Bündnis hat eine Chance vertan

Ja, der Auftritt der Duisburger Stadtgesellschaft gegen die erste Pegida-Demonstration in der vergangenen Woche war beeindruckend. Ja, es ist richtig, wenn die Veranstalter, das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, nicht müde werden, zu betonen, dass sie Duisburg sind und nicht die anderen. denn es stimmt. Und noch mal ja: Duisburg hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es braunen Aufmärschen in großer Mehrheit die bunte Karte zeigt.

Nun will das Bündnis den „Stern der Vielfalt“ in Duisburg noch mehr zum Strahlen bringen und vor allem auf positive Beispiele für ein gelungenes Miteinander setzen. Das sei nachhaltiger als eine Protestkundgebung nach der anderen. Stimmt, wenn man schon vier, fünf oder sechs Mal auf die Straße gegangen ist. Aber nach dem ersten Mal?

Das Argument der Nachhaltigkeit mag ja ziehen, aber Symbolkraft geht von kleinen Veranstaltungen im Stadtteil wirklich nur sehr begrenzt aus. Dabei kann Duisburg positive Signale mehr als gut gebrauchen. Bundesweit wird wohl kaum über gelungene Integrationsbeispiele in Serm oder das friedliche Miteinander in Röttgersbach berichtet werden. Eher über das Fehlen einer sichtbaren bürgerlichen Protestbewegung. Für Duisburg ist der Nichtaufruf eine vertane Chance.