Pillekuchen – der Steiger kommt

Zum Pillekuchen reichte Margit Dewald-Fink ein Salat mit Buttermilchdressing, den WAZ-Redakteur Daniel Wiberny ebenfalls richtig lecker fand.
Zum Pillekuchen reichte Margit Dewald-Fink ein Salat mit Buttermilchdressing, den WAZ-Redakteur Daniel Wiberny ebenfalls richtig lecker fand.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In der sechsten Folge unserer Serie „Das isst der Pott“ kocht Margit Dewald-Fink aus Duisburg-Neumühl Pillekuchen mit Speck - ein Klassiker im Ruhrgebiet.

Duisburg.. Ihr Großvater war Steiger. „Und so ein Bergmann brauchte nach getaner Arbeit immer ordentlich was auf die Rippen“, erzählt Margit Dewald-Fink (66) mit einem Schmunzeln. Dafür hat ihre Oma früher dann auch gesorgt. Etwa durch Pillekuchen mit Speck – früher ein Arme-Leute-Essen, gehört das Gericht heute zu den Klassikern im Ruhrgebiet. Und deshalb verwundert es auch nicht, dass die Neumühlerin sich mit ihrem Pillekuchen für die WAZ-Serie „Das isst der Pott“ erfolgreich hat.

Die frühere Lehrerin am Hamborner Abtei-Gymnasium ist vor allem im Duisburger Norden keine Unbekannte, was gute Rezepte betrifft. Die hat sie schon vor 20 Jahren zum 90. Geburtstag ihrer Schule bei Eltern gesammelt, in einem Kochbuch mit dem Titel „Kochen wie Gott in Hamborn“ zusammengestellt und für den guten Zweck verkauft. Vier weitere Bücher hat sie seitdem gestaltet, darunter auch Rezepte von Prominenten wie dem Kabarettisten Wilfried Schmickler oder Gerburg Jahnke. „Sie liegen noch in einigen Duisburger Büchereien aus“, erzählt Margit Dewald-Fink, während sie den Pillekuchen zubereitet – so wie sie das Gericht von ihrer Großmutter kennen gelernt hat.

Die Eier hat sie bereits mit Mehl, der Milch und der sauren Sahne verquirlt. Die Petersilie und Schnittlauch sind untergerührt, die Kartoffeln geschält. Jetzt gibt sie ein bisschen Rapsöl mit Buttergeschmack in die Pfanne. „Man kann auch jedes andere Öl nehmen“, sagt die Neumühlerin. „Es schmeckt dann aber natürlich immer ein bisschen anders.“

Margit Dewald-Fink stellt den Herd höher, Zwiebeln und Speck werden kurz und kräftig angebraten. Und wenig später, als die Rentnerin die Kartoffeln mit einer Maschine stiftelt und mit in die Pfanne gibt, riecht es in der Küche schon richtig lecker. Kein Wunder, dass auch die Kinder der 66-Jährigen und auch ihre Enkel das Gericht lieben.

Schließlich kommen noch die verquirlten Eier dazu, sie streicht die Masse mit einem Spatel glatt und bringt sie in die runde Form. Noch ein paar Mal wenden, dann ist der Pillekuchen auch schon fertig.

Ein Salat passt wunderbar dazu – ebenso wie ein zünftiges Bier, das der Großvater von Margit Dewald-Fink früher nach der Schicht sicher auch dazu getrunken hat.

Und so wird der Pillekuchen zubereitet

Zuerst die Eier mit dem Mehl, der Milch und der sauren Sahne verquirlen, salzen und pfeffern, Petersilie und Schnittlauch unterrühren und quellen lassen. Dann die Kartoffeln schälen, im Wasser zur Seite stellen. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln in Ringe schneiden, den Speck würfeln und alles zusammen kurz, aber kräftig unter Bewegung anbraten. Nebenbei die Kartoffeln stifteln, salzen, pfeffern, abschmecken und über das Speck-Zwiebel-Gemisch legen. Mit dem Pfannenheber alles unterheben, etwa 7 Minuten garen. Immer wieder mit einem Spatel die Kartoffelstifte unterheben. Zuletzt die verquirlten Eier untermischen, glatt streichen, stocken lassen und wenden oder in einer geschlossenen Pfanne rund 6 Minuten garen.

Zutaten: 600g Kartoffeln, 150 g durchwachsenen Speck, 3 Eier, 2,5 EL Mehl,
1 geh. EL Saure Sahne, ein Schuss Milch, je 2 EL Schnittlauch und Petersilie