Casino für Arme unerwünscht
26.05.2009 | 17:32 Uhr 2009-05-26T17:32:00+0200
Gegen den geplanten „Autohof” im Autobahnkreuz Kaiserberg formiert sich der Protest der Anwohner - Städte übergreifend.
An den Lärm, den Staub, den Schmutz, die irritierende räumliche Nähe der täglich abertausend vorbei rauschenden Autos und Lkw haben sie sich in den Jahren gewöhnt. Jetzt aber sollen die Anwohner des Autobahnkreuzes Duisburg-Kaiserberg, zwischen der Mülheimer Stadtgrenze und dem Duisburger Zoo, zu alldem auch noch einen so genannten „Autohof” von beachtlichem Ausmaß vor die Türe gestellt bekommen. Und schon an den Gedanken wollen sie sich gar nicht gewöhnen: Großtankstelle, Entertainmentcenter, gleich zwei Fast-Food-Anbieter, Autoservice, Waschhalle, ein 35 Meter hoher Riesen-Pylon, Parkplätze in großer Anzahl und ein Hotel mit 54 Zimmern.
Riesen-Pylon und ein Entertainment-Center
Den zentralen Kritikpunkt der Anwohner von der Dörnerhofstraße fasste gestern Klaus Gogoll bei einem Ortstermin mit Lokalpolitikern am geplanten Vorhaben zusammen: „Hier soll unter dem Deckmantel eines Autohofes ein Glücksspielstandort mit Autobahnanschluss errichtet werden.” Eine Art „Gegen-Casino für Arme”, das innerhalb einer Stadt niemals eine Chance auf Genehmigung finden würde.
Die Anwohner führten zwei konkrete Details ins Feld, die ihre Sorge untermauern, es werde gewissermaßen von hinten durch die kalte Küche ein „Mini-Las-Vegas” im Spaghetti-Knoten errichtet: Der interessierte Investor, die „Projekt-Service Middendorp GmbH” aus dem niedersächsischen Salzhagen sei nicht für den Bau und Betrieb von Autohöfen, sondern besser für den Betrieb von Automaten-Glücksspiel bekannt. Am geplanten Standort Kreuz Kaiserberg seien sechs Konzessionen mit 72 Glücksspielautomaten beantragt und geplant.
Auffällig und bemerkenswert sei, so Reinhard Machowinski, Anrainer der nahe gelegenen Raffelberg-Siedlung jenseits der Stadtgrenze in Mülheim, dass das größte der projektierten Gebäude auf dem Autohofgelände ausgerechnet das „Entertainmentcenter” sei. Verwunderlich sei auch, dass es sehr viel mehr Pkw- als Lkw-Plätze geben solle. Dabei sollte dies doch ausdrücklich ein Haltepunkt für Trucker werden. Womit klar sei, dass hier nicht 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr mit Brötchen und Benzin Geschäfte gemacht werden solle. Glücksspiel an der Autobahn aber, so die Furcht der Anrainer, ziehe „eine bestimmte Art von Kundschaft” an. Ein Milieu, für das der vorhandene Straßenstrich am Zoo-Parkplatz ebenfalls bald zum „Autohof” umsiedeln würde.
Ausführliche Informationen dazu morgen in Ihrer NRZ

15:12
ich bin mir nicht sicher, ob stimmt, was mein vorredner sagt!
11:10
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18:46
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16:24
Die Idee mit dem Autohof ist einfach genial.
Und vielleicht kann das Theater an der Ruhr den einen oder anderen Brummifahrer auch zu einem Theaterstück abwerben.
16:09
so bescheuert wie die leute da parken fährt da bestimmt kein lkw rein. da ist doch die müllabfuhr schon fast überfordert!
15:49
logisch fahren die durch die wohnviertel. Die merken nämlich erst, dass die jämmerlichen 60 stellplätze voll sind, wenn sie schon am gelände sind und suchen dann ein ausweichplätzchen. oder willst du behaupten, nicht mehr als 60 lkw verlassen die autobahn - wie naiv!
13:49
@ #1 von EinerausdemRathaus,
Wer bist Du denn?
13:48
Ja genau, nichts wird auf die Leute dort zukommen. nicht mehr als jetzt auch. ich hasse so leute, die immer nur meckern und sich beschweren... maaan man man... genau deshalb ist es toll, dass es bei uns keinen volksentscheid im großen stil gibt. das wäre echt der untergang!!!
13:30
Ein Autohof für Trucker fehlt hier nicht, ist sogar völlig überflüssig. Entsprechende Angebote sind mitten im Ruhrgebiet massenweise vorhanden. Da steht nur das Wort Autohof nicht dran.
Offensichtlich geht es hier um die Einrichtung eines Vergnügungsparks.
Wer in der Nähe von 24 h-Fastfood-Tempeln oder 24h Tankstellen wohnt mag erahnen, was dann auf die Raffelberg oder Werthackersiedlung zukommt...
11:49
die feinen herren und damen möchten wohl keine armen oder sozial schwachen in ihrer nähe wissen, kann das sein herr machowinski? angst dass die grundstückspreise sinken oder diese leute in ihr haus einbrechen?!? es wäre eine schande, wenn so leute mit ihrem anliegen durchkommen. von hinten durch die kalte küche werden hier nämlich vorurteile vorgebracht und der wunsch geäußert, die trennung der gesallschaftlichen schichten doch bitte beizuhalten. raffelberg für reiche!!! wobei ich auch nicht arm bin, nur bin ich wohl etwas liberaler in meiner einstellung. der grund des stärkeren verkehrs ist auch nur vorgeschoben, von der autobahnabfahrt führt der weg durch unbebautes gebiet direkt zum geplanten autohof.
kein zusätzlicher lkw würde durch eine wohnsiedlung fahren!