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Das Tanztheater am Marientor (TaM) soll wieder bespielt werden

12.04.2012 | 18:09 Uhr
Das Tanztheater am Marientor (TaM) soll wieder bespielt werden
Hebt sich im Theater am Marientor bald wieder der Vorhang für Musik-Darbietungen? Das ist gut möglich.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Dreieinhalb Monate nach der Schließung des Theaters am Marientor in Duisburg gibt es erstmals konkrete Anzeichen, dass womöglich doch bald wieder Ensembles über die Bühne tanzen.

Nachdem das Bolschoi-Ballett eingepackt hatte und die Requisiten für den „Nussknacker“ am Silvestertag abgebaut waren, hat das Theater am Marientor für unbestimmte Zeit dicht gemacht . Jetzt, dreieinhalb Monate später, gibt es erstmals konkrete Anzeichen, dass womöglich doch bald wieder Ensembles über die Bühne tanzen.

Ein Veranstaltungshaus aus Berlin hat ein Konzept ausgearbeitet, wie sich das TaM wieder bespielen lässt, bestätigte Utz Brömmekamp, der seit dem Jahreswechsel sowohl bei der Gebag als auch bei der Tochter DBV als TaM-Eignerin die Zügel in der Hand hält.

Unternehmen kommt nicht aus Musical-Geschäft

Das neue Konzept soll noch in dieser Woche vorliegen, in der kommenden Woche will Brömmekamp bereits konkrete Gespräche führen. Der Berliner Veranstalter will seinen Namen noch nicht in der Zeitung lesen. Aus dem Musical-Geschäft komme das Unternehmen jedenfalls nicht, sagte der Gebag-Chef der NRZ.

Das Theater am Marientor
1995 für „Les Miserables“ gebaut

Das Theater am Marientor („TaM“) wurde 1995 gebaut und diente der Stella AG von Januar 1996 bis November 1999 als Bühne für die Musicalproduktion „Les Misérables“. Die Stadt hatte das Grundstück für den Theaterbau günstig zur Verfügung gestellt. Im Zuge des Konkursverfahrens des Betreibers wurde das Musical im Jahr 1999 eingestellt. Die städtische Gebag kaufte das Theatergebäude daraufhin zurück. Ende 2011 liefen die Mietverträge mit dem Immobilien-Management aus, der überschuldeten Stadt war es untersagt, die Verluste des Theaters weiterhin zu übernehmen. Zuletzt hatten die Betriebskosten von rund 1,7 Mio Euro die Umsatzerlöse um das Vierfache überstiegen.

Das Konzept soll darauf aufbauen, dass die Veranstaltungen im TaM von dem externen Betreiber aus einer Hand gesteuert und vermarktet werden. Ob das TaM dafür verpachtet oder erfolgsabhängig vermietet wird, ist offen. Jedenfalls baut das neue Konstrukt nicht auf einem Verkauf der Spielstätte auf. Wird man sich mit den Berlinern nicht handelseinig, soll das Konzept auf andere Veranstalter duplizierbar sein.

Selbst Abriss zu teuer

Dass es immer wieder lose Interessenbekundungen für das TaM gibt, ist nicht neu. Bisher sind jedoch alle Offerten kurz darauf wie Seifenblasen geplatzt. Selbst vom Abriss war bereits die Rede , doch selbst diese Lösung wäre noch zu teuer. Dass jetzt aber ernsthaft ein Weiterbetrieb des Theaters ohne einen Käufer in Erwägung gezogen wird, ist durchaus eine Wende, auch wenn sie aus der Not heraus entstanden ist. Denn bisher wollte die Duisburger Bau- und Verwaltungsgesellschaft (DBV) die Immobilie so schnell wie möglich los werden.

Nicht erst seit die Banken das Sagen bei der Gebag-Tochter haben: Seit sechs Jahren steht der Beschluss, das Bühnenhaus zu verkaufen. Aber selbst für einen Preis, mit dem sich die letzte Kreditrate von rund zwei Millionen Euro begleichen ließe, wurde die DBV das schmucke Theater mit seinen 1500 roten Polstersitzen nicht los. Dass der Rat im Dezember letzten Jahres mit der Aufhebung der kulturellen Nutzung ein Verkaufshemmnis aus dem Weg räumte, hat daran nichts geändert. „Eine kurzfristige Verkaufslösung ist nicht in Sicht“, bestätigte Brömmekamp.

Anfrage für ZDF-Show

Tänze der Kulturen in Duisburg

Dafür gebe es immer wieder Anfragen für Einzelveranstaltungen, zuletzt auch für eine ZDF-Show. Was aber nicht weiter hilft, weil man das Theater nicht selbst vermarkten will. Voraussetzung bleibt, auch für das neue Konzept, dass sich durch den externen Betrieb die Kosten für die DBV so weit wie möglich minimieren lassen. Immerhin: Das TaM würde sich sofort wieder nutzen lassen. „Wir halten das Theater betriebsbereit“, sagt Brömmekamp.

 

Ingo Blazejewski

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Kommentare
14.04.2012
18:48
Woher denn dann?
von graphos | #3

@2
Damit will DerWesten anscheinend andeuten, dass es sich bei dem potenteillen Kandidaten NICHT um Bernhard Kurz handelt, der in Berlin und an anderen Standorten die Stars-in-Concert-Reihe betreibt, und mit dem bereits schon einmal Gespräche geführt worden sind.

14.04.2012
09:23
Das Tanztheater am Marientor (TaM) soll wieder bespielt werden
von Felderhoff | #2

Der potentielle Veranstalter kommt nicht aus dem "Musical-Geschäft". Woher denn dann?
Wird demnächst "Kultur" angeboten? Welche Art von Kultur? Beischlafkultur? Tabledance-Event? Nackt-Ballett, Moulin Rouge, etc.?
DERWesten wird es hoffentlich beizeiten publizieren!

13.04.2012
13:31
Na also!
von graphos | #1

Da schau einer an! Es geht ja doch was. Wer auch immer beteilgt war: Besten Dank! Auch wenn´s noch nicht konkret ist, aber dass Bewegung in die Sache kommt, stimmt mich frohen Mutes, dass diese Stadt der Kultur nicht nicht die komplette Absage erteilt hat.

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