„Bürgerbeteiligung wird wichtiger als je zuvor“
01.07.2012 | 20:49 Uhr 2012-07-01T20:49:00+0200
Duisburg. Hermann Kewitz (ProDuisburg): „Die geringe Wahlbeteiligung ist nicht so ein Schlag für die Demokratie, wie viele meinen. Die Menschen wollten einen Neuanfang und waren von dem Angebot enttäuscht. Wir müssen jetzt gemeinsam mit Link die Probleme angehen, jetzt muss Ruhe auf dem Schiff einkehren.“
Michael Rubinstein (unabhängiger OB-Kandidat): „Ich habe so ein Ergebnis erwartet. Es ist die bittere Fortsetzung der Wahl vor zwei Wochen, als wir es nicht geschafft haben, die Duisburgerinnen und Duisburger zu mobilisieren. Die 2,6 % an ungültigen Stimmen sind zudem eine bewusste Entscheidung, das werte ich als Protest.“
Matthias Schneider, (Grüne, Vorstandsprecher) „Alle Parteien haben bei der Wahl - mit Blick auf die Love parade-Katastrophe - darauf verzichtet, Inhalte profilierter rüberzubringen. Das ist sicher ein Grund für die geringe Wahlbeteiligung. Sören Link muss den Neustart tragen. Ob der gelingt, hängt sehr davon ab, wie viel Bürgerbeteiligung es gibt.“
Josef Krings (Alt-Oberbürgermeister): „Ich hoffe, dass man mit der Macht, die man zurückbekommen hat, fürsorglich umgeht.“
Dr. Heinz Dieter Kantel (Grüne, Ratsherr): „Link sollte das, was Rot-Rot-Grün vereinbart hat, nun mit Auge umsetzen. Die geringe Wahlbeteiligung war leider absehbar. So viele wollten die Abwahl Sauerlands, aber sie waren wohl enttäuscht, dass der Neuanfang nun doch eine parteipolitische Entscheidung wurde. Daher ist die Bürgerbeteiligung in Zukunft wichtiger als je zuvor.“

11:37
Ist ja interessant, Herr Kantel, dass Sie plötzlich die Bedeutung der Bürgerbeteiligung wieder entdecken, die auch Ihnen bisher völlig unwichtig war. Haben Sie überhaupt schon zur Kenntnis genommen, dass es etliche Bürger gibt, die sich schon längst, allerdings unerwünscht beteiligen? Die schwierige Themen ansprechen, dazu Anregungen geben, aber auch Fragen stellen? Und deren Beteiligungsversuch nicht einmal beantwortet wird, auch nicht von den Grünen?
Und die Bürger wurden doch bei der Neuwahl gar nicht beteiligt, weil die SPD längst ihren Kandidaten im Ärmel hatte, die anderen Parteien nachzogen und sich einen Dreck um den berechtigten Wunsch der Bürger scherten. Wo gab es denn Gespräche über einen überparteilichen Konsenskandidaten? In Pusemuckel? Jedenfalls nicht in Duisburg.
Denken auch Sie mit Ihrer Partei darüber nach, wieviel passiert sein muss, um die Bürger einer Stadt derartig resignieren zu lassen. Sie werden feststellen müssen, dass Ihre Forderung eine Sprechblase ist.