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Branche der Modelleisenbahnen in Duisburg verzeichnet Boom

26.02.2016 | 12:00 Uhr
Branche der Modelleisenbahnen in Duisburg verzeichnet Boom
Modellbahn-Experten unter sich: Die beiden Geschäftsführer der „Drehscheibe“, Christel Asche und Holger Willekes, sowie Mitarbeiter Ulrich Janzen (v. l.) beraten ihre Kunden seit 2009 in Großenbaum.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Die Branche der Modelleisenbahnen verzeichnete zuletzt einen regelrechten Boom. Ein Besuch in zwei Duisburger Modellfachgeschäften.

Die gute alte Modelleisenbahn, die früher in den Wohn- und Kinderzimmern der Republik durch zauberhafte Miniatur-Landschaften ratterte, fristete in den Jahren zuvor ein Schattendasein. Lokomotiven, Waggons und Tunnel landeten immer öfter in Kartons verpackt im Keller, oder sogar im Müll. Doch nun erleben die geschrumpften Züge eine Auferstehung.

Immer mehr in die Jahre gekommene Enthusiasten, für die Modelle viel mehr als nur „Spielzeuge“ sind, bauen ihre Anlagen wieder auf – und investieren in gut erhaltene Gebraucht- und wertige Neuwaren. Aber auch Nachwuchs wird rekrutiert. „Unsere Branche erlebt derzeit einen richtigen Boom“, bestätigen die Duisburger Modellbahnhändler Holger Willekes und Peter Kupsch.

Umzug im Jahr 2009

Wer durch die Eingangstür der „Drehscheibe“ in Großenbaum schreitet, betritt eine andere Welt. An jeder Wand des Modellfachgeschäftes reichen die Regale bis unter die Decke. Dort stapeln sich Verpackungen, in denen Klassiker, aber auch nigelnagelneue Loks und Anhänger auf ihre Käufer warten.

„Wir hatten unser Geschäft vorher auf der Kuhstraße in der Innenstadt. 2009 sind wir dann hierhin zur Großenbaumer Allee gezogen“, erzählt Holger Willekes. Der 60-Jährige – der sich selbst als „Neudorfer Jungen“ bezeichnet, inzwischen aber in Neuss lebt – ist Geschäftsführer der „Drehscheibe“. Eine Aufgabe, die er sich mit Mitstreiterin Christel Asche teilt.

„Unsere Stammkundschaft bildet jene ältere Generation, die schon als Kind Kontakt zu einer Modelleisenbahn hatte, inzwischen im Ruhestand ist und entsprechend Zeit hat“, sagt Willekes.

Ein antiquiert wirkendes Hobby wird modern

Die rasante technische Entwicklung der vergangenen Jahre sorgte dafür, dass auch ein so antiquiert wirkendes Hobby längst wieder modern und in der Gegenwart angekommen ist. Gesteuert werden die Züge etwa nicht mehr wie früher per Trafo, sondern per digitalem Steuerungsgerät. Diese Schaltzentrale kitzelt aus den Miniatur-Lokomotiven, die fast alle mit einem Sounddecoder ausgestattet sind, die originalen Brems- oder Anfahrgeräusche heraus. Aber nicht nur mit dem computerähnlichen Schaltpult, auch mittels Smartphone oder Tablet lässt sich der Fahrspaß heute steuern. „Das ist wichtig, um für die jungen Modellbahnfans interessant zu sein“, hat Willekes festgestellt.

Und warum gab es so lang die Probleme, dass der Funken der Begeisterung für die Modelleisenbahn nicht so recht auf Kinder und Jugendliche überspringen wollte? „Bei vielen fehlt heute im Alltag einfach die Verbindung zur Eisenbahn“, vermutet Willekes. Er selbst sei als Kind oft mit seinen Eltern zu Bahnhöfen gefahren, um Züge zu gucken. „Dort tobte das Leben, es herrschte ein internationales Flair. Und Lokführer war damals für viele Kinder der größte Berufswunsch.“

Preiswerte Startersets

Entscheidend für den Sinneswandel war, das die führenden Hersteller der Branche wie Märklin, Roco, Fleischmann, Revell oder Trix nun wieder auf preiswertere Startersets setzen, statt nur Hochpreisiges für Hardcore-Fans anzubieten. Bei etwa 100 Euro geht’s los, mit ein bisschen Ausstattung ist man aber auch schnell mit 300 bis 400 Euro dabei, so Willekes. „Und nach oben ist der Sache keine Grenzen gesetzt.“

Natürlich werden die Fans aller Spurbreiten in Großenbaum fündig. Ob H0 (Maßstab 1:87), Spur N (1:160), Spur 0 (1:48), Spur 6 (1:22,5) oder Spur 1 (1:32): Auch die kleinsten und ausgefallensten Schienenfahrzeuge warten auf ihren Giganten-Lokführer.

Thomas Richter

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2016-02-26 12:00
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