Das Demo-Interesse ebbt immer weiter ab

Das Interesse an der Pegida-Demonstration in der Duisburger Innenstadt ebbt weiter ab: Beim vierten Treffen konnte die Gruppe am gestrigen Montagabend laut Polizei gerade noch knapp 100 Teilnehmer mobilisieren. Die Zahl der Gegendemonstranten, die auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs lautstark gegen die Islam-Kritiker Stellung bezogen, bezifferte sie auf etwa 300. Auch das waren so wenige wie noch nie zuvor. Die Polizei reagierte auf das schwindende Teilnehmer-Interesse auf beiden Seiten und verringerte ihrerseits deutlich sichtbar das Aufgebot an Kräften aus den Einsatzhundertschaften.

Es klang fast flehend, als ein Sprecher der Pegida-Demo an alle Umstehenden appellierte, beim nächsten Mal doch bitte zwingend wieder mehr Teilnehmer zu mobilisieren. Auch ihm war der sichtbar geschrumpfte Zuhörer-Kreis von seinem Rednerplatz – dem Inneren eines Kleintransporters – aufgefallen. Die nächste Versammlung steigt nicht am kommenden Montag: An Rosenmontag sind offensichtlich auch Pegida-Befürworter gern jeck.

Beim üblichen, etwa zehnminütigen Umzug durch Straßen der unmittelbaren Umgebung des Hauptbahnhofes erklangen Parolen wie „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“ Das klang eher nach rechtspopulistischem Gedankengut als nach bürgerlichem Aufbegehren.

Viele WAZ-Leser, Innenstadt-Anwohner und Geschäftsleute ärgern sich über die Verkehrsbehinderungen, die seit einem Monat an jedem Montag durch die Pegida-Treffen in zentralen Teilen der City entstehen. Doch in Artikel 8 des Grundgesetzes ist zur Versammlungsfreiheit festgelegt, dass der Anmeldende das Recht der Selbstbestimmung hat, wenn es um die Wahl des Ortes, der Zeit, der Art und des Inhaltes der Versammlung geht. Das bestätigte Bernd Heimfarth auf WAZ-Anfrage. Er ist Leiter des Dezernats in der Verwaltung der Polizei Duisburg, das auch für Fragen der Versammlungsfreiheit zuständig ist. „Wir führen nach jeder Demo so genannte Kooperationsgespräche mit dem Veranstalter. Bisher konnten wir ihn aber noch nicht dazu umstimmen, einen anderen Versammlungsort in Betracht zu ziehen“, so Heimfarth.