Das Gefühl, ein Hochfelder zu sein
27.03.2009 | 13:48 Uhr 2009-03-27T13:48:00+0100Ungewohnter Anblick in der Pauluskirche in Hochfeld: In allen Ecken stehen Flipcharts, davor sitzen Reihen von Menschen, wer keinen Sitzplatz mehr bekommen hat, steht. Sie hören zu, werfen Argumente in die Runde, Schlagworte werden notiert.
Zur öffentlichen Ideenwerkstatt am Donnerstagabend hatte der Klüngelklub eingeladen – und viele Hochfelder waren gekommen.
Diplom-Psychologe Helmut Becker-Behn steht vor einigen Erwachsenen und noch mehr Jugendlichen. „Das junge Hochfeld” steht hier auf dem Programm. An Ideen mangelt es den jungen Hochfeldern nicht: Sie wünschen sich kostenlose Sportangebote, Patenschaften, Hausaufgabenhilfe – und vor allem endlich einen Fußballplatz. „Wenn man Fußball spielt, baut man keinen Mist”, sagt Senat Mazreku schlicht. „Man versucht halt, was zu erreichen”, erklärt er seine Anwesenheit bei der Ideenwerkstatt.
Dieses Ziel haben alle, die sich an diesem Abend hier versammelt haben – ob jung oder alt, deutsch oder, wie es so schön heißt, mit Migrationshintergrund. „Das Image ist schlecht, aber die, die hier sind, sind unglaublich gesellschaftspolitisch engagiert, auch die Migranten”, sagt Petra Wosnitzka. Zusammen mit ihrem Mann hat sie erst vor kurzem ein Haus gekauft – und sich dabei ganz bewusst für Hochfeld entschieden. „Von der Lage her gibt's kaum was Besseres”, findet sie.
Tatsächlich zieht die günstige Lage zwischen Innenstadt und Rheinpark immer mehr Menschen nach Hochfeld. Jörn Pott ist einer von ihnen. Schon während seiner Studentenzeit hatte er im Stadtteil gewohnt, vor sechs Jahren ist er zurückgekommen. An diesem Abend diskutiert er mit über Hochfelds Zukunft. „Weil ich hier lebe.” Pott fügt hinzu: „Hochfeld hat durchaus Potential. Ich glaube schon, dass man in diesem Viertel noch viel bewegen und erreichen kann.”
Am Donnerstagabend wurde in der Pauluskirche darüber diskutiert, wie es mit dem Stadtteil weitergehen soll. Ob beim jungen Hochfeld, beim Thema Respekt oder ganz konkret beim Gespräch über die Arkaden – Einigkeit herrschte vor allem in einem: Respekt für andere beginne mit Selbstrespekt, und mit dem Gefühl: Ich bin ein Hochfelder. Und zwar, wie Pott es ausdrückt: „freiwillig.”

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