Brandschutzmängel - Mercatorhalle in Duisburg bleibt zwei Jahre zu

Bis Mitte 2014 bleibt der Große Saal der Mercatorhalle jetzt mindestens geschlossen.
Bis Mitte 2014 bleibt der Große Saal der Mercatorhalle jetzt mindestens geschlossen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Duisburger Mercatorhalle ist erst fünf Jahre alt. Doch nun müssen der Kleine und Große Saal so aufwändig saniert werden, dass an eine Inbetriebnahme im kommenden Sommer 2013 gar nicht zu denken ist. Der kleine Saal wird frühestens Anfang September 2013, der Große Saal erst zur Spielzeit 2014/2015 wieder geöffnet.

Duisburg.. Es kommt immer schlimmer und schlimmer: Der Kleine und Große Saal der Mercatorhalle müssen so aufwändig saniert werden, dass eine kurzfristige Inbetriebnahme nicht möglich ist. Nach einer intensiven Begutachtung durch das Immobilien-Management Duisburg (IMD) und externe Sachverständige ist jetzt klar, dass der Kleine Saal erst Anfang September 2013 und der Große Saal sogar frühestens erst zur Spielzeit 2014/2015 wieder geöffnet werden können.

Dass Zeitverzögerung und Mehrkosten drohen, hatte sich schon angedeutet, als im November praktisch über Nacht die Wiedereröffnung des Kleinen Saals abgesagt werden musste, weil nicht nur an den Fluchtwegen, sondern an den Wandverkleidungen des Kleinen Saals Brandschutzmängel entdeckt worden waren. Nach aktuellem Kenntnisstand des IMD müssen nun beide Säle sowie alle zugehörigen Nebenflächen umfassend brandschutztechnisch saniert werden.

Politik Denn weitere Untersuchungen haben ergeben, dass hinter den Wandverkleidungen der fünf Jahre alten Säle Hohlräume liegen, die es nicht geben darf. In ihnen laufen elektrische Kabel, zum Beispiel für die Bühnentechnik. Bei einem Brand könnte der Rauch dadurch in die Räume ziehen. „Die Sanierung wird schwierig“, meint der IMD-Bereichsleiter Claas Frein.

Deutlich längere Bauzeiten

Denn die anspruchsvolle Raumakustik in dem Konzertsaal für die Philharmoniker und die raumlufttechnischen Anforderungen u.a. auch für die empfindliche Orgel sind höchst sensibel. Das führt nach Ansicht der Sachverständigen zu deutlich längeren Bauzeiten. Auch statische Fragen kommen auf, wenn die Wandkonstruktionen erneuert werden müssen. Das IMD will mit dem Rechtsamt nun forciert Schadensersatzforderungen gegen die beteiligten Firmen prüfen.

Durch die längere Schließung der beide Säle müssen Duisburg Marketing (DMG) als Hallenbetreiber und die Kulturbetriebe für ihre Veranstaltungen alternative Standorte finden. Bis Juni 2013 ist zumindest gesichert, dass die Philharmoniker im Theater am Marientor (TaM) spielen. „Lieber die harte Wahrheit als die dauerhafte Unsicherheit, auch wenn es sehr bitter ist“, erklärte DMG-Chef Uwe Gerste zu der neuerlichen Hiobsbotschaft.