„Das vergessene Quartier“

Altstadt..  Wie geht es weiter mit der Altstadt? Für die Brache, auf der das Marientor-Karree entstehen sollte, gibt es noch immer keinen Investor. Die Geschäftsleute, die sich im Bürgerverein Mitte engagieren, fühlen sich verschaukelt und haben ein Plakat an den Bauzaun gehängt: „Einen herzlichen Dank für die Perspektive. Das vergessene Quartier.“

Frank Oberpichler, Vorsitzender des Bürgervereins Mitte, ist enttäuscht. „Wir hatten ein Stillhalteabkommen mit der Stadt bis Ende des Jahres, weil sie im Gespräch mit Investoren war. Die Zeit ist abgelaufen und wenn wir uns nicht an die Stadt wenden, dann kommt vom Oberbürgermeister auch nichts.“ Gespräche würden immer nur einseitig geführt. Und ob der Quartiersmanager eine Bereicherung sei, werde sich noch zeigen. „Wenn es eine kreative Person ist, die was anpacken möchte, arbeiten wir gerne mit ihr zusammen. Aber wir brauchen keinen Versorgungsposten.“ Zudem sollte sich der künftige Manager, oder Managerin, nicht zwischen den Vorstellungen der Stadt und Verwaltung zerreiben lassen. „Dann kann man auch nichts bewegen.“

Immerhin soll bald die Stelle des Altstadt-Quartiersmanagers ausgeschrieben werden. Die Fördergelder wurden inzwischen bewilligt. Die Stelle ist auf vier Jahre befristet und wird bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) angesiedelt. Bewerber sollten ein abgeschlossenes Studium vorweisen können, gerne mit Fachgebiet Stadt- und Raumplanung, Geografie oder ähnliche Schwerpunkte„Die Ausschreibung wird breit gestreut. Sie ist offen, es können sich also auch Mitarbeiter bewerben, die noch nicht für die Stadt arbeiten“, erklärt Annegret Anger-hausen-Reuter, Sprecherin der GfW. Das Aufgabenprofil beschreibt sie so: „Die Person soll Kontakt halten zu den Akteuren in der Altstadt und gleichzeitig Leerstandsmanagement im Quartier betreiben.“ Wann die Person die Arbeit aufnimmt, ob es beispielsweise schon im März klappt, bleibt abzuwarten – vielleicht stehen die Bewerber noch in einem anderen Arbeitsverhältnis und müssten erst einmal kündigen. Am Ende wird ein Gremium entscheiden, welcher der geeignete Kandidat ist.

Akzente beleben die Altstadt

Hoffnungen setzen Frank Oberpichler und seine Mitstreiter indes auf ein anderes Projekt: Im Rahmen der Duisburger Akzente wird das ehemalige Unipolster-Kaufhaus als Veranstaltungsort und Ausstellungsfläche genutzt. So wird das Viertel zwischen Schwanentor und Steinscher Gasse bestimmt wieder belebt. „Das ist schön und eine gute Perspektive für dieses Jahr. Festivalleiter Frank Jebavy ist auf uns zugekommen, mit ihm stehen wir in engem Kontakt.“