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Das andere Europa

12.10.2009 | 18:47 Uhr

Der Film von Ruzbeh Sadeghi zum Stück, das Ulrich Greb in Moers inszeniert hat, hatte Premiere im Filmforum

Bilder von Flüchtlingen auf maroden Booten vor den Küsten Europas sind längst zum Alltag geworden. Tausende verlassen aus Angst um ihr Leben ihre Heimat. Ulrich Grebs Inszenierung „Hotel Europa”, die am Moerser Schlosstheater entstand und in einem alten Hafthaus zu sehen ist, erzählt, was sich jenseits der spektakulären Bilder aus den Nachrichten ereignet. Sie spricht vom Schicksal tausender illegaler Flüchtlinge, die in den Haftanstalten auf ihre Abschiebung warten. Der Film zu Grebs Inszenierung hatte am Samstag Premiere im Filmforum am Dellplatz. Dem ausverkauften Saal zeigte der iranische Filmregisseur Ruzbeh Sadeghi in einem verstörenden Neunzigminüter das andere Gesicht Europas.

„Ich habe mir eine Vorstellung des Schlosstheater-Ensembles in der JVA angesehen”, berichtete Sadeghi. „Mir war mit einem Schlag bewusst, dass ich daraus einen Film machen muss.” Noch am selben Abend sprach er Greb an. Und sofort begann man mit den Dreharbeiten. In nur zwei Tagen waren alle Bilder im Kasten. Das Filmteam begleitete zwei Vorstellungen, filmte die ungeschminkten Reaktionen der Zuschauer und spielte anschließend einige Szenen mit den Schauspielern im leeren Hafthaus ein.

„Hotel Europa” erzählt von Schicksalen, die sich mitten in der westlichen Gesellschaft abspielen und doch den meisten nicht bewusst sind. „Bis zu seiner Schließung 2005 diente die JVA Moers Kapellen als Abschiebeknast. Die Texte basieren auf Augenzeugenberichten und Interviews, die mit Flüchtlingen und ehemaligen Mitarbeitern geführt wurden”, erklärt Greb die Authentizität. Der ständige Wechsel vom Realen ins Surreale, von vollen in menschenleere Räume, von zuschlagenden Türen und beklemmender Stille lässt den Film unter die Haut gehen. Auch die Schauspieler zeigen Höchstleistungen. Ihnen gelingt ein radikaler Schnitt zwischen Wärter- und Häftlingsrolle. Am Ende fragt man sich, ob geltendes Recht auch gerecht ist und ob der europäische Gedanke von Gleichheit und Freiheit nur mehr eine bloße Idee ist. Fast schon grotesk erklingt da die Hymne der EU. „Hotel Europa” entlässt den Zuschauer mit lauter Fragen und Zweifeln.

Der Film soll im November noch mal im Filmforum gezeigt werden, das Stück ist noch am 16. und 17. Oktober in Moers zu sehen. mr

Maria Romanski

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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