Bündnis verzichtet auf eigene Gegenkundgebungen

Das „Bündnis für Toleranz und Zivilcourage“ hatte diesmal nicht zu einer eigenen Kundgebung gegen die Pegida-Aktion aufgerufen, nachdem sich vor einer Woche noch rund 4000 Teilnehmer vor dem Opernplatz versammelt hatten. „Wir glauben, dass Pegida seinen Zenit überschritten hat“, erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff und einer der Bündnis-Mitstreiter. Superintendent Armin Schneider betont: „Wir haben mit der Veranstaltung in der vergangenen Woche ein Zeichen gesetzt. Das wollen wir so stehen lassen. Wir sind Duisburg, 365 Tage im Jahr.“ Statt symbolisch zu Kundgebungen und Demos aufzurufen, will das Bündnis lieber eine Veranstaltungsreihe ins Leben rufen.

Unter dem Motto „Wir sind Duisburg. 365 Tage im Jahr“ sollen Diskussionen, Begegnungen und Veranstaltungen gesammelt werden, bei denen etwa Kirchen,Vereine und Verbände zeigen, dass das Miteinander im Kleinen funktioniert. „Demonstrationen sind immer nur Symbole. Dadurch ändert sich nichts. Wir wollen tiefenwirksam arbeiten“, erklärt Angelika Wagner vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Neben bereits geplanten Veranstaltungen, die zu diesem Motto passen könnten, soll es auch einige extra organisierte Treffen geben. Am kommenden Montag will etwa Oberbürgermeister Sören Link die Integrationsverbände zu einem Gespräch ins Rathaus einladen. Die DGB-Jugend will Seminare anbieten, in denen die Auszubildenden lernen, wie sie richtig auf Stammtischparolen reagieren.

Die Gefahr, dass das Bündnis „Pegida“ und den anderen Gegendemonstranten die Straße überlässt, sehen Schneider und seine Mitstreiter nicht. Auch um die republikweite Außenwirkung Duisburgs, etwa weil „Pegida“ mobilisiert, die Gegendemos aber nicht auf breiter Basis stattfinden, machen sie sich keine Sorgen. Stadtdechant Bernhard Lücking weiß: „Es wird ein mühsamer Weg.“