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Das lange Warten auf den Rektor

01.09.2012 | 09:00 Uhr
Das lange Warten auf den Rektor
Es ist nicht zu glauben: An den 81 öffentlichen Grundschulen in Duisburg fehlen allein aktuell acht Rektoren und 15 Konrektoren.Foto: Dirk Bauer

Duisburg. Leere Chefzimmer auch in Duisburger Schulen: An den 81 öffentlichen Grundschulen in Duisburg fehlen allein aktuell acht Rektoren und 15 Konrektoren.

Einstellungsverfahren laufen noch, zum Teil bis zum 9. Oktober. Ob sich die Grundschule Koopmannstraße in Ober-Meiderich jedoch Hoffnung machen kann, darf bezweifelt werden. Die kleine einzügige Schule wird bereits im fünften Jahr kommissarisch geleitet, was vermutlich auch daran liegt, dass immer mal wieder ihr Überleben in Frage gestellt wird.

Die Katholische Grundschule an der Goldstraße in der Innenstadt geht jetzt schon ins dritte Jahr der Warteschleife. Zwei Jahre lang wurde sie von der Mozart-Schule aus mitgeleitet, jetzt hat die Habichtstraße das zusätzliche Amt übernehmen müssen. Zuvor hatte der Personalrat eingegriffen und der dauerhaften Mehrbelastung der Rektoren widersprochen.

Gerne zitieren lassen möchte sich keiner aus den betroffenen Schulen. Es ist ein Spagat zwischen zwei Lehrerkollegien, zwei Elternschaften, rein räumlich ein Gerenne - und nicht zu vergessen die doppelte Schar Kinder. Die Leiter sind dankbar über hilfreiche Kollegen, die ihnen etwa die Stundenplan-Erarbeitung abnehmen, die Ansprechpartner sind und zur Not auch noch Sekretärin spielen, weil die in vielen kleinen Schulen ja auch nur noch stundenweise da sind.

Projektgruppe für Interessierte

Und warum ist es jetzt so schwer, Nachfolger zu finden? In Laar sind zu den Sommerferien Rektor und Konrektor gleichzeitig in den Ruhestand gegangen, scharrende Hufe hört man bei den jungen Kollegen jedoch nicht. „Rektor einer kleinen Schule zu sein, ist einfach nicht attraktiv“, sagt eine erfahrene Lehrerin. Finanziell lohne es sich die Mehrarbeit kaum, denn man müsse meist eine Klassenleitung übernehmen und parallel die Schule führen.

René Wittinghofer ist als Leiter der GGS Karolinenstraße jetzt auch für die zweizügige Laarer Grundschule zuständig. Dabei sucht er selbst seit vier Jahren einen Konrektor. Wundern kann er sich nicht, „die bekommen nur 50 Euro netto mehr“. Sein eigener Zuverdienst sei leider auch „nicht die Masse“. „Es ist stressig“, gibt er zu. Für die Fahrt zwischen den beiden Schulen braucht er gute 15 Minuten. Deshalb sind intern zwei Kollegen in Laar Ansprechpartner, helfen ihm - und sich - so gut es geht.

Aus der Not macht Wittinghofer gemeinsam mit der Schulamts-Direktorin Monika Müller eine Tugend: Sie gründeten den Arbeitskreis Perspektivgruppe. Anfang des Jahres aus der Taufe gehoben, sollen hier halbwegs an Leitungsaufgaben interessierte Kollegen über die Aufgaben eines Rektors informiert werden. Wittinghofer berichtet aus seinem Arbeitsalltag, lässt die Probleme nicht außen vor, plaudert sozusagen aus dem Nähkästchen. Und bereitet nebenbei auf die Revision vor, der sich angehende Rektoren unterziehen müssen: Eine stressige eintägige Prüfung, in der ein Beratungsgespräch geführt, eine Konferenz geleitet, Unterricht geführt werden muss.

Müller ist zumindest überrascht, dass es im ersten halben Jahr viele Interessierte gab. Bewerbungen für Rektorenstellen ergaben sich allerdings noch nicht daraus. Für die Schulamtsdirektorin ein landesweites Problem: „Die Unterrichtsverpflichtung ist zu hoch, die Sekretariatsstunden sind zu gering.“ Ganz zu schweigen von den komplexer werdenden Aufgaben, denen ein zu geringes Gehalt gegenüber steht.

Annette Kalscheur



Kommentare
01.09.2012
13:10
Das lange Warten auf den Rektor
von taosnm | #2

Es ist so traurig, dass der Beruf des Lehrers keine Berufung mehr ist, sondern ein knallhartes Kalkül von Menschen, die in der freien Wirtschaft gnadenlos Schiffbruch erleiden würden. Und diesen knallharten Kalkulatoren geben wir unsere Kinder an die Hand. Wer in der freien Wirtschaft 2.500€ netto verdienen will, und zwar ohne Aussicht auf eine sehr komfortable Pension, eher auf die Mindestrente, muss ackern bis zum Gehtnichtmehr. und wenn er Fehler macht, ist er schneller, als er es selbst begreift, in der Spirale von HartzIV. Diese studierten Menschen, die Beamte sind, haben offensichtlich keinerlei Vorstellung davon, was unter vollem Risiko um den Arbeitsplatz anderweitig geleistet werden muss, und ruhen sich in der Staatsschaukel aus. Das Gejammere um das zu niedrige Gehalt ist nicht mehr zu ertragen. Wollen wir engagierte Lehrer oder nicht? Wenn ja, dann werden wir sie nicht mehr verbeamten, sondern nach Leistung bezahlen, mit dem Nachteil, dass sie für ihr Alter vorsorgen müssen.

01.09.2012
09:38
Das lange Warten auf den Rektor
von silverstone | #1

Lehrer/in (Rektor/in hat noch mehr !!!) fängt bei A11 an.Ist so ca 2500 Netto!!!!
Verbeamtet
Dicke Rente
Kaum Abzüge bei der Lohnsteuer
Keine Rentenbeiträge in die gesetzliche Rentenkasse (Asozial).Schwächung der Grundsäulen der Sozialversicherungen.
Krankenkassenbeiträge der gesetzlichen zahlt man auch nicht.Stattdessen PRIVAT VERSICHERT! Liegt am Verdienst!!


Da waren die Vorteile!

Nun die Nachteile:

In der Öffentlichkeit noch mehr stehen als ein Lehrer
Kopf hinhalten für das Schulamt
Immer schön kuschen-mehr als ein Lehrer


Mehr der Lückenbüsser als Direktor.

1 Antwort
Das lange Warten auf den Rektor
von erra68 | #1-1

Das Gehalt eines Grund- und Hauptschlleiters liegt bei kleinen Schulen nur eine Gehaltsstufe über dem "normalen" Lehrer mit allen AUfgaben eines Chefs, Kontektoren bekommen häufig nur eine "Fußnote" zum Lehrergehalt (ca 150 € Brutto). Ein Gymnaiallehrer bekommt das gleiche Gehalt wie ein Grund- oder Hauptschulleiter. Düsseldorf muss endlich alle Gehälter im Schulsystem angleichen! Man muss sich nicht wundern, wenn keiner den Job machen möchte. Männer fehlen in dem System fastr vollständig und viele Lehrerinnen entscheiden sih auch für eigene Kinder und wollen für die wenigen € das familienleben nicht aufgeben....

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Fast drei Monate ist die A59 nun schon gesperrt, noch einmal drei Monate werden sehr wahrscheinlich folgen. Wie hat sich die Sperrung der Nord-Süd-Achse auf Sie persönlich ausgewirkt?

Fast drei Monate ist die A59 nun schon gesperrt, noch einmal drei Monate werden sehr wahrscheinlich folgen. Wie hat sich die Sperrung der Nord-Süd-Achse auf Sie persönlich ausgewirkt?

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Die Sperrung kostet mich täglich bis zu 30 Minuten.
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Seit Anfang Mai brauche ich für die Strecke nun bis zu 60 Minuten oder sogar länger.
18%
Das ist das reinste Chaos, ich komm jetzt gar nicht mehr an mein Ziel.
14%
Bevor ich im Stau stehe, da fange ich einfach früher an zu arbeiten.
10%
Ich hab eine Prima-Ausweichstrecke gefunden - verrate die aber nicht.
17%
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