Duisburger Leibgerichte: Linsensuppe mit Pfannkuchen

Claudia Coester aus Duisburg-Meiderich servierte Linsensuppe mit Brätbällchen und gesalzenem Pfannkuchen.
Claudia Coester aus Duisburg-Meiderich servierte Linsensuppe mit Brätbällchen und gesalzenem Pfannkuchen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Claudia Coester servierte ein altes Familiengericht: Linsensuppe mit Pfannkuchen. Für Pfiff sorgen Details wie ein Schuss Arganöl und Balsamico.

Duisburg.. Tränen der Rührung und der Freude standen Michael Schillings in den Augen, als seine Lebensgefährtin Claudia Coester diese Linsensuppe erstmals auftischte. Am unbestreitbar herausragenden Geschmack lag’s nicht so sehr, viel mehr an der Vorgeschichte.

Denn das Rezept stammt von Schillings verstorbener Mutter, und Claudia Coester nutzte seine Abwesenheit wegen eines Kegelabends zum Tüffteln am alten Rezept für Linsensuppe mit einer außergewöhnlichen Beilage, nämlich einem Pfannkuchen. Das Ergebnis: Besagte Tränen und ein überschwängliches Lob: „Du hast die Linsensuppe getroffen!“ Was gar nicht so einfach gewesen sein dürfte, denn von Eintopfschlichtheit ist das Gericht weit entfernt. Glücklicherweise.

Dabei fängt’s weitgehend unspektakulär an: Porree, Möhren, Staudensellerie, Zwiebeln und Knoblauchzehen werden gewürfelt und angebraten. Aber: in Gänseschmalz. Das ganze wird anschließend aufgegossen mit Wasser und selbstgemachter (!) Brühe, dazu kommen eine Beinscheibe und Markknochen vom Rind sowie Pardina-Linsen (ohne Einweichen) und eventuell eine halbe Chilischote. Das Ganze wird eine Stunde gekocht. 500 Gramm gewürfelte Kartoffeln werden mit Wasser und Salz aufgesetzt. Claudia Coester nimmt Meersalz.

Gutbürgerliches und mediterranes

Während sie Bratwurstbrät zu Kugeln formt, verrät die Hobby-Köchin aus Meiderich: „Ich liebe Kochen.“ Ein Fan der italienischen Küche sei sie, lade aber auch gerne ihren „netten Freundeskreis“ zum Tapas-Essen ein. Schillings liebt die bürgerliche Küche, hat sich aber längst auch von mediterranen Leckerbissen überzeugen lassen.

Essen und Trinken Nun zu den Pfannkuchen. Sechs Eier, eine Prise Zucker, wieder Meersalz („Daran wird nicht gespart“ und beim Pfeffer ist’s gerne einer aus Madagaskar) und Mehl „frei nach Schnauze“, bis ein zäher Teig entsteht, noch etwas Milch zugeben und eine dreiviertel Stunde ruhen lassen.

Nun zum Finale: Für die Suppe werden noch 350 g geräucherter Speck in der Pfanne angeschwitzt. Aus dem Brät von drei Bratwürsten formt die Zahnmedizinische Fachassistentin Kugeln, die eine viertel Stunde vor Ende der Garzeit in die Suppe kommen. Die Beinscheibe wird klein geschnitten und wieder in den Topf gegeben, ebenso je ein Esslöffel Arganöl und Balsamico und das Grün vom Staudensellerie. dann noch etwas gehackte Petersilie darüber – und dazu gibt’s die frisch gebackenen Pfannkuchen.

So wird’s gemacht Zutaten und Rezept

Ganz wichtige Zutat ist Zeit. Denn 4 Stangen Porree, 2 dicke Möhren, 3 Stangen Sellerie, 3 Zwiebeln und 2 Knoblauchzehen sind zu würfeln und in Gänseschmalz anzubraten. Mit Brühe und Wasser aufgießen, Beinscheibe, Knochen und 500 g Linsen zugeben und eine Stunde kochen. Ein Pfund Kartoffeln würfeln und kochen.

Bratwurstbrät zu Kugeln formen (3 cm Durchmesser). 350 g geräucherten durchwachsenen Speck würfeln und in der Pfanne anbraten und zur Suppe geben, ebenso die Brätkugeln eine Viertelstunde vorm Servieren. Beinscheibe klein schneiden, je 1 EL Arganöl und Balsamico zugeben sowie Selleriegrün. Mit Petersilie bestreuen (Pfannkuchen siehe oben).

Röstgemüse, Brühe, Beinscheibe, Markknochen, Speck, Linsen, Kartoffeln, Bratwurstbrät, Mehl, Milch, Arganöl, Balsamico, Petersilie, Selleriegrün