Britische „Tea Time“ in Duisburg

Diplomkräuterfachfrau Heike Röger
Diplomkräuterfachfrau Heike Röger
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Woher kommt der Tee? Welche Sorten gibt es? Wie lang muss er ziehen? Antworten auf diese und andere Fragen gab am Samstag ein Seminar im Ruhrorter „Schiffchen“.

Duisburg.. Wie lange sollte Tee ziehen? Wie hoch ist die perfekte Kochtemperatur? Und welcher Tee passt überhaupt zu mir? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekamen Besucher des „Tea Time“ Seminars am Samstagnachmittag im „Schiffchen“ am Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort.

Erfahrende Teetrinker und jene, die es erst werden wollen, sitzen an der gedeckten Tafel und probieren schwarzen Tee in vornehmen Sammeltassen aus Großmutters Vitrine. Jüngere und ältere Paare diskutieren über ihren Teegeschmack, im Hintergrund läuft britische Musik. Einmal im Monat veranstaltet die Gastronomen Petra Wosnitzka und Markus Dworaczek die „British Tea Time“ – eine Teeverkostung nach englischem Vorbild.

Viel Liebe ist wichtigste Zutat

Zu Herkunft und Tee-Sorten gibt’s zweimal im Jahr besagtes Seminar im „Schiffchen“. Erstmals wurde es nun von Tee-Sommelière Petty Theile geleitet – unterstützt von der Diplomkräuterfachfrau Heike Röger. Sie bietet in ihrem „Theehaus“ in Mülheim-Saarn regelmäßig Tee-Seminare an, um ihre Leidenschaft mit interessierten Kunden zu teilen. „Es gibt so viel zu erzählen, weil es so viele Arten und Varianten gibt“, schwärmt sie.

„Nicht alles, was krümelig ist, ist Tee“, betont Röger. Die Zuhörer erfahren, dass echter Tee nur von der Teepflanze stammt, die nicht in England, sondern vor allem in Indien, Sri Lanka, China und in der Türkei gedeiht. Zusammen mit Theile gehen sie auf eine Reise in die Vergangenheit, um mehr über die Geschichte des Tees zu lernen. Anschließend werden verschiedene Sorten von mild bis kräftig gekostet. Dabei erklärt Theile ganz genau, wie lange sie ziehen müssen, wie lange sie haltbar sind und was eigentlich drinsteckt. „Die wichtigste Zutat ist ganz viel Liebe“, sagt Röger mit einem Schmunzeln, während sie fleißig aufgießt.

Nach der Theorie werden – passend zur „Tea Time“ – Sandwiches, Scones, Cupcakes und weitere süße Verführungen serviert. Inhaberin Wosnitzka sorgt auch damit für eine britische Atmosphäre. „Statt der herkömmlichen Kaffeetafel bieten wir mal was Anderes“, sagt sie. Sie selbst, gibt sie zu, sei keine Teetrinkerin. Doch die britische Teekultur gefällt ihr mittlerweile so gut, dass sie ihr zur Herzensangelegenheit geworden ist.

Veranstaltungen sind jeden Monat

„Wir sind durch Zufall auf die Idee gekommen“, verrät sie. „Während der Olympischen Spiele in London 2012, kam uns die Idee mit der Tea Time in unserer Gaststätte.“ Die Tee-Nachmittage kommen so gut an, dass sie in jedem Monat ausgebucht sind. Besucherin Pauline-Ann Seile kommt aus England und ist begeistert. „Ich wollte meine Freunde überzeugen, wie gut der englische Tee schmeckt“, erzählt sie.

Mit Erfolg! Ihre Begleiter sind positiv überrascht. „In Zukunft werde ich öfter englischen Tee trinken“, sagt Mekke Amre, „mit perfekter Ziehzeit und ohne Zucker“. Luise Klose ist allein zum Seminar gekommen – aus Interesse und um mit der Kultur in Kontakt zu kommen. „Ich werde nun mit Sicherheit aufmerksamer meinen Tee genießen“, verspricht die Lehramtsstudentin. Was macht den Tee so besonders? „Er kann einen durch alle Lebenslagen begleiten“, sagt Petty Theile. „Er kann trösten und beruhigen, aber auch motivieren.“