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Bibliothek um 13 Sprachen reicher

25.10.2011 | 17:04 Uhr
Bibliothek um 13 Sprachen reicher
Förderung der Internationalen Kinder-und Jugendbibliothek durch die Stifrung der Sparkasse Duisburg "unsere Kinder-unsere Zukunft". Bei der PK am 24.11.2011 zur Vorstellung in der Zentralbibliothek wurden Bücher in verschiedenen Sprachen vorgestellt. Namen v.l.: Dr. Jan - Pieter Barbian (Direktor Stadtbibliothek), Hans Werner Tomalak ( Sparkasse Duisburg), Ralf Hörsken (Geschäftsführer der Duisburger Bildung-Bildungsholding), Yilmaz Holtz -Ersahin ( Leiter Interkulturelle Bibliotheksarbeit. Foto: Hayrettin Özcan

Duisburg.Die Stadtbibliothek hat dank einer großzügigen Spende der Sparkassen-Stiftung „Unsere Kinder - Unsere Zukunft“ den Grundstock für die Internationale Kinder- und Jugendbibliothek legen können.

Helme Heine und seine tierischen Freunde auf Italienisch, Pünktchen und Anton auf Bulgarisch, der Regenbogenfisch auf Russisch: Für 30 000 Euro konnten rund 2000 Bücher in insgesamt 13 Sprachen angeschafft werden: Arabisch, Bulgarisch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.

Hans-Werner Tomalak, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse, betonte, dass man mit den Stiftungen „durch eine Vielzahl von Maßnahmen die Lebensqualität verbessern will“. Auch in Zukunft werde man das Wohl der Stadtbibliothek im Auge behalten. Das ist gut so, denn angesichts der angespannten Haushaltslage, so Bibliotheks-Leiter Dr. Jan-Pieter Barbian, sei es schwer genug, den deutschsprachigen Bestand zu pflegen.

Treffpunkt Bibliothek
Die „Schätze“ der Stadtbibliothek Duisburg
Die „Schätze“ der Stadtbibliothek Duisburg

„Treffpunkt Bibliothek!“ heißt es in Duisburg vom 24. bis 31. Oktober. Die bundesweite Aktionswoche steht diesmal unter dem thematischen Schwerpunkt „Schätze“. Die Stadtbibliothek Duisburg beteiligt sich mit 28 Veranstaltungen an der Aktionswoche.

Neben täglichen „Märchen aus der Schatztruhe“ in Zusammenarbeit mit dem AWO Mehrgenerationenhaus, kommen Kinder bei jeder Menge Vorlesespaß, Bilderbuchkinos, Basteln und Kindertheater auf ihre Kosten. Erwachsene sind am Dienstag, 25. Oktober um 20 Uhr zu einer Lesung mit Feridun Zaimoglu aus seinem aktuellen Roman „Ruß“ in die Zentralbibliothek eingeladen.

Weiter geht es am Freitag, 27. Oktober um 19 Uhr mit einer satirischen Lesung von Robert Otten, der seine Zuhörer in der Bezirksbibliothek Buchholz in die „deutsche Esskultur“ einführen wird.

Buchversteigerung

Die Schul- und Stadtteilbibliothek Gesamtschule Süd lädt am gleichen Tag um 19.30 Uhr zu einem Poetry Slam ein und zeitgleich präsentiert Martin Zingsheim in der Bezirksbibliothek Rheinhausen einen Kabarettabend mit Musik.

Am Samstag, 29. Oktober, versteigert die Zentralbibliothek um 12 und 14 Uhr besondere, wertvolle und antiquarische Bücher, Kinderbücher, Plakate und Dekorationen aus dem Bibliotheksfundus und öffnet um 13 Uhr erneut ihre Schatzkammer der Sammlung historischer Bücher.

Zum Ausklang gibt es am Sonntag, 30. Oktober, um 17 Uhr in der Bezirksbibliothek Rheinhausen eine Lesung mit Musik rund um das träumerische und poetische Andalusien.

Die vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. initiierte Kampagne erreichte im letzten Jahr mit rund 10 000 Stunden Programm über eine halbe Million Besucher. Hauptförderer ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das Programm mit allen Terminen gibt es in den Zweigstellen und der Zentralbibliothek sowie unter www.stadtbibliothek-duisburg.de.

Ralf Hörsken, Geschäftsführer der Bildungs-Holding , nutzte die Gelegenheit, gleich um weitere Sponsoren zu werben, denn Spracherwerb könne nicht über den Fernseher abgewickelt werden und ohne Sprache könne es keine Teilhabe, keine Zukunft geben. „In unserer Stadt sind über 150 Sprachen vertreten, in manchen Stadtbezirken haben alle Kinder einen Migrationshintergrund.“ Deshalb müsse man auch das Angebot anpassen. In Duisburg leben rund 160 000 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, hinzu kommen jährlich rund 1000 Neu-Zuwanderer.

Barbian betonte, dass es bei dem Projekt um das Lernen von - und Miteinander gehe. Sein Überschriften-Vorschlag an die schreibende Zunft lautet entsprechend: „Erlesene Mehrsprachigkeit“. Damit hat die Stadt bereits 1974 begonnen, als eine Türkische Bibliothek eröffnet wurde. Anfangs gab es auch einen gelben Bus, der auch Literatur in anderen Gastarbeitersprachen an Bord hatte, wie Barbian erinnert. Aus Kostengründen blieb es am Ende bei türkischer und russischer Literatur, ohne Bus. Dafür habe sich die Bibliothek entwickelt. „Sie ist mehr als eine Datenbank, sie ist ein öffentlicher Ort für Begegnungen“, so Barbian. Dem wolle er mit einer besonderen Aufenthaltsqualität auch im künftigen Quartier, dem Stadtfenster, Rechnung tragen.

Für das neue Angebot wird jetzt kräftig die Werbetrommel gerührt. Dass eine Nachfrage besteht, ist für die Organisatoren ohnehin klar: Immer wieder fragten Menschen mit den unterschiedlichsten Sprachhintergründen nach passender Literatur, berichtet Yilmaz Holtz-Ersahin, der die Bibliothek aufgebaut hat. Es sei schwieriger gewesen, Bücher aus den Niederlanden zu bekommen als aus dem arabischen Raum. Manche Werke sind zwei- oder sogar dreisprachig gedruckt.

Holtz-Ersahin glaubt, dass es ein Zuhause-Gefühl vermittle, wenn andere Sprachen ernst genommen werden. Auch für die Werte-Erziehung sei dies von Bedeutung. In arabischen Büchern ginge es etwa um Schwimmbad-Besuche, was da offenbar nicht so problembehaftet ist wie hier. Holtz-Ersahin wuchs übrigens mit „Heidi“ auf, ihr Lied kannte er auswendig, ohne Deutsch zu können.

Annette Kalscheur

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Kommentare
25.10.2011
15:05
Bibliothek um 13 Sprachen reicher
von Kakofonie | #2

Das scheint tatsächlich immer vorangiger zu werden. Die Verbreitung von Sprachen wie bulgarisch, arabisch, kurdisch und türkisch. Aber sind das die typischen Nutzer von Bibliotheken ?

25.10.2011
12:08
Bibliothek um 13 Sprachen reicher
von keinervondaoben | #1

Ich denke die sollen Deutsch lernen !! Dann ist das doch hier ein Schritt in genau die falsche Richtung. Die deutschen Bestände sind so alt und schmuddelig, daß man sie kaum anfassen mag, aber 13 Sprachen das ist wichtig.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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