Bosporus - Tor der Kulturen
29.01.2009 | 17:09 Uhr 2009-01-29T17:09:00+0100
Die 32. Duisburger Akzente wagen eine Reise in die Türkei.
„Bosporus - Tor der Kulturen” lautet das Thema des diesjährigen Kultur-Festivals, zu dessen Höhepunkten traditionell das Theatertreffen gehört. Der Duisburger Schauspiel-Chef Michael Steindl stellte gestern das Programm vor, das vom 25. April bis zum 13. Mai hochkarätige Aufführungen türkischer und deutscher Theater-Bühnen bietet. Wie Kulturdezernent Karl Janssen betonte, habe „das Theatertreffen, das auch die Migration zum Thema macht, Duisburger Nähe”.
Für eine Deutschland-Premiere sorgt am 13. Mai die Inszenierung „Histanbul” nach einem Comic von Kemal Gokhan Gurses in der Regie von Mustafa Avkiran und Övül Avkiran, das einen ganz besonderen Schlusspunkt des Theatertreffens bietet.
Eröffnet wird das Festival am Samstag, 25. April, 20 Uhr, mit der Premiere von Feridun Zaimoglus „Schwarze Jungfrauen II - die Sehnsucht brennt sich in mein Herz” vom Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel. Zaimoglu hat in Berlin junge muslimische Frauen interviewt und ihre Lebensberichte zu zehn messerscharfen Monologen geformt. Weitere Aufführungen folgen.
Das Jugendtheater Spieltrieb ist mit „Der trojanische Krieg findet nicht statt” noch einmal am 28. April auf der Akzente-Bühne zu Gast. Es folgt am Sonntag, 3. Mai, 19.30 Uhr, der Liederabend „Ashura” von Mustafa und Övül Avkiran in zwölf Sprachen.
Erstmals am 4. Mai, 20 Uhr, ist das Theater Hebbel am Ufer Berlin mit Nurkan Erpulats „Jenseits - Bist du schwul oder bist du Türke” in Duisburg zu Gast. Es folgen weitere Aufführungen.
Die Münchner Kammerspiele und Regisseur Lars-Ole Walburg gehören zu den Stars des Festivals. Am 6. Mai, 19.30 Uhr, wird Orhan Pamuks Roman „Schnee” auf die Duisburger Bühne gebracht. Die Geschichte des Dichters Ka, der ins ostanatolische Kars reist, um eine Reportage über eine Reihe von Selbstmorden junger Frauen zu schreiben und um seine Jugendliebe Ipek wiederzusehen.
Das Schauspiel des Staatstheaters Stuttgart ist am 9. und 10. Mai mit Volker Löschs „Medea” nach Euripides zu Gast. Der Mythos Medea eröffnet einen Komplex von Fragen und Themen, die allesamt um das Fremdsein in einer „intakten Welt” kreisen, die Versprechungen macht, die sie nicht einlöst. Als „Medea-Chor” stehen neben den Schauspielerinnen 16 Frauen von 18 bis 52 Jahren mit deutsch-türkischen Lebensläufen auf der Bühne.
Die Theaterperipherie aus Frankfurt wird sich am 11. und 12. Mai mit „Leyla & Medschnun” nach den Romanen des persischen Autoren Nizami in Duisburg präsentieren. Am 19. April wird um 18 Uhr bei einer Soire´e im Theater-Foyer das Akzente-Theater-Programm in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Die Veranstalter sind bestrebt, auch das h ier lebende türkische Publikum für das Programm zu interessieren. Helfen will dabei Dursan Yilmaz von der Entwicklungsgesellschaft Duisburg, der auch die Marxloher Moschee zum Ort für gezielte Akzente-Werbung machen

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