystem der Tiere wird dadurch geschwächt. Sie reagieren häufig gestresst, und auch die Fortpflanzung kommt mitunter zum erliegen“, erklärt der gebürtige Argentinier, der die Probleme vor allem in Südamerika sieht. Aber auch in Deutschland ruft der Nürnberger zu einem bewussteren Umgang mit dem Plastikmüll auf. „Wenn jeder Einzelne im Discounter darauf verzichtet, die Produkte mit Plastikverpackung zu kaufen, haben wir schon etwas erreicht.“

Mit der Müllproblematik müssen sich die sieben Großen Tümmler im Zoo Duisburg nicht herumschlagen. „Sie waren den aufgehängten Tüten gegenüber eher skeptisch, weil sie so etwas gar nicht kennen“, sagt Roland Edler. Er arbeitet als Spezialist für Wale und Delfine im Tierpark. „Die Delfine faszinieren mich, da sie in den Ozeanen ein mysteriöses Leben führen. Noch längst ist nicht alles erforscht. Darüber hinaus sind sie natürlich auch äußerlich sehr attraktive Tiere“, erläutert Edler.

Unterwassermikro erzeugt mystische Klänge

Die ersten Delfine kamen 1965 aus den USA ins Ruhrgebiet. Seitdem haben sie die Entwicklung des Zoos mitgeprägt. Die Haltung der Tiere ist aufwendig. Das beweist schon der exquisite Geschmack der Großen Tümmler. Täglich bekommen sie frischen Fisch aus Grönland sowie Tintenfisch aus dem Pazifik aufgetischt. Im Durchschnitt essen die Delfine sechs bis acht Kilogramm Fisch pro Tag. „Ihnen geht es hier gut. Alles läuft nach wissenschaftlichem Standard ab“, entgegnet der erfahrene Tierpfleger den anhaltenden Bedenken von außen. Auch am Jubiläumswochenende hatte sich eine Gruppe von Kritikern in Sichtweite des Zoo-Eingangs positioniert.

Die kleinen und großen Zoobesucher ließen sich von ihnen den Spaß an den zahlreichen Aktionen rund ums Delfinarium nicht nehmen. Besonders spannend: Mit der Gruppe „H2eau“ konnten die Kinder Unterwassermusik produzieren. Mittels eines spezielles Unterwassermikrofons wurden mystische Klänge erzeugt, die dann mit dem Keyboard begleitet wurden.