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Circus Universal Renz will "auf Tiere nicht verzichten"

05.01.2012 | 12:44 Uhr
Circus Universal Renz will "auf Tiere nicht verzichten"
Ein Mann und seine Zelt-Stadt: Daniel Renz senior ist Direktor des Circus Universal Renz, der derzeit vor der MSV-Arena gastiert.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.Seit dem 22. Dezember und noch bis einschließlich Sonntag gastiert der Circus Universal Renz als „2. Duisburger Weihnachtscircus“ auf dem Vorplatz der MSV-Arena . Der Leiter dieses traditionsreichen Familienunternehmens ist Zirkusdirektor Daniel Renz senior. Der 44-Jährige stellte sich den Fragen von WAZ-Redakteur Thomas Richter.

Herr Renz, wie lautet die Zwischenbilanz zu Ihrem Aufenthalt in Duisburg?

Daniel Renz: Bislang ist es sehr gut für uns gelaufen. Wir hatten ständig eine Auslastung der Vorstellungen von 70 bis 80 Prozent. Wir haben zudem viele positive Rückmeldungen der Besucher bekommen. Duisburg war aber schon immer eine Zirkusstadt.

Sie sind jetzt zum zweiten Mal über Weihnachten und Neujahr hier. Warum ist das so?

Renz: Weil wir merken, dass wir hier willkommen sind. Es gibt nach Rücksprachen mit den Verantwortlichen der Stadt schon konkrete Pläne, dass unser „Weihnachtscircus “ hier eine feste Einrichtung werden soll. Zudem ist die Lage des Platzes optimal. Autobahnen und der Hauptbahnhof sind nicht weit entfernt. Alles ist gut erreichbar. Das ist wichtig für unser rund 20-köpfiges Zeltaufbau-Team, aber auch für die von uns engagierten Artisten. Unterwegs sind wir derzeit mit rund 50 Personen.

Machen Sie keine Pause?

Renz: Doch – und zwar immer im Sommer. Diesmal haben wir sie wegen der Fußball-EM auf zweieinhalb Monate verlängert. Ab Juni bis Anfang September beziehen wir dann in unserem Stammsitz im hessischen Friedberg unser Sommerquartier.

Was ist Ihre nächste Station?

Renz: Da bitte ich um Verständnis: Das will ich öffentlich am liebsten gar nicht sagen. Weil dann die Tierschützer sofort wieder dort auftauchen und gegen unsere Tierhaltung protestieren.

Das klingt nach Blockade. Haben Sie nicht schon einmal das Gespräch mit diesen Menschen gesucht?

Renz: Haben wir! Aber jedes Mal sind wir auf dieselben Vorurteile gestoßen. Diese Leute haben einfach behauptet, dass wir unsere Elefanten in Ketten halten würden. Da habe ich gesagt: Kommt auf unseren Platz und überzeugt euch davon, dass das nicht so ist. Aber kein einziger von diesen Kritikern wollte das Gelände betreten.

Es wurde zuletzt auch lange in der Politik über ein generelles Wildtierverbot im Zirkus diskutiert. Doch eine Mehrheit im Bundestag hat sich im Dezember nun doch dagegen ausgesprochen. Wie haben Sie diese Entscheidung aufgenommen?

Renz: Mit Erleichterung. Natürlich hatten wir Pläne in der Schublade für den Fall, dass die Entscheidung andersherum ausgefallen wäre. Aber für uns war immer klar: Wir wollen auf Tiere nicht verzichten. Für uns ist ein Zirkusleben ohne Tiere nicht vorstellbar.

Zirkus Universal Renz

Zirkus-Kritiker behaupten hartnäckig, dass der Transport eine ständige Stress-Situation für die Tiere sei.

Renz: Und es gibt genügend Studien, die unsere Sicht auf die Dinge bestätigen: Nämlich, dass das nicht der Fall ist!

Welche Wildtiere leben noch in Ihrem Zirkus?

Renz: Elefanten, Kamele und sibirische Tiger. Wir haben insgesamt noch rund 60 Tiere. Früher waren das mal 100. Darunter auch Zebras oder Krokodile. Aber das ist im Laufe der Jahre weniger geworden.

Was hat sich im Laufe der Jahre noch verändert?

Zahlen und Fakten
Vater bändigt Tiger, der Sohn die Elefanten

Daniel Renz senior ist auch in der Manege zu sehen. Er tritt mit den sibirischen Tigern auf. Sein 18-jähriger Sohn Daniel Renz junior hat inzwischen die Nummer mit den vier Elefanten übernommen. Eine Vorstellung umfasst immer 12 bis 13 Nummern – bei rund der Hälfte davon spielen Tiere die Hauptrolle. Der Circus Universal Renz gibt zwei Vorstellungen täglich: eine um 15.30 und eine um 19.30 Uhr. Tickets kosten je nach Datum und Platz zwischen 10 und 25 Euro.

Renz: Heute spielt die Werbung und das Marketing eine viel größere Rolle. Früher hat es schon gereicht, das Zelt aufzubauen. Da habe sich sofort Menschentrauben gebildet und man wusste: Der Zirkus ist in der Stadt. Heute ist es viel komplizierter geworden, überhaupt einen freien Platz zu finden. Es gibt viel mehr Konkurrenzveranstaltungen wie Trödelmärkte oder Wandershows. Es ist kein Selbstläufer mehr.

Und die Artisten?

Renz: Die kamen früher vornehmlich aus Italien oder Spanien. Heute ist der Anteil an Osteuropäern viel größer. In Russland, Polen oder Ungarn gibt es aber auch die wichtigsten und größten Artistenschulen. Und es fällt auf, dass die Artisten früher ständig mit ihrem gesamten Familienclan unterwegs waren. Heute reisen sie oft allein oder als Paar.

Wie verständigen Sie sich bei einer solch international besetzten Belegschaft?

Renz: Unsere Hauptsprache ist inzwischen Englisch. Ich selbst beherrsche sieben Sprachen, komme deshalb irgendwie immer mit fast allen zurecht.

Gibt es auch mal Zoff?

Renz: Natürlich! Das kommt in jeder Familie mal vor. Und wir sind ja fast eine, weil wir wie in einem kleinen Dorf zusammenleben.

Herr Renz, was wünschen Sie sich für 2012?

Renz: Dass es für uns ein ebenso erfolgreiches Jahr wie 2011 wird. Und dass unser Publikum weiter zufrieden ist. Es ist ja schön, wenn Oma und Enkel nach der Vorstellung zu uns kommen, um uns zu loben. Toll ist es aber auch, wenn das aus dem Mund eines jugendlichen Punkers kommt – also von jemandem, den man nicht unbedingt am Rande der Manege erwarten würde. Und das Lob eines solchen Sandkastenrockers ist für mich das größte Kompliment.

Premiere des Circus Renz in Duisburg

 

Thomas Richter

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Kommentare
06.01.2012
08:00
Schon wieder kostenlose Werbung?
von www.schnitzel-ist-out.de | #5


Hat "Der Westen" denn auch mal die Gegenseite befragt?

06.01.2012
07:56
Ach Renz, der Schlägertrupp
von www.schnitzel-ist-out.de | #4

Es ist gelogen, dass die Tierschützer sich die Elefanten nicht ansehen wollten, sie durften nicht.

Jeder Mensch mit Verstand geht nicht in einen Zirkus, der Tiere hält.

05.01.2012
18:06
Bindu hetzt ...
von Friedenmann | #3

Bindu hetzt in allen Zeitungskommentaren gegen jeden Circus mit Tieren. Der ist doch nicht ernst zu nehmen!!

05.01.2012
17:05
Circus Universal Renz will auf Tiere nicht verzichten
von Bindu | #2

Dieser Renz hat doch schon etliche Anzeigen wegen Körperverletzung und Tierquälerei am Hals. Wenn er hier so großkotzig sagt, daß er Tierschützer eigeladen hätte und es wären keine gekommen, ist das doch kein Wunder. Er läßt doch sowieso keine aufs Gelände! Was soll dann bitteschön dieser Müll, den er hier verbreitet?

1 Antwort
Bindu beleidigt wie üblich
von Geier05 | #2-1

@Bindu
es mag sein das Herr Renz etliche Anzeigen "am Hals" hat. Das ist in der Tierrechtsszene üblich. Wichtig ist doch, ob Herr Renz auch wegen Tierquälerei verurteilt wurde. Warum sind denn keine Tierschützer gegangen? Feige? Keine Argumente? Man hätte doch eine Presseaktion daraus machen können. Oder wussten die Tierschützer, dass sie im direkten Kontakt keine Chance hat?

Ich glaube, Herr Renz ist nicht großkotzig. Hier ist nur einer großkotzig und das bist du.

05.01.2012
16:44
Circus Universal Renz
von fiddi12 | #1

Leider muß ich sagen, das dies der letzte Zirkus ist, der nur auf Nepp ausgelegt ist. Für die Silvestervorstellung wurden Logenplätze verkauft (Kat1) und man saß in der 3. und 4. Reihe direkt an der Manege. Plätze in den Logen wurden vorreserviert sodaß die Kinder in der 3. Reihe fast nichts sehen konnten weil irgendwelche Erwachsenen davor saßen. (und das für 70 Euro)

Außerdem zum Vorwurf der Tiermißhandlungen: Während der Tigershow wurde ein Tiger kurch die Manege gehetzt, der sichtliche Probleme mit seiner Hüfte hatte. Er konnte kaum auf seinen Sitz springen.

DIES IST TIERQUÄLEREI.

DIesen Zirkus kann man wirklich nicht weiterempfehlen!!!!!!!!

5 Antworten
Tiger ...
von Friedenmann | #1-1

Ich war auch in Duisburg und habe derartiges bei den Tigern nicht gesehen. Da wurde kein Tier gehetzt, sondern die wurden mit reichlich Steaks gefüttert!

@ fiddi12
von Friedenmann | #1-2

Ich war auch in Duisburg und habe derartiges bei den Tigern nicht gesehen. Da wurde kein Tier gehetzt, sondern die wurden mit reichlich Steaks gefüttert!

Circus Universal Renz will
von AndreaBensing | #1-3

Ja, ich bin eine der von Herrn Renz "zitierten" Tierschützerinnen. An zwei Tagen haben wir vor dem Eingang des Zirkus protestiert mit Flyern und Spruchbändern. Zunächst wurden wir von einem Sattelzug fast umgefahren; dieser baute sich dann unmittelbar vor unseren Transparenten auf der Straße auf. Dieses Vorhaben wurde unverzüglich nach Eintreffen der durch uns gerufenen Polizei unterbunden. Am darauf folgenden Tag wurden wir - vor allem ich selbst - mit einem Wasserschlauch seitens der Zirkusleute bespritzt. Die Transparente, mein Tigerkostüm, das ich trug, meine Schuhe - alles wurde durchnässt - auch dieser tolle "Spaß" wurde durch die Polizei sofort beendet. Was für ein Armutszeugnis für Menschen, die Tieren den Willen brechen, um sie für lächerliche Kunststückchen gegen Eintrittsgeld zur Schau zu stellen. Pfui!!!!!

Hat mit der Aussage nichts zu tun
von Geier05 | #1-4

Eine Demonstration hat Herr Renz bestimmt nicht gemeint. Das sich der Zirkus gegen geschäftsschädigendes Verhalten wehrt kann ich fast verstehen, zwar nur fast, aber immerhin.

Circus Universal Renz will
von fiddi12 | #1-5

Circus Universal Renz

von fiddi12 | #1


Leider muß ich sagen, das dies der letzte Zirkus ist, der nur auf Nepp ausgelegt ist. Für die Silvestervorstellung wurden Logenplätze verkauft (Kat1) und man saß in der 3. und 4. Reihe direkt an der Manege. Plätze in den Logen wurden vorreserviert sodaß die Kinder in der 3. Reihe fast nichts sehen konnten weil irgendwelche Erwachsenen davor saßen. (und das für 70 Euro)

Außerdem zum Vorwurf der Tiermißhandlungen: Während der Tigershow wurde ein Tiger kurch die Manege gehetzt, der sichtliche Probleme mit seiner Hüfte hatte. Er konnte kaum auf seinen Sitz springen.

DIES IST TIERQUÄLEREI.

DIesen Zirkus kann man wirklich nicht weiterempfehlen!!!!!!!!

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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