Duisburger Leibgerichte - Jägerkohl zum Mühlen-Geburtstag

Der Kohl wird geputzt, gewaschen und anschließend in Streifen geschnitten mit in den Topf gegeben.
Der Kohl wird geputzt, gewaschen und anschließend in Streifen geschnitten mit in den Topf gegeben.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In einer weiteren Folge der WAZ-Serie „Das isst der Pott“ kocht Ute Hilgert aus Duisburg-Rheinhausen Niederrheinischen Jägerkohl.

Duisburg.. Dass der Niederrheinische Jägerkohl längst zu Ute Hilgerts Lieblingsgerichten zählt – daran ist die Bergheimer Mühle schuld. Als 1994 die Mühle 200 Jahre alt und das im Ortsteil groß gefeiert wurde, waren es die Rheinhausenerin und ihre Freundin, die sich zu diesem runden Geburtstag etwas Besonderes einfallen ließen. Die beiden schrieben das Mühlenkochbuch. Und eines der rund 60 handfesten Rezepte, die das Duo zusammentrug, war eben der Niederrheinische Jägerkohl.

Den genießt Ute Hilgert am liebsten in den Wintermonaten, er passt aber auch wunderbar in den Frühling. Kochen, erzählt die 54-Jährige, während sie zunächst durchwachsenen Speck in einem großen Topf ganz langsam auslässt, könne in ihrer Familie jeder. „Wer lesen kann, kann auch kochen, sag ich immer.“

Das gilt auch für ihre beiden Kinder, die bereits im Teenageralter die Eltern immer einmal im Monat an einem Wochenende mit einem Gericht überraschen mussten – beziehungsweise durften. „Das hat sich bezahlt gemacht. Wir alle lieben das Kochen“, erzählt Ute Hilgert, während sie nun kleine Zwiebelwürfel zum Speck in den Topf gibt und das Hackfleisch krümelig anbrät.

Spitzkohl ist angenehm mild

Dann greift sie sich den Kohl. Sie nimmt am liebsten und auch diesmal Spitzkohl. „Der lässt sich gut verarbeiten, ist angenehm mild, hat nicht diesen ganz so intensiven kohligen Geschmack“, erklärt die Rheinhausenerin. „Man kann aber auch jeden anderen Kohl nehmen – oder Wirsing.“

Ihren Lieblingskohl lässt die 54-Jährige nun in Streifen in den Topf wandern, Brühe dazu und das Ganze 20 Minuten garen. Währenddessen schält und schnibbelt sie Kartoffeln, die sie später mit auf den Kohl gibt. Danach muss Ute Hilgert nur noch einmal 20 Minuten warten, ehe das Gericht schon so gut wie fertig ist.

Zeit für einen Abstecher in ihren wunderschönen Garten, aus dem die Rheinhausenerin Bärlauch geerntet hat – für eine leckere, Vinaigrette. Sie ist bestimmt für einen knackig-kunterbunten Frühlingssalat, den sie als Vorspeise serviert. Anschließend steht ein dampfender Topf mit frisch vermengtem Niederrheinischen Jägerkohl auf dem Tisch. Ein bisschen Petersilie hat die Hobby-Köchin noch dazugegeben. „Muss aber nicht“, sagt die 54-Jährige, die auch gerne italienisch oder türkisch isst, aber vor allem aber diese niederrheinischen Eintöpfe.

Und so wird’s gemacht: Zubereitung und Zutaten

Der durchwachsene Speck wird gewürfelt und in einem großen Topf bei niedriger Hitze ganz langsam bis zu 30 Minuten lang ausgelassen. Danach eine Zwiebel würfeln und im Speckfett glasig braten. Anschließend kommt das gemischte Hackfleisch in den Topf, bräunen und mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Der Kohl wird geputzt, gewaschen und in Streifen geschnitten dazugegeben – danach die Brühe. Den Topf dann verschließen und das Ganze bei milder Hitze 20 Minuten lang garen. In dieser Zeit die Kartoffeln schälen, in rund 2 Millimeter breite Scheiben schneiden und nach den 20 Minuten auf den Kohl geben. Noch mal 20 Minuten garen, anschließend alles gut vermengen und bei Bedarf ein wenig Petersilie dazu.

Zutaten:
750 g Kohl nach Wahl
750 g Kartoffeln
350 g gem. Hackfleisch
150 g Speck
250 ml Brühe
1 Zwiebel