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Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg

Zur Zoomansicht 19.10.2012 | 18:36 Uhr
Als Geschäftsführer des Immobilien-Managements ist Uwe Rohde der "Geringverdiener" unter den Chefs städtischer Gesellschaften.
Als Geschäftsführer des Immobilien-Managements ist Uwe Rohde der "Geringverdiener" unter den Chefs städtischer Gesellschaften.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Die Stadt Duisburg hat veröffentlicht, was die Geschäftsführer ihrer Beteiligungen 2011 verdient haben. Demnach sind Hafen-Chef Erich Staake und DVV-Boss Hermann Janning die beiden bestbezahlten Manager der kommunalen Unternehmen in Duisburg.

Hafen-Chef Erich Staake und DVV-Boss Hermann Janning sind die beiden bestbezahlten Manager der kommunalen Unternehmen in Duisburg. Janning, der nach dem Vertrauensverlust im Konzern zurücktrat und über dessen Aufhebungsvertrag der Aufsichtsrat Ende des Monats beraten wird, verfügt über das höchste Grundgehalt aller städtischen Führungskräfte: 338.627 Euro kassiert er als Fixum, hinzu kam im vergangenen Jahr eine Erfolgsprämie von 177.450 Euro — obwohl die DVV ihren Jahresverlust mit 9,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt hatte.

Hafen-Chef: 274.500 Euro Prämie

Bei Hafen-Chef Staake reicht die Erfolgsprämie sogar fast ans Fixgehalt von 301.644 Euro heran: 2011 vermeldete die Hafen AG einen Rekordgewinn von 7,7 Millionen Euro, Staake kassierte 274.500 Euro an Tantiemen. Damit verdiente er rund 45.000 Euro mehr als im Vorjahr. Zudem erhielt er 2011 noch eine „sonstige Vergütung“ von 58.400 Euro, macht unter dem Strich sogar 634.500 Euro.

Der OB ist weit abgeschlagen

Dass Spitzenkräfte entsprechend entlohnt werden, steht außer Frage. Dennoch zeigt die Gehaltsliste die ungleichen Dimensionen. Sören Link, der als Oberbürgermeister an der Spitze der Stadt und ihrer Tochter-Gesellschaften steht, kommt mit einem Monatsgehalt von 11.093 Euro auf rund 133.000 Euro im Jahr. Und selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt mit einer Vergütung von rund 220.000 Euro weit unter den üblichen Bezügen in den Chefetagen kommunaler Unternehmen.

Dass Städte überhaupt die Gehälter der Vorstände offenlegen müssen, geht auf das seit 2010 in Kraft getretene „Transparenzgesetz“ zurück. Die Landesregierung erkannte einen „besonderen Informationsanspruch bei öffentlichen Unternehmen“, weil letztlich der Steuerzahler das unternehmerische Risiko trägt. Allerdings fehlen in den Jahresabschlüssen vieler städtischer Gesellschaften in Duisburg weiterhin Angaben zu den Geschäftsführer-Gehältern.

Sparkasse verweigert Offenlage

Und immer noch gibt es Manager, die es ablehnen, freiwillig ihre Vergütungen preiszugeben. In Duisburg sind es die Sparkassen-Chefs: Das Handelsrecht als Bundesgesetz, das nicht zur Offenlage verpflichtet, sei dem NRW-Transparenzgesetz übergeordnet, lautet die Argumentation. Ohnehin sei nicht die Sparkasse, sondern die Stadt als Träger zur Offenlage verpflichtet. Die aber sieht die Rechtslage ähnlich: Nach aktueller Rechtsprechung soll für die Sparkasse keine Pflicht zur Veröffentlichung bestehen. Auch für die städtische Gebag gibt es keine Zahlen: Hier sei der Jahresabschluss noch nicht testiert, teilt die Stadt mit.

Auf Anfrage der NRZ hat die Stadt jetzt auch erstmals die Bezüge der Vorstände des DVV-Konzerns und der Stadtwerke offengelegt, die mit denen der Hafen AG zu den höchst dotierten Posten gehören.

350.000 Euro für die Altersvorsorge

Auch beim örtlichen Versorger wird nach Leistung abgerechnet. So ist mit den DVV-Vorständen David Karpathy, Marcus Wittig und dem in diesem Jahr pensionierten Stadtwerke-Technikvorstand Edmund Baer ein Fixgehalt von jeweils rund 275.000 Euro vereinbart, hinzu kamen 2011 Erfolgsprämien zwischen 70.000 und 106.000 Euro.

Johannes Gösling, der Anfang 2011 bei den Stadtwerken vom Bereichsleiter zum Vertriebsvorstand befördert wurde, erhielt mit knapp 253.000 Euro Grundgehalt und einer Tantieme von 85.300 Euro zwar etwas weniger als seine Vorstandskollegen. Dennoch hat das Unternehmen im Jahr 2011 für ihn am tiefsten in die Tasche gegriffen: Denn zu seinem Gehalt kommen 350.000 Euro, die die Stadtwerke für seine Altersvorsorge zurückgestellt haben.

Der doppelte Betrag für die Rente

Hintergrund: Die Geschäftsführer und Vorstände zahlen in der Regel nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Stattdessen bilden Unternehmen Rückstellungen, die im Rentenalter ausgezahlt werden. Die hohen Summen sind nicht unüblich und variieren je nach Pensionszusage, Alter und Dauer der Tätigkeit. So hat der umstrittene Geschäftsführer der Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft, Ralf Oehmke, im vergangenen Jahr ein Gehalt von 147.760 Euro sowie 5000 Euro Prämie erhalten, gleichzeitig ging nach Angaben der Stadt die doppelte Summe - knapp 310.000 Euro - auf sein Rentenkonto.

Die Liste wird bald länger

Ähnlich hoch sind die Beträge, die der DVV-Konzern für die Pensionsbezüge seiner Vorstände zurückstellt: Für Hermann Janning flossen 162.000 Euro in die Altersvorsorge, für David Karpathy 209.000 und für Marcus Wittig 297.000 Euro.

Im kommenden Jahr wird die Liste der Manager etwas länger: Thomas Patermann, Chef der Wirtschaftsbetriebe, bekommt mit Peter Greulich (derzeit Stadtdirektor) und Uwe Linsen (SPD-Fraktionsgeschäftsführer) zwei neue Vorstände an die Seite gestellt. Offen ist, ob der Posten von Spitzenverdiener und DVV-Boss Hermann Janning wiederbesetzt wird.

Marc Wolko, Ingo Blazejewski

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Kommentare
06.11.2012
09:50
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.11.2012
16:26
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von michalek | #22

Hierzu kann man Norbert Lammert nur beipflichten. Unsere Probleme zeigen auf, dass die Leistungen der meisten Manager nicht im Verhältnis zu ihren Einkommen stehen.
Wenn man dann auch noch die Bonuszahlungen und Altersversorgungen sieht kommt das schon einer Selbstbedienung gleich.
Außer Arbeitsplatzabbau fällt ihnen wohl nichts mehr ein.

24.10.2012
20:09
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von ulrics | #21

Ich frage mich war Sören Link hier zu suchen hat und warum falsche Zahlen angegeben werden. Schließlich bekommt er also OB noch einiges mehr, als nur das Geld, was er als OB bekommt.
Was ist mit den Tätigkeiten in Aufsichträten städtischer Tochterunternehmen?
Was ist mit Nebeneinkünften?

Wenn schon müssen alle Kosten angegeben werden.

1 Antwort
Weiter recherchieren...
von Melmoth | #21-1

Wenn schon, denn schon: Wie kommt ein ehem. Reisbürobesitzer, der heutige Marketing-Chef an einen Ausichtsratsvorsitz bei "NRW-Ticket"? Wegen Fachkompetenz? Oder für die Urlaubskasse?
www.duisburg-marketing.de/ _uploads/ news_media/ 391_Uwe%20Gerste%20Aufsichtsratsvorsitzender%20NRW%20Ticket.doc

23.10.2012
22:19
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von rickylee | #20

Vom Ministerium
http://www.mik.nrw.de/fileadmin/user_upload/Redakteure/Dokumente/Themen_und_Aufgaben/Kommunales/kommunale_finanzen/111115befnothaushaltskommunen.pdf

Unter dem Aspekt des Nothaushaltes kann man solche "Beförderungen " hier doch nicht mehr dulden, oder ?!

http://www.brd.nrw.de/kommunalaufsicht_finanzaufsicht/kommunale_finanzaufsicht_kommunalaufsicht/Eingaben_und_Beschwerden_im_kommunalen_2287.html

23.10.2012
06:35
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von Sentinel | #19

Wer oben sitzt hat Macht Dinge zu verändern. Man kann Macht positiv für Volk & Bürger nutzen oder man kann Macht für die persönlichen Belange & die ganz persönliche Bereicherung missbrauchen. Die Frage die sich stellt ist doch, warum werden Personalien verschoben, extra Stellen & Funktionen geschaffen die dazu überbezahlt sind wie bei Herrn Peter Greulich? Man weiß über den/die Anderen zuviel denn jeder hat irgendwo Müll im Keller über den er stolpern könnte. Nutzt man eine Dienstleistung privat & rechnet diese über die Stadt ab, so spart man einige 1000 - 10.000 von Euros & bis auf ein paar Mitwisser kann einem niemand gefährlich werden. Ein OB Jüngling wie Herr Link hatte bei Amtsantritt max eine Hand auf dem Ruder aber niemals einen festen Griff & diesen Griff wird der gute Sören auch niemals erhalten, dafür werden die alten Hasen schon sorgen. Wer so sein Umfeld aufräumt wie unser OB der endet schneller als Messi als er sich vorstellen kann.

22.10.2012
20:18
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von rickylee | #18

#17 taosnm
"Nachvollziehbar wäre die Regelung, dass bei tatsächlichem Erfolg ein Bonus gezahlt, bei Misserfolg jedoch ein Malus fällig wird. "

Der Gipfel ist doch, dass die DVV ihre Rekordverluste mit Zeitarbeit ausgleicht ! Ubd die zahlen sich DAFÜR Erfolgsprämien; dafür, dass sie es durchkriegen, unseren Arbeitsmarkt langfristig kaputtzumachen : Die Kleinen noch kleiner machen .
Deren Vokabular ist nicht das Vokubar des Volkes ! Mal drüber nachdenken !
Wie sentinel schon sagte, die lachen sich schlapp über "das Volk".
Die gesamte sogenannte Wirtschaftskrise, die uns täglich um die Ohren gehauen wird, ist das Ergebnis von der GIER derer, die sich anmaßen uns zu verwalten !

22.10.2012
19:34
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von taosnm | #17

Der Begriff "Erfolgsprämie" muss dringendst neu definiert werden, weil er nicht mehr das bedeutet, was wir seinerzeit dazu gelernt haben:

" 338.627 Euro kassiert er als Fixum, hinzu kam im vergangenen Jahr eine Erfolgsprämie von 177.450 Euro — obwohl die DVV ihren Jahresverlust mit 9,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt hatte."

Unabhängig davon, ob ein Manager für Verluste verantwortlich ist, die er selbst verursachte oder die Folge äusserer Umstände sind, hat er mit Sicherheit keinen Anspruch auf eine "Erfolgsprämie", es sei denn Erfolg steht für die Tatsache, dass er physisch anwesend ist. Nachvollziehbar wäre die Regelung, dass bei tatsächlichem Erfolg ein Bonus gezahlt, bei Misserfolg jedoch ein Malus fällig wird.

Aufschlussreicher wäre der Bericht, wenn man ergründet hätte, was "sonstige Vergütungen" sind. Tipp an die Redaktion: bitte mal nachforschen, lohnt sich, weil sie doch ansehnlich hoch sind.

22.10.2012
13:31
#15
von rickylee | #16

Die Crux ist, dass diese Zahlen jetzt zu einer - gewollten - Neiddebatte verkommen ! Gestern noch bei Jauch dieser ach so arme Abgeordnete aus Sachsen (?), der mit 5 Kindern doch ach so wenig hat. Polemik pur !
Der Hafenmanager z.Bsp, und all die anderen, die MÜSSTEN nach Leistung bezahlt werden. Grundgehalt plus angemessene Boni, wenn sie was Ordentliches eintüten -für den Bürger und das Wohl der Stadt wohlgemerkt, und viceversa MÜSSTEN diese Verwalter für ihre Schlappen auch gradestehen. DAS MUSS im Gesetz verankert werden.
Aber wer von den Etablierten bringt sowas schon ein oder durch? Die halten alle schön den Mund und hoffen auf ebensolche schönen Schlafstellen !
Dass der Sparhaushalt der Stadt von oben einfach so abgesegnet wurde angesichts dieser Hintergründe, das ist doch ein Hohn. Wo sind die Kontrollinstanzen, die auch inhaltlich prüfen ? Gibt es momentan noch nicht. Wenn wir nicht handeln, wird es die auch nie geben. Neue Bürgerbegehren sind als Minimum angesagt !

22.10.2012
07:41
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von Sentinel | #15

Ich hingegen würde gerne mal die teure Runde an Managern zusammen sehen wenn sie die Kommentare lesen die hier abgeliefert werden. Die Herrn lachen sich wahrscheinlich schlapp & schlagen sich die Schenkel rot. Was managet ein Hafenmanager? Das traurige Ergebnis von schleißenden Lokalitäten, fehlende Beleuchtung, schlechte Verkehrsanbindungen für Partywillige & Nachtschwärmer (ÖPNV), die vergammelnden Kutter in den Becken oder die fehlenden Attraktionen die im Wechsel auch Gäste aus dem Umland anziehen könnten? Der Schrott, der mal für das Dach der Küppersmühle vorgesehen war gammelt immer noch vor sich rum, nimmt Platz weg & sieht schei.. aus. Wahrscheinlich ist Staake für das Öffnen & Schließen der Schleusen verantwortlich. Lächerlich wenn solche Leute mehr verdienen als unsere Kanzlerin. Zu Herrn Peter Greulich verkneife ich mir jeglichen Kommentar, der ist einfach nur glitschig & ein absoltu skrupelloser Egomane. 21 tote junge Menschen 2010 & Herr Greulich, auch ihr Ergebnis!

21.10.2012
12:06
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von Terrorgurke | #14

Alle weg. So soll es sein.

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