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Landesarchiv NRW

Das neue Landesarchiv - Der Koloss von Duisburg

11.05.2012 | 10:00 Uhr
Die Baustelle weicht immer mehr dem beeindruckenden Gebäude.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Das neues Landesarchiv am Innenhafen ragt wuchtig in den Himmel. 2013 soll das spektakuläre Bauwerk fertiggestellt sein und an den Mieter übergeben werden. Die Eröffnung des Archivs soll 2014 erfolgen.

Der Koloss hat seine Endhöhe von knapp 8o Metern erreicht und bekommt jetzt sein rotes Giebeldach. Wie Ameisen wirken die gelb gekleideten Dachdecker an der schrägen Pfannenwand. Der riesige Betonkorpus, der aus dem ehemaligen RWSG-Speicher am Schwanentor herausragt, ist mit Gerüsten eingekleidet: So zeigt sich Duisburgs wuchtiges neues Wahrzeichen: das Landesarchiv.

Nein, heute soll nicht von der Kostenexplosion des spektakulären Neubaus auf 200 Millionen Euro für das „Landes-Gedächtnis“ die Rede sein, das Millionen Akten und Dokumente aufnehmen wird. Auch nicht von Hintergründen der Grundstückskäufe und von Vorwürfen gegen das alte Management des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebes BLB , die Staatsanwaltschaft und einen Untersuchungsausschuss des Landtages beschäftigten und beschäftigen.

Duisburgs höchstes Gebäude ab September ohne Kran und Gerüst

Baustelle Landesarchiv

Heute geht es um die Baufortschritte an der „neuen städtebaulichen Dominante“, wie der Bauherr sein Projekt bezeichnet. Einen Rundgang auf Duisburgs größter Baustelle scheuen der von Schlagzeilen gebeutelte Landesbau-Betrieb und übergeordnete Ministerien weiterhin, doch BLB-Pressesprecher Hartmut Gustmann darf den aktuellen Bau-Bericht skizzieren.

Der lässt sich auch von der Ferne in Augenschein nehmen. Nur noch ein Kran steht an dem komplett eingerüsteten Speicher plus Betonturm in seiner Mitte. Fast 40 Etagen zählt das hoch aufragende Gerüst von außen, innen zählt das künftige Archiv 20 volle Stockwerke. Im Eiltempo wuchs der Betonturm im vergangenen Sommer in den Himmel, nun wird er hinter Planen von Hand komplett mit roten Ziegeln verkleidet. Zugleich kommen auf das Dach mit seinem Stahlgerüst die ersten Pfannen. „Wir kommen gut voran“ , berichtet Gustmann. Im September wohl wird sich der „Turmbau zu Duisburg“ ohne Kran und Gerüst der Stadt präsentieren. Dann werden auch die zugemauerten Speicherfenster verblendet sein – Tageslicht ist nichts für die teils viele Hundert Jahre alten Dokumente des Archivs.

Landesarchiv braucht ein halbes Jahr für den Umzug

Im Turm selbst werden die sanierten oder eingezogenen Decken vorbereitet. Sie müssen die tonnenschwere Archivlast tragen. Dürfen Böden sonst eine Last-Toleranz von fünf Millimetern aufweisen, gilt für Archivböden, auf denen Roll-Regalwände stehen und geschoben werden, nur ein Millimeter als erlaubt. Auch die ersten Schienen für die 134 Regalkilometer werden angebracht. 2013 soll der fertige Bau an den Mieter übergeben werden. Ein halbes Jahr braucht das Archiv für den Einzug. 2014 also ist dann Eröffnung.

Dann können Nutzer und Besucher auch die fünfstöckige, 160 Meter lange „Welle“ neben dem Speicher erkunden, in der unter anderem der Lesesaal und Veranstaltungsräume untergebracht sind. Dort werden jetzt schon die ersten großen Glasscheiben eingesetzt, beginnen Verputzarbeiten an der Fassade und der Innenausbau.

Oliver Schmeer



Kommentare
11.05.2012
23:27
Das neue Landesarchiv - Der Koloss von Duisburg
von JanundPitt | #3

Die - bisher - hässliche und in Duisburg unübersehbare Kiste löst als Symbol für Korruption in NRW und Duisburg lediglich weitaus mehr Übelkeit und Wut als Euphorie aus. Auf dieser Baustelle - wie auch auf anderen - werden unsere Steuergelder zu Gunsten bisher (inoffiziell) unbekannter Nutznießer verbrannt. Das marode Stahlgerüst des Küppersmühlenaufbaus "lacht" uns auch tagtäglich an. Höchste Zeit, diese Korrupties und die begünstigten Firmen zur Rechenschaft zu ziehen. Warum dauert das so lange?

11.05.2012
15:29
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

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11.05.2012
15:11
Ich kann als Duisburger
von rschulz3 | #1

aber nicht das Landesarchiv sehen ohne auch an die Kostenexplosion und die Korruption zu denken. Wie schaffen Sie das Herr Schmeer? Selektive Wahrnehmung?
Tut mir Leid, aber das machen schon zu viele Menschen.

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