Bombe in Meiderich entschärft

Eine Zehn-Zentner-Bombe sorgte am gestrigen Abend in Untermeiderich für die Evakuierung von mehr als 3500 Menschen. Weitere 8400 Duisburger, die in der Sicherheitszone leben, durften ihre Wohnungen nicht verlassen. Der Rektor der Bergschule hatte bereits vorsorglich schulfrei gegeben. Die Entschärfung dauerte 21 Minuten. Um 20,27 Uhr heulten die Sirenen und gaben Entwarnung.

Bombe bereits am Montag gefunden

Gefunden worden war die amerikanische Bombe mit Aufschlagzünder bereits am Montagnachmittag bei privaten Sanierungsarbeiten an der Schmidtstraße. Es war der erste Bombenfund in diesem Jahr in Duisburg.

Die Entscheidung, den Blindgänger erst am gestrigen Dienstag zu entschärfen, erklärte Stadtsprecherin Jennifer Gräfe wie folgt: „Als die Bombe gefunden wurde, war es schon recht dunkel. Da der Blindgänger nicht bewegt worden war und in einer engen Baugrube lag, hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst entschieden, dass nicht sofort entschärft werden muss.“

Immerhin 180 Mitarbeiter von Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr informierten die Anwohner mit Flugblättern, Durchsagen und persönlich. Während der Entschärfung fanden Betroffene im evangelischen Gemeindezentrum Auf dem Damm Unterschlupf.

Rund 40 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter und der Malteser nahmen dort gegen Nachmittag die ersten Evakuierten mit belegten Brötchen sowie kalten und warmen Getränken in Empfang. Außerdem holte ein Fahrdienst Pflegebedürftige, Bettlägerige und andere Hilfsbedürftige daheim ab. Je nach Bedarf wurden sie ins Johannes-Hospital oder zur Sammelstelle gebracht, darunter auch ein Mann mit Kunstherz. Insgesamt gab es 50 Krankentransporte.

Unter den rund 170 Menschen, die im Gemeindehaus Zuflucht fanden, war auch Hermann Zacharias (88): „Ich lebe schon etliche Jahrzehnte hier, aber evakuiert wurde ich noch nie. Das ist mal etwas anderes“, sagte er augenzwinkernd. „Die Fahrt von meiner Wohnung zum Gemeindezentrum ist reibungslos verlaufen.“

Nachbarin Susanne Kürten und Sohn Daniel (6) leisteten dem Rentner Gesellschaft. „Ich denke, wir bekommen die Zeit hier ganz gut um“, so Kürten. Vor allem Daniel genoss die Umstände sichtlich, er fand die Evakuierung „richtig spannend“.