Das aktuelle Wetter Duisburg 17°C
Duisburg

Chinesische Kunst unter der Haut

14.09.2012 | 19:22 Uhr
Chinesische Kunst unter der Haut
In der Tattoosprechstunde in der Cubus Kunsthalle beraet Prof. Kuanhua Xu, damit es kein Malheur gibt.Foto: Lars Froehlich

Stadtmitte. Schätzungsweise 70 000 chinesische Schriftzeichen gibt es – da kann man schonmal durcheinander kommen und ehe man es sich versieht, hat man „Bratwurst“ statt „Glück“ auf dem Arm stehen. Damit kein Malheur passiert, bietet Professor Kuanhua Xu vom Konfuzius-Institut im Rahmen der Ausstellung „Chinesische Dinge“ in der Cubus-Kunsthalle eine Tattoosprechstunde an. Dem feinen Herrn, der sowohl in Duisburgs Partnerstadt Wuhan als auch in Deutschland lebt, liegt übrigens jegliche Begeisterung für Körperschmuck fern. Aber er soll ja auch nur beraten.

Das Herz sieht aus wie ein Topf

„Tattoos gehören eher zur europäischen Kultur, bei uns sind nur sehr wenige Menschen tätowiert“, erklärt er. Auf Nachfrage übersetzt er Namen wie Brigitte in chinesische Schrift. „Brigitte“ gibt es nicht, nur „Birjita“, aber damit kann sich die Dame anfreunden. Ihr Name besteht aus drei Zeichen, eines davon sieht aus wie ein kleines Häuschen. Das Zeichen für „Herz“ erinnert eher an einen überkochenden Topf, ausgesprochen wird es übrigens „Xin“, aber dann gibt es noch eines für das organische Herz und manchmal malen sie auch das in Deutschland verwendete Zeichen. „Es kommt eigentlich nicht drauf an, ob man sich die Schrift waagerecht oder senkrecht tätowieren lässt, das ist Geschmacksache.“ Wer die Sprache beherrschen will, muss übrigens lange üben, denn auf die Betonung der Silben wird ebenfalls geachtet.

„Wir dachten, dass viele Leute chinesische Schriftzeichen an ihren Körpern tragen und es sich deshalb anbieten würde, die Zeichen zu erklären“, sagt Claudia Schäfer von der Cubus-Kunsthalle, die die Beratung organisiert hat. Wer der Sprache nicht mächtig ist, könne sich schließlich nicht sicher sein, ob der Tätowierer auch wirklich das richtige Symbol gewählt hat.

Individuelle Bilder gefragt

Dabei sind die chinesischen Schriftzeichen längst von anderen Bildern abgelöst worden, wie etwa Dennis Schneider vom Studio „Tattoowahn“ erzählt. Sterne sind gefragt oder andere fantasievolle Gebilde. Oft auch ausgemalt mit bunten Farben. Viele Individualisten kommen mit selbstgemalten Zeichnungen oder lassen sich von Schneider ein einzigartiges Bild unter die Haut stechen.

Catrin Altzschner schaut auf ihren Arm. Kuanhua Xu malt ein Zeichen, um ihr zu demonstrieren, wie das Wort auf ihrem Oberarm wirken würde. Ihr gefällt’s, aber ob sie die Schrift für immer möchte? Die Entscheidung kann ihr der Professor nicht abnehmen, er kann nur helfen, dass der Tätowierer keinen Schreibfehler einbaut.

Fabienne Piepiora

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Sebastian Genz serviert in Duisburg Eis für Hunde
Handel
Das Neudorfer Fachgeschäft für Tierbedarf heißt ja auch „Lekkerchen“. Hunde und Herrchen sind begeistert. Aktuell schlecken sie Banane.
Duisburger Medienhaus lädt zum Tag der offenen Tür
Redaktion hautnah
Das Duisburger Medienhaus am Harry-Epstein-Platz öffnet am 6. Juni seine Türen. Auch die WAZ stellt sich vor. Dazu gibt es ein buntes Programm.
Thyssen-Krupp baut ein neues Technikum in Duisburg
Stahlindustrie
Investiert wird ein „höherer zweistelliger Millionenbetrag“. Im Mittelpunkt steht die Nutzung von Kohlendioxid als Rohstoff.
Sparkasse Duisburg halbiert bis 2022 ihr Filialnetz
Banken-Schließung
2022 soll es noch sieben „Flaggschiffe“ in den Bezirken und 13 Geschäftsstellen der Sparkasse geben. 30 Millionen Euro für Neubauten und Online.
Riesige Rauchwolke bei Hallenbrand im Duisburger Hafen
Feuerwehreinsatz
Mit mehr als 50 Kräften war die Duisburger Feuerwehr am frühen Freitagabend im Hafen im Einsatz. Auf der Speditionsinsel brannte eine Lagerhalle.
Fotos und Videos
article
7097475
Chinesische Kunst unter der Haut
Chinesische Kunst unter der Haut
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/chinesische-kunst-unter-der-haut-id7097475.html
2012-09-14 19:22
Duisburg