Daten zum Zustand der Gewässer

Die intensive Nutzung, Düngemittel und steigende Temperaturen machen den europäischen Süßwassersystemen zu schaffen. Länderübergreifend untersuchen viele Forschungsprojekte die Auswirkungen auf Flüsse, Seen und Feuchtgebiete, um Sanierungsstrategien zu finden. Damit Wasserwirtschaftler, Politiker, Wissenschaftler und interessierte Laien ihre Daten leichter nutzen können, haben vier europäische Einrichtungen eine Online-Plattform geschaffen, auf der zahlreiche Ergebnisse anschaulich dargestellt werden.

Sie enthält beispielsweise eine Datenbank zur Ökologie von 20 000 Süßwasserorganismen. Dafür ist die Aquatische Ökologie der Universität Duisburg-Essen (UDE) mitverantwortlich, ebenso wie für die Konzeption und technische Umsetzung des neuen Angebots.

Die Webseite ist verständlich gestaltet: Sie richtet sich auch an Bürger, die mehr über Wasserwirtschaft, Gewässerschutz und Naturschutz erfahren wollen. So gibt es Karten zur weltweiten Biodiversität der Fische, Insekten und Algen, zu ihrer Verbreitung, aber auch zu Belastungsfaktoren.

Faszinierende Arten werden in Bild, Text und Video vorgestellt; ein lesenswertes Blog informiert über Themen wie Antibiotika in Gewässern oder Nährstoffbelastungen.

Der Mensch ist von diesen Ökosystemen abhängig, und Umweltveränderungen haben weitreichende Konsequenzen. Prof. Dr. Daniel Hering betont, wie wichtig die globale Veröffentlichung der bisherigen Schritte und Ergebnisse ist: „Nur mit hochwertigen Daten wird es uns gelingen, die komplexen wissenschaftlichen und praktischen Fragen zu lösen. Unsere Plattform hilft dabei, ein erfolgreiches und nachhaltiges Management von Süßwasserökosystemen besser zu planen und umzusetzen.“ Außerdem wollen die vier Einrichtungen aus Deutschland, Österreich und Belgien die Vielzahl an Forschungsprojekten stärker vernetzen.