Beecker Wirsing - die Roulade wird zum Eintopf

Guten Appetit. Im Garten von Uwe Hennig (li.) gab’s auch für WAZ-Lokalchef Oliver Schmeer nach dem „Pott-Kochen“ Beecker Wirsing.
Guten Appetit. Im Garten von Uwe Hennig (li.) gab’s auch für WAZ-Lokalchef Oliver Schmeer nach dem „Pott-Kochen“ Beecker Wirsing.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei der Suche von Duisburgs Leibericht kommt das vierte Gericht auf den Tisch: Beecker Wirsing aus der Küche von Uwe Hennig.

Duisburg.. Uwe Hennigs Schwiegermutter war schlau: Weil deren Kinder und damit auch Hennigs jetzige Gattin früher bei Wirsingrouladen immer den Wirsing ausrollten, sich nur auf das Gehackte stürzten und das Gemüse verschmähten, schnibbelte sie dereinst den Wirsing klein und machte aus den Rouladen einen Eintopf. Und siehe da: Der Kohl ward gegessen.

Und weil die Schwiegermutter aus Beeck stammt, hieß das Gericht fürderhin Beecker Wirsing. Der kommt jetzt auch in Großenbaum immer wieder bei Hennigs auf den Tisch und wird auch von Uwe Hennigs Kindern genüsslich verspeist. Und ebenso beim Pott-Kochen mit der WAZ.

Der 49-jährige Großenbaumer mag Eintöpfe. Kocht sie auch gerne in großen Töpfen und vorzugsweise am Sonntag, dass es am Montag noch mal eine Portion gibt, was dem berufstätigen Ehepaar mit zwei hungrigen Kindern (15 und 18 Jahre ) gut zu Pass kommt – mal abgesehen davon, dass Eintöpfe am zweiten Tag fast noch besser schmecken.

Für den eigentlich winterlichen Wirsing musste der Großenbaumer jetzt im Frühling schon ein wenig Ausschau halten, fand ihn bei dem Gemüsehändler seines Vertrauens. Diesmal wusste Uwe Hennig ja genau, was er kochen wollte. oft lässt er sich aber auch leiten: „Ah, Fenchel, damit könnte man was machen“, sieht er die Knolle und kauft sie. Gelesene Rezepte werden nach Gusto und Geschmack abgewandelt – und ausprobiert. „Misslungene Fischrouladen sind da auch schon mal im Mülleimer gelandet“, lacht der passionierte Koch – Kochen macht ihm halt auch Spaß. Lieblingsrezepte

Vor gut zehn Jahren sind die Hennigs in das schmucke alte Bauernhaus aus dem Jahre 1904 eingezogen – nach umfänglicher Kernsanierung. Dabei wurde aus dem einstigen Wohnzimmer auch die große Küche mit dem glänzenden Dielenboden. „Hier spielt sich bei uns auch das Leben ab“, erzählt der Unternehmer und Geschäftsführer eine Software-Firma. Familie, Freunde – man sitzt um den großen Holztisch herum. Einen Traum gab’s beim Einzug dazu: Endlich auch den Gasherd. „Gerade für Fleisch ist die schnelle Hitze super“, erklärt Hennig, der bei Tim Mälzer in einem Kochkurs das Steak braten lernte.

Heute gibt’s den deftige Revier-Wirsing, den Uwe Hennig mit dem Brotmesser flugs klein schnibbelt und zu dem angebratenen Hack schüttet, auf dem Induktionsfeld nebenan köcheln schon die Nudeln. Dabei sieht die Küche weiter blitzblank aus. Von wegen Männer hinterlassen ein Chaos in der Küche: „Ich mag’s, wenn es aufgeräumt ist und wische immer zwischendurch alles weg“. Sagt’s, tut’s und bringt die üppig gefüllten Teller hinaus an den Gartentisch.

Beecker Wirsing: Zutaten und so wird’s gemacht

Die kleingeschnittenen Zwiebeln werden in Öl und etwas Butter angedünstet, dann kommt das Rinder-Gehacktes hinzu. Das wird beim Anbraten mit dem Kochlöffel zerkleinert, bis es schön „grisselig“ ist, rät Uwe Hennig. Dann wird der klein geschnittene Wirsing hinzugefügt und mit angedünstet. Rund 300 ml Gemüsebrühe – ruhig aus dem Glas – hinzufügen, es soll aber ein Eintopf, keine Suppe werden. Deckel drauf und rund 20, 25 Minuten garen lassen, bis der Wirsing noch etwas bissfest ist.

Zeitgleich die Nudeln kochen. Der Großenbaumer rät zu Spiralnudeln, weil sie dem Wirsing-Eintopf einen schönen Halt geben. Mit Pfeffer und Salz nach Belieben würzen.

Zutaten:
Zwei kleine Wirsingköpfe
Zwei Zwiebeln
750 gr Rindergehacktes
500 gr Spiralnudeln
300 ml Gemüsebrühe
Stich Butter, Öl, Pfeffer, Salz