Deckenplatten sind Handarbeit

Noch offen ist die Unterdecke der Glashalle, die Platten müssen eigens angefertigt werden.
Noch offen ist die Unterdecke der Glashalle, die Platten müssen eigens angefertigt werden.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Sanierung des Lehmbruck-Museums liegt im Zeitplan. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Maßnahme erneut mit 100.000 Euro.

Duisburg.. Die Sanierung des Lehmbruck-Museums soll 2016 abgeschlossen sein. Knapp vier Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Den Betrag muss die Stadt nicht allein aufbringen. Bereits zum zweiten Mal unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Sanierung mit 100.000 Euro. Damit unterstreiche sie „den besonderen Rang des Denkmals“, sagte gestern DSD-Ortskurator Dr. Dietmar Rudert.

Er nannte das Haus „ein bedeutendes Beispiel dafür, dass am Wiederaufbau bedeutende Architekten beteiligt waren“. Es sei ein „Glücksfall für Duisburg“, dass hier der Sohn Manfred Lehmbruck ein Museum für die Werke seines Vaters errichtet hat. Oberbürgermeister Sören Link dankte der Stiftung für die Zuwendung.

Sanierung zur Hälfte abgeschlossen

Die Sanierung liegt im Zeitplan, ist knapp zur Hälfte abgeschlossen. Der Lehmbruck-Flügel war bereits fertig gestellt, als das Museum im Juni 2014 sein 50-Jähriges Bestehen gefeiert hat; hier wurden 1,4 Millionen Euro verbaut. Seit Oktober läuft die Sanierung der Glashalle. Sie musste im März 2013 für mehrere Tage geschlossen bleiben, weil die maroden Deckenplatten herab zu stürzen drohten. An der 935 Quadratmeter großen Decke wird seit Januar gearbeitet. Zunächst wurde die liegende Stahlkonstruktion vom Rost befreit, an der das Dach hängt. Parallel dazu wurde unter anderem die Regeltechnik der Heizungs- und Klimaanlage erneuert, Lüftungskanäle gereinigt und Brandschutzklappen eingebaut. Einer der nächsten Schritte ist der Einbau der Unterdecke: 450 Kunststoffplatten müssen dafür eigens angefertigt werden – sie sind leichter, nicht brennbar und sehr lichtdurchlässig, wie IMD-Baulerieter Lothar Happel erläutert. Insgesamt kostet allein das 230.000 Euro.

Schließlich stehe das Museum unter Denkmalschutz, da müsse jede Maßnahme mit den Fachleuten abgestimmt werden, weist IMD-Geschäftsführer Uwe Rohde auf die Besonderheiten der Baumaßnahme hin.

Dach muss repariert werden

Weiter geht es mit der Sanierung des „Neubaus“, inzwischen auch schon 25 Jahre alt und nicht mehr in bester Verfassung. Auch hier muss das Dach repariert und die Unterdecke erneuert, müssen neue Brandschutztüren eingebaut und die Einbruchmeldeanlage modernisiert werden. Veranschlagtes Budget: 1,6 Millionen Euro. Letzter Sanierungsabschnitt ist die Reinigung und Instandsetzung aller Betonflächen am Lehmbruck-Flügel und der Ausstellungshalle.

Manche Maßnahmen wird der Besucher nicht erkennen – eine aber bestimmt: Zum Schluss wird der Teich im Skulpturenhof wieder hergerichtet, so Rohde. Das werde die Aufenthaltsqualität spürbar verbessern.