Cello, Violine und Rockmusik

Die Konzerte in der Haniel-Akademie bieten meist besondere Klangerlebnisse. Diesmal gab es eine Begegnung mit „Spark – Die klassische Band“, die mit dem Programm „Wild Territories“ in Ruhrort gastierte. Geboten wurde eine Mischung aus Klassik, Pop, Folk und Minimal Music.

„Spark“ spielen in ungewöhnlicher Besetzung: Das musikalische Fundament der Gruppe bilden Klavier, Cello und Violine. Darüber toben sich Andrea Ritter und Daniel Koschitzki an diversen Blockflöten aus, die der Gruppe ihren prägenden Klang geben. Die Mischung ist ebenso eigenwillig wie gut abgerundet.

Optisch könnte „Spark“ auch als Rock-Band durchgehen: Pianist Mischa Cheung schwenkt gerne sein wallende Mähne im Rhythmus der Akkorde und die Kleidung der Musiker wird von dunklem Samt dominiert. Im Programm-Titel wird eben „Klassische Musik von ihrer wildesten Seite“ ankündigt – aber so turbulent ist der Abend dann nicht. Das Eröffnungsstück „When The Cock Crowed His Warning“ ist melodischer Folk-Pop mit Scat-Gesang. Darauf folgt mit Fazil Says „Kumru“ eine melancholische Träumerei.

Die wildesten Werke der ersten Programmhälfte sind Chiel Meijerings musikalische Huldigung an die US-amerikanische Sängerin Beyoncé und, man glaubt es kaum, ein Presto des Barock-Komponisten Georg Philipp Telemann. Spark spielen Telemann aber perkussiver und geräuschhafter, als man es von klassischen Ensembles gewohnt ist.

Starken Eindruck macht Cellist Victor Plumettaz mit seinem wilden Solo „Stonehenge“ von Péter Pejtsik. Wie er sein Instrument traktiert, erinnert an Gitarren-Soli aus dem Hard-Rock. Da das ganze Konzert auswendig gespielt wird, können die Musiker ihre volle Energie in das Live-Erlebnis fließen lassen. Stimmungsvoll ist Kamran Inces Zyklus „Songs In Other Words“, in dem Felix Mendelssohn-Bartholdys „Lieder ohne Worte“ be- und verarbeitet werden. Dass Kenji Bunch in „Alpha Dog“ die Rivalitäten unter jungen Tieren darstellen möchte, kann man kaum glauben, so harmonisch und friedvoll spielen „Spark“ diese Musik, bevor sie es dann mit „Candybox“ von Chiel Meijering noch einmal krachen lassen. Das Publikum ist ganz aus dem Häuschen.