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Das Weihnachtsrätsel spät gelöst

14.11.2011 | 12:00 Uhr
Am Samstag, 12.11.2011 fand in den Räumen der Bürgerstiftung der 6. Tag des Dialoges statt. Unter dem Motto - Wir sind DU , Migrationsgeschichte (n) in Duisburg - treffen sich Bürger verschiedener Kulturen zum Gespräch. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Beim Tag des Dialogs tauschten sich Deutsche und Türken über ihre kulturellen Besonderheiten aus. Wie feiert man zum Beispiel Weihnachten?

Wie feiern die Deutschen Weihnachten? Es war eines der größten Rätsel für Elif Saat, bis sie vor zwei Jahren den heiligen Abend bei einer christlichen Familie miterlebte. „Vorher lief das für mich alles immer hinter verschlossenen Türen ab. Ich konnte mir nichts darunter vorstellen“, erzählte die Tochter türkischer Einwanderer, die vor 40 Jahren nach Duisburg kamen. Umso wichtiger sei es, dass sich Deutsche und Türken offen austauschen. Elif Saat, ihre Eltern und andere Migranten nutzten die Gelegenheit dazu beim Tag des Dialogs in den Räumen der Bürgerstiftung.

Bereits zum sechsten Mal luden das Anti-Rassismus Informations-Centrum NRW (Aric) und das Referat für Integration der Stadt zu Gesprächen ein. Am Dialogtisch der Bürgerstiftung erzählte Referatsleiterin Leyla Özmal , wie sie Weihnachten kennenlernte: „An der Universität haben die Studentinnen eine Art alternatives Weihnachten gefeiert, das hatte nicht viel mit dem traditionellen Fest gemeinsam.“

Mehr als zwei Stunden lang unterhielt sich die Runde über lustige und überraschende Migrationsgeschichten , über Trauer und Enttäuschungen. Elif Saats Vater, Mehmet Sanli, erzählte von seiner Ankunft in Duisburg. „Wir dachten immer, Deutschland sei so groß, so modern, so neu“, erinnerte sich Sanli. Die Realität habe anders ausgesehen: Für 38 Mark Miete habe die Familie lange auf engstem Raum gewohnt, ohne Badezimmer. „Aber wenn wir zum Urlaub in der Türkei waren, haben wir immer nur geschwärmt, wie toll es uns geht“, ergänzte Sanlis Frau Behice.

Diskussion über Problemfelder

Video
Zülfiye Kaykin, Geschäftsführerin der angeschlossenen Begegnungsstätte, zur Frage: Welche Arbeit leistet die Begegnungsstätte? Video: Markus Peters

Die Diskussion galt auch Problemfeldern wie Verständnisschwierigkeiten und Bildungsmangel unter Migranten. Ihren eigenwilligen Lebensweg stellte Nigar Yardim vor: Mit 38 Jahren und Mutter von vier Kindern holte sie das Abitur nach, studierte Politik und Religion. „Das ging nur aufgrund des familiären Rückhalts und des deutschen Bildungssystems“, so Yardim. „Mein Weg ist vielleicht untypisch. Aber ich möchte vor allem jüngere Mädchen ermuntern, denn sie können noch viel mehr erreichen als ich.“

Henrik Veldhoen


Kommentare
14.11.2011
12:36
Bravo
von schneider67 | #2

Jetzt müssen wir nur noch die restlichen 99 Prozent außerhalb der akademischen Zirkel mit ins Boot holen. Dann haben wir es endlich geschafft und man braucht nach 50 Jahren nicht mehr über Intergration zu reden und zu schreiben.

14.11.2011
12:26
Lob
von Bernd1959 | #1

Ein dickes Lob für Elif Saat, so stell ich mir Immigration vor. Nicht nur das Deutsche sich um die Belange und die Kultur des anderen informieren sondern auch das Türken oder andere Nationen sich mal einen Einblick in die deutsche Kultur verschaffen. Leider sind solche Migranten in der Minderzahl.

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