Bulgare griff im Streit am Straßenstrich handfest ein

Zwei 25 Jahre junge, aber bereits altgediente Prostituierte wollten am 5. Januar 2013 einigen Neulingen die Regeln auf dem Straßenstrich am Zoo erklären. Doch die jungen Bulgarinnen wollten sich nichts erklären lassen. Sie griffen stattdessen zum Telefon. Was folgte, brachte einem Bulgaren (45) aus Marxloh in zweiter Instanz vor dem Landgericht acht Monate Gefängnis ein.

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung war er vom Amtsgericht zu zehn Monaten verurteilt worden. Von den Damen am Zoo alarmiert, sei der Angeklagte mit seinen beiden Söhnen herangerauscht und habe eine der 25-Jährigen gewürgt, während sein Sohn auf die zu Boden gehende Liebesdienerin eintrat - was dem übrigens sechs Monate eingebracht hatte.

Der Frau war es allerdings gelungen, die Angreifer mit Pfefferspray in die Flucht zu schlagen. Im Wagen zweier Bekannter verfolgte sie die Täter und lotste die Polizei zur Festnahme.

Vor der Berufungskammer beteuerte der 45-Jährige seine Unschuld. „Ich bin Christ und habe acht Kinder.“ Er sei nur zum Parkplatz gefahren, um seine Söhne abzuholen, weil die jemand mit Gas besprüht habe. „Ich habe niemanden geschlagen und nichts mit dem Straßenstrich zu tun.“ Sein Vorstrafenregister berichtete anderes: Unter anderem war er verurteilt worden, weil er seine Schwägerin zur Prostitution gezwungen hatte. Zum Zeitpunkt des Übergriffs auf dem Parkplatz stand er noch unter Bewährung. Die Aussagen der beiden Hauptbelastungszeuginnen ließen an der Schuld des Angeklagten wenig Zweifel. Eine angebliche Entlastungszeugin schaffte es dagegen, dass der Staatsanwalt ihr ankündigte, er werde ein Verfahren wegen Falschaussage einleiten.

Die Kammer hatte am Ende keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Warum sie ihm zwei Monate nachließen, bleibt das Geheimnis der Richter. Die Staatsanwaltschaft darf sich damit trösten, dass der Angeklagte auch die zweijährige Bewährungsstrafe absitzen muss.