Brückensanierung: das Ende vom Anfang

Es wuselt auf der Baustelle am Ufer des Vinckekanals: Rund 50 Arbeiter installieren Ampeln, bauen Schienen ein, stellen Gehwege fertig, montieren Geländer und bringen Markierungen auf die Straße. Der Zeitdruck ist hoch: Ab Sonntag, 28. Juni, ab 15 Uhr soll der Verkehr über die neuen Brücken rollen. Um die Straßen und Gleise von der Behelfsbrücke auf den Neubau zu verschwenken, bleiben gerade einmal neun Tage Zeit. Deshalb wird der Brückenbereich ab dem morgigen Freitagmorgen für den Verkehr komplett gesperrt.

Die Arbeiten sind aufwendig: Um die Behelfsbrücke abzuhängen und die neue Brücke anzuschließen, müssen die Lücken mit einer Länge von rund 50 Metern komplett neu erstellt werden. Der Nahverkehr genießt bei den Arbeiten Vorrang: Bahngleise müssen verschwenkt und mit denen auf der Brücke vergossen werden, auch die Oberleitungen müssen wieder komplett verlegt werden. Das alles soll am ersten Wochenende über die Bühne gehen, damit zumindest die Straßenbahn am Montagmorgen, 22. Juni, ab 4 Uhr über die neuen Brücken fahren kann. Die Autofahrer müssen sich eine Woche länger gedulden. Die Umleitungen sind ausgeschildert und führen einmal um den Hafenbereich über die Aackerfährbrücke. Wer kann, weicht aber wohl eher auf die A59 aus.

Die Behelfsbrücke allerdings wird wohl erst zum Ende des Jahres verschwunden sein. Und die Verkehrssituation wird sich auch nicht entspannen: Anfang 2016 gehen die Arbeiten am OB-Karl-Lehr-Brückenzug an anderer Stelle weiter. Die Vincke-Brücke war nur der erste Bauabschnitt, die Sperrung in der kommenden Woche ist sozusagen nur das Ende vom Anfang: Der zweite Bauabschnitt umfasst die Kaiserhafen-Brücke, die Hafenkanal-Brücke und die Ruhr-Brücke. Auch die Kosten werden mit derzeit kalkulierten 75 Millionen Euro dreifach so hoch sein wie die bisherige Sanierung.