„Das System soll in beide Richtungen durchlässiger werden“

„Ich finde es toll, dass es solche Fälle gibt“, sagt Ralph Kalveram zur Schullaufbahn von Marcel Labs. Er sehe darin auch eine Bestätigung dafür, dass sich die Stadt mit dem Prozess der Inklusion, dem gemeinsamen Lernen von Schülern mit und ohne Förderbedarf, auf einen richtigen Weg begeben habe.

„Bislang waren die Kinder und Jugendlichen in einem System und blieben zu oft auch darin“, sagt Kalveram. Zum kommenden Schuljahr, so die Planungen der Schulverwaltung, sollen in Duisburg insgesamt 115 Schüler von Förderschulen auf Regelschulen wechseln. „Unter diesen Übergängern sind einige, die sowohl eine Förderbedürftigkeit, aber auch eine gymnasiale Eignung haben“, so der Amtsleiter.

Ziel der Umgestaltung des Schulsystems sei es dabei, Förderschulen nicht einfach ersatzlos aufzulösen, sondern sie zumindest teilweise zu erhalten. Dabei soll aber die Durchlässigkeit der Systeme in beide Richtungen erhöht werden, Lehrer, die bisher an Förderschulen eingesetzt waren, werden künftig auch an Regelschulen arbeiten. „Das gilt etwa für den Förderschwerpunkt Sprache, wo es eine vergleichsweise hohe Rückführungsquote gibt“, erklärt Ralph Kalveram. Es gelte, an den Schwächen der Schüler in der Förderschule intensiv zu arbeiten, um dann den Besuch einer Regelschule möglich zu machen. Kalveram: „Da hat auch in den Förderschulen ein Umdenken eingesetzt, das dahingeht, die Schüler nur auf Zeit zu behalten.“

Der Amtsleiter verweist außerdem darauf, dass der Gesetzgeber die Rechte der Eltern gestärkt habe: „Sie haben nun jederzeit das Recht, auf einem Schulwechsel ihrer Kinder zu bestehen.“ Bei den Jüngsten soll verhindert werden, dass sie vom ersten Schultag an eine Förderschule besuchen. „Ein Förderverfahren soll erst ab Klasse 3 eingeleitet werden.“ Eine Schulkarriere wie die von Marcel Labs, findet Ralph Kalveram, „macht Mut“. Aber künftig soll ein solcher Weg für Kinder einfacher sein.