Für die Suppe gibt’s Sauerkraut aus dem eigenen Topf

Inge Gogolla nutzt für ihre Suppe Sauerkraut, das ihr Mann Horst selbst hergestellt hat.
Inge Gogolla nutzt für ihre Suppe Sauerkraut, das ihr Mann Horst selbst hergestellt hat.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Inge Gogolla präsentiert für die WAZ-Aktion „Das ist der Pott“ eine Sauerkrautsuppe, für die ihr Mann die Pilze sammelt und das Kraut machte.

Duisburg.. Inge und Horst Gogolla führen seit 53 Jahren eine perfekte Ehe. Das hat auch viel mit Küche und Kochen zu tun. Sie kocht für ihr Leben gerne und er ist ein wahrer Jäger und Sammler. Das füllt Truhen und Töpfe. Nur das Schwein zur Sauerkrautsuppe, das hat Horst Gogalla nicht selbst erlegt.

Dafür sind die Pilze selbst gesammelt und getrocknet und auch das Sauerkraut hat der 76-Jährige selbst in den großen 20-Liter Steingut-Topf angesetzt. Zutaten, mit denen Gattin Inge trefflich in der kleinen Küche werkeln kann. Mit flinker Hand und großer Erfahrung. Da braucht sie keinen Blick ins Kochbuch. Welches Kochbuch? „Ich habe gar keins, alle Rezepte habe ich im Kopf“, lacht die 72-jährige, die im elterlichen Haus in Bergheim aus dem Vollen schöpfen kann, was Gatte Horst von der Jagd oder vom Angeln im Toeppersee herbeischafft.

Pünktlich mittags steht bei Gogollas das Essen auf dem Tisch. Diesmal sind es nur wir vier, die beiden Gastgeber, dazu Texter und Bildmann der WAZ. Wenn’s bei der Oma Sauerkrautsuppe gibt, sitzt schnell ein Dutzend am Tisch, wenn die beiden Söhne anrücken, die vier Enkel und vier Urenkel. Dann kocht Inge Gogolla eben größere Portionen. Und wenn sie mehr Platz in der kleinen Küche braucht, wird halt die gute alte Dinette aufgeklappt.

Da sitzt jeder Handgriff für die Sauerkrautsuppe. Die getrockneten Pilze, Maronen und Steinpilze, hat sie eine halbe Stunde eingeweicht und schüttet sie mit dem würzigen Sud zum Sauerkraut. „Das ist viel leckerer als Gekauftes“, lobt sie ihren Mann fürs Kraut Eine Stunde köchelt das Sauerkraut, dann kommen die gewürfelten und gekochten Kartoffeln mit dem Kochwasser hinzu. Während Horst Gogolla kurz in den Garten-Anbauten den Blick gewährt in die erlegten und geangelten Vorratsbestände von Wildente bis Karpfen, brät Inge Gogolla das Schweinegulasch kräftig an. Der Duft lockt zurück in die Küche, wo das Fleisch gerade in das Sauerkraut geschüttet wird. Kurz kocht die Suppe auf und kommt dampfend auf den Tisch.

„Als Wildentensuppe ist das auch lecker“, schwärmen beide. Aber für die WAZ-Suche nach Duisburgs Leibgericht hat sich Inge Gogolla für die Gulasch-Variante entschieden. Schließlich hat sie damit vor 40 Jahren beim Koch-Wettbewerb der Bayer-Kantine schon maleine Kaffeemaschine gewonnen. Kein Wunder, bei dem herzhaft-säuerlichen Gericht.

So wird’s gemacht: Rezept und Zutaten

Eine gute Stunde müssen das Sauerkraut und die eingeweichten Pilze in einem Liter Wasser köcheln, bis das angebratene Schweinefleisch dazu kommt. In das Gulasch kommt noch eine klein gewürfelte Zwiebel, die zuletzt mit dem Fleisch glasig braun angebraten wird. Die Röststoffe löscht Inge Gogolla mit ein wenig Wasser ab. Pfeffer und Salz genügen ihr für die Würze, auf zusätzliche Brühe verzichtet sie. Unter Umständen kann man die Sauerkrautsuppe mit ein wenig Mondamin andicken. Aber es soll ja eine Suppe sein und kein Eintopf. Das selbst gemachte Sauerkraut lässt sich übrigens hervorragend in kleineren Portionen einfrieren und auch die getrockneten Pilze halten gut verpackt eine ganze Saison.

1 kg Sauerkraut
200 gr getrocknete und eingeweichte Pilze
1 dicke Zwiebel
5 dicke Kartoffeln
1 kg Schweinegulasch
Salz, etwas Butter